In Jena ist die Aufregung groß, denn rund um den Paradiesbahnhof stehen umfassende Bauarbeiten an. Ab dem 29. Juni 2026 wird die Straßenbahngleise erneuert – ein Projekt, das nicht nur 610 Meter Gleise, sondern auch sechs Weichen und drei Gleiskreuzungen umfasst. Die Haltestelle Paradiesbahnhof wird barrierefrei umgebaut, was für viele Menschen eine enorme Verbesserung darstellt. Doch während der Bauzeit müssen sich die Fahrgäste auf einige Einschränkungen einstellen.
Die Gleise stammen größtenteils aus den 1990er Jahren und sind stark verschlissen. Ein Blick auf das Gleisdreieck an der Knebelstraße zeigt, wie sehr der Verkehr dort beansprucht wird. Daher ist es wirklich an der Zeit, dass hier etwas passiert. Die Haltestelle Paradiesbahnhof fällt während der gesamten Bauzeit aus, was für Pendler und Studierende, die täglich hier umsteigen, eine Herausforderung darstellt.

Umleitungen und Ersatzhaltestellen

Wo also hin, wenn man den Paradiesbahnhof nicht mehr nutzen kann? Ersatzhaltestellen werden in der Nähe eingerichtet, darunter eine südlich der Paradiesbrücke auf Höhe der Arbeitsagentur und die Haltestelle Paradiesbahnhof West für die Linie 1. Die Straßenbahnlinien sind ebenfalls betroffen: Während Linie 1 zwischen Zwätzen und Lobeda-Ost über die Kahlaische Straße fährt, bleibt Linie 2 zwischen Jena-Ost und Winzerla bestehen. Letztere endet jedoch jede zweite Bahn am Ernst-Abbe-Platz. Ein Blick auf die Linienführung zeigt, dass die Linie 3 unverändert zwischen Winzerla und Lobeda-Ost verkehrt, während die Linien 4 und 5 als Ring über Lobeda, Bahnhof Göschwitz und Kahlaische Straße fahren.

Die Paradiesbrücke wird während der Bauarbeiten für Fußgänger und Radfahrer gesperrt – sehr ärgerlich für alle, die diese Strecke häufig nutzen. Aber keine Panik, es gibt eine Ausweichroute: Der Geh- und Radweg entlang der Stadtrodaer Straße bleibt weiterhin offen. Auch der Zugang zum Paradiespark bleibt möglich, entweder über die Westseite durch die Unterführung am Paradiesbahnhof oder über die Ostseite auf Höhe der Arbeitsagentur.

Bauphasen und Verkehrsanpassungen

Die gesamte Baumaßnahme soll bis April 2027 abgeschlossen sein, und der erste Bauabschnitt endet bereits Mitte Oktober dieses Jahres. Das klingt nach einer langen Zeit, aber die Verbesserung der Infrastruktur ist notwendig. Der Zustand der Schienen und des Unterbaus hat die Verschleißgrenze erreicht, und Schäden im Untergrund können nicht mehr provisorisch repariert werden. Das Ziel dieser Erneuerung ist die langfristige Betriebssicherheit und auch der Lärmschutz im Nahverkehr. Besonders wichtig ist das, da die Strecke eine der am stärksten frequentierten im Jenaer Nahverkehr ist und viele bevölkerungsreiche Stadtteile mit dem Zentrum verbindet.

Für Pendler wird es während der Bauarbeiten einige Veränderungen geben. An Stoßzeiten müssen sie mit verlängerten Reisezeiten und zusätzlichen Umstiegen rechnen. Der Schienenersatzverkehr (SEV) wird mit Gelenkbussen organisiert, die hohe Fahrgastkapazitäten bieten. Diese Busse verkehren in dichtem Takt zwischen dem Stadtzentrum und den südlichen Stadtteilen, was für viele eine Erleichterung darstellt. Dennoch empfiehlt es sich, digitale Auskunftssysteme zu nutzen und einen Zeitpuffer einzuplanen.

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Finanzielle Hintergründe und Anpassungen im ÖPNV-Angebot

Die Stadt Jena hat zudem moderate Anpassungen im ÖPNV-Angebot für 2025 geplant, und das aus Spargründen. Ziel ist es, jährlich 500.000 Euro im Nahverkehr einzusparen. Diese Entscheidung wurde bereits im Januar 2025 beschlossen, um den Zuschuss für den Nahverkehr nicht über 6 Prozent steigen zu lassen. Die Gründe sind vielfältig – von steigenden Löhnen über hohe Energie- und Materialkosten bis hin zu den finanziellen Folgen der Corona-Pandemie. Auch das Deutschlandticket wurde eingeführt, ohne dass eine vollständige Gegenfinanzierung sichergestellt wurde.

Die Stadtverwaltung hat Vorschläge zur Reduzierung des Angebots erarbeitet, ohne dabei Stadtteile vom Nahverkehr abzuschneiden. Es bleibt also zu hoffen, dass trotz aller Einsparungen eine Grundversorgung in allen bedienten Gebieten gewährleistet bleibt. Der Straßenbahnausbau nach Zwätzen bleibt bestehen, mit über 62 Millionen Euro Investitionen ab Ende 2023. Damit zeigt die Stadt, dass sie sich um die zukünftige Mobilität kümmert.

Aktuelle Informationen zu Fahrplänen und den Baumaßnahmen sind auf der Internetseite der Stadtwerke und an den Haltestellen verfügbar. Wer sich einen Überblick verschaffen möchte, kann sich ein Faltblatt zur Baumaßnahme im Kundencenter der Stadtwerke in der Saalstraße abholen. Ein bisschen Geduld und Flexibilität sind jetzt gefragt – die neuen Gleise werden sich auf jeden Fall auszahlen!

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