In Bad Klosterlausnitz, im malerischen Saale-Holzland-Kreis, tut sich etwas Spannendes. Hier entsteht die erste kommerzielle Agri-Photovoltaik-Anlage in Thüringen, und sie weckt nicht nur das Interesse von Umweltfreunden, sondern auch von Landwirten. Die Thüringer Energie AG (TEAG) hat sich dieser innovativen Idee angenommen und investiert gut 3,8 Millionen Euro in das Projekt. Auf einer Fläche von etwa sieben Hektar – das sind stolze 70.000 Quadratmeter – sollen Solarmodule installiert werden, die in einer Höhe von 3,10 Metern über dem Boden schweben. So bleibt genug Platz für landwirtschaftliche Aktivitäten darunter.

Wenn man über Agri-Photovoltaik spricht, denkt man an eine Kombination aus erneuerbarer Energie und landwirtschaftlicher Nutzung. Und genau das ist das Ziel dieser Anlage: Öko-Strom zu produzieren und gleichzeitig landwirtschaftliche Produkte anzubauen. Die TEAG plant, unter den Solarmodulen Beerensträucher wie Aronia, Goji und Heidelbeeren zu pflanzen. Ein wirklich kluger Schachzug! Die ersten Solarmodule sollen schon Ende Mai installiert werden, sodass die Inbetriebnahme im Spätsommer ansteht.

Wirtschaftliche Chancen und innovative Ansätze

Stefan Zaubitzer, Geschäftsführer der TEAG Solar GmbH, hat eine klare Vision: Agri-PV-Projekte sollen wirtschaftlich betrieben werden können. Tatsächlich steigt das Interesse von Landwirten, die in diesen Konzepten Chancen für ihre Betriebe sehen. Und das nicht nur in Bad Klosterlausnitz. Ähnliche Projekte werden auch an anderen Orten in Thüringen getestet – zum Beispiel am Erdbeerhof Gebesee und im Lehr- und Versuchszentrum Gartenbau in Erfurt, wo Kirschbäume unter PV-Konstruktionen stehen.

Die TEAG selbst ist nicht nur der größte Energieversorger in Thüringen, sondern auch ein Vorreiter im Bereich erneuerbarer Energien. Der Plan, in den nächsten Jahren etwa 70 Millionen Euro in Solaranlagen zu investieren, zeigt, wie ernst es der TEAG mit der Energiewende ist. Die Nutzung von Industriebrachen und ehemaligen Deponieflächen für neue Solaranlagen steht auf der Agenda, um die Flächen optimal zu nutzen.

Testanlagen und reale Bedingungen

Ein weiteres spannendes Element sind die geplanten Testanlagen am TEAG-Unternehmenssitz in Erfurt. Hier wird ein Solarzaun errichtet, um den Energieertrag und die Flächenbewirtschaftung zu erproben. Das Thüringer Landwirtschaftsministerium testet ebenfalls Agri-PV unter realen Bedingungen, um herauszufinden, wie Erdbeerpflanzen vor extremen Wetterbedingungen geschützt werden können. Das zeigt, wie ernsthaft und innovativ die Branche an die Herausforderungen herangeht.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Doch es gibt auch Herausforderungen: Investitionskosten und Amortisationszeiten müssen mit der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung in Einklang gebracht werden. Einige genehmigte größere Agri-PV-Projekte sind noch nicht realisiert oder verzögert, was für die Akteure vor Ort frustrierend sein kann. Dennoch bleibt die Stimmung optimistisch. Die Thüringer Bauernverbände sehen in Agri-PV vor allem im Obst- und Gemüseanbau große Chancen.

Mit über 122.000 Solaranlagen, die in Thüringen am Netz sind, und einer jährlichen Solarleistung von rund 3.200 Megawatt Peak, deckt der Solarstrom mehr als ein Viertel der gesamten Ökostromerzeugung im Bundesland ab. Es scheint, als ob die Thüringer nicht nur in die Zukunft der erneuerbaren Energien blicken, sondern auch aktiv daran arbeiten, sie zu gestalten.

Die Entwicklung in Bad Klosterlausnitz ist ein spannendes Beispiel dafür, wie innovative Konzepte in der Landwirtschaft und Energieerzeugung zusammenkommen. Wenn alles gut läuft, könnte die Anlage nicht nur grünen Strom liefern, sondern auch die Landwirtschaft in der Region beleben. Man darf gespannt sein, wie sich dieses Projekt entwickelt!