In Eisenberg, einer charmanten Kleinstadt im Saale-Holzland-Kreis, laufen die Vorbereitungen für das diesjährige Mohrenfest auf Hochtouren. Am Montagabend wurden über der Einkaufsstraße Steinweg 333 bunte Schirme aufgehängt, die symbolisch zum Festgelände führen sollen. Vom 29. bis 31. Mai wird die Eisenberger Innenstadt zur Festmeile, die mit Live-Musik, DJs, einem Kinderbereich und einem Weindorf aufwartet. Das siebte Mohrenfest verspricht, ein buntes Spektakel zu werden.

Besonders spannend wird es im Hof von Schloss Christiansburg, wo sich die Tuning-Szene erstmals mit rund 100 Ausstellern präsentiert. Doch so fröhlich die Vorbereitungen auch erscheinen, es gibt auch Schattenseiten. An den Festivaltagen ist eine Gegenveranstaltung im Friedenspark angemeldet. Bürgermeister Michael Kieslich (CDU) hat bereits von einem Rückgang der Kritiker berichtet und betont, dass der Name „Mohrenfest“ nichts mit Rassismus oder Diskriminierung zu tun habe. Er sieht vielmehr eine Verbindung zur Stadtgeschichte, die sich um die Figur des „Eisenberger Mohr“ rankt, der als Wahrzeichen gilt und Bestandteil des Stadtwappens ist.

Die umstrittene Geschichte

Die Geschichte des „Eisenberger Mohr“ geht zurück auf eine Sage aus dem Mittelalter. Ein schwarzer Sklave, der des Diebstahls bezichtigt wurde, sollte hingerichtet werden, doch kurz vor seiner Hinrichtung wurde er gerettet. Diese Figur ist nicht nur eine Legende, sie ist Teil der Identität Eisenbergs. Interessanterweise wurde bereits 1727 eine Statue des „Mohren“ hinter dem Rathaus auf einem Brunnensockel errichtet, was die Anziehungskraft dieser Geschichte unterstreicht.

Doch nicht alle sind mit dieser romantisierenden Darstellung einverstanden. Die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) kritisiert die Stadt für die unkritische Auseinandersetzung mit kolonialen Erbschaften. Konrad Erben, ein Student aus Jena und Mitglied der ISD, hat die Stadtverwaltung dafür gerügt, sich nicht mit der rassistischen Tradition der Sage auseinanderzusetzen. Er bezeichnet die Umbenennung des Stadtfestes in „Mohrenfest“ als problematisch und fordert eine ernsthafte Aufarbeitung der historischen Umstände.

Proteste und Widerstand

Die Diskussion um den Namen des Festes hat bereits zu Protesten geführt. Die Initiative „Gegen den rassistischen Zustand“ kündigte eine Demonstration gegen den Namen des Mohrenfestes an, die am 10. Juni stattfinden soll. Die Stadt Eisenberg, die den Namen nicht als diskriminierend empfindet, lehnte eine Umbenennung ab. Kritiker empfinden den Begriff als rassistisch und lehnen eine Feier ab, die mit Sklaverei assoziiert wird. Der Konflikt um das Mohrenfest spiegelt die gesellschaftlichen Spannungen wider, die in vielen Städten Deutschlands zu beobachten sind.

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So wird das Mohrenfest in Eisenberg nicht nur ein Fest der Freude und des Einkommens, sondern auch ein Ort des Dialogs und der Auseinandersetzung mit einer komplexen Geschichte. Die Vorfreude auf die Feierlichkeiten wird von der Frage überschattet, wie mit der Vergangenheit umgegangen wird und welche Bedeutung dies für die Zukunft der Stadt hat.