Am Sonntag, dem 26. April, war es soweit: Pfarrer Stefan Ibrügger wurde nach 23 prägenden Dienstjahren in den Ruhestand verabschiedet. Die Atmosphäre in der Kirche war von einer Mischung aus Freude und Wehmut geprägt. Rolf Wachter, ein Mitglied des Gemeindekirchenrats, ließ es sich nicht nehmen, einige der guten Ideen und Taten von Ibrügger zu würdigen. Dabei kam auch zur Sprache, dass Ibrügger 2016 bereitwillig Kirchenbänke zersägt hatte, um Platz für einen neuen Gemeinderaum aus Glas zu schaffen. Ein mutiger Schritt, der nicht nur funktional, sondern auch symbolisch für den Wandel in der Kirche steht.
Superintendentin Heidrun Killinger-Schlecht war anwesend, um dem scheidenden Pfarrer die Ehre zu erweisen. Ibrügger hatte seinen Verabschiedungsgottesdienst selbst gestaltet, unterstützt vom Kirchenchor, und hielt eine bewegende Predigt über die Heilung des Gelähmten aus dem Markusevangelium. Seine Botschaft war klar: Die Menschen suchen nach Hoffnung und Zuversicht, und pragmatische Lösungen sind gefordert. Ein wichtiges Anliegen in Zeiten des Wandels!
Der neue Pfarrer und der Übergang
Ein weiterer interessanter Aspekt der Verabschiedung war der bevorstehende Wechsel: Pfarrer Rainer Pohlmann wird Anfang Mai die um die Kirchengemeinde Harra erweiterte Stelle in Bad Lobenstein antreten. Der Einführungsgottesdienst für Pohlmann ist für den 14. Juni um 14 Uhr angesetzt. Das bedeutet, dass die Gemeinde sich auf eine neue Phase einstellen muss, während sie gleichzeitig die Errungenschaften von Ibrügger würdigt.
In der evangelisch-methodistischen Kirche, in der auch Ibrügger tätig war, gibt es rituelle Formen zur Verabschiedung von Pastorinnen und Pastoren, die zwar eine Begleitung aus dem aktiven Dienst bieten, jedoch keine persönliche Verabschiedung am letzten Dienstort ersetzen. Es wird Wert darauf gelegt, dass Dankesworte und persönliche Würdigungen in den Mittelpunkt rücken. Diese Dankesworte helfen, Wertschätzung auszudrücken und die Erinnerungen an die vergangenen Jahre lebendig zu halten. Schließlich hat ein Pfarrer wie Ibrügger viele Lebensbereiche berührt und die Gemeinde nachhaltig geprägt.
Ein gemeinschaftlicher Moment des Innehaltens
Die Verabschiedung eines Pfarrers bewegt die Gemeinde. Es ist ein gemeinschaftlicher Moment des Innehaltens, in dem Dank und Rückblick im Fokus stehen. Die Worte, die Vertreter der Gemeinde sprechen, sind nicht nur Dankesworte, sie sind auch ein Ausdruck des Zusammenhalts und des gemeinsamen Glaubenslebens. Man könnte fast sagen, es ist ein emotionaler Aufbruch in einen neuen Lebensabschnitt, nicht nur für den scheidenden Pfarrer, sondern auch für die gesamte Gemeinde.
Dankesworte, so sagt man, sind das Herzstück solcher Verabschiedungen. In diesen Momenten wird deutlich, wie sehr Ibrüggers Wirken geschätzt wurde. Kurze, ehrliche Worte wie „Danke für die vielen Jahre, in denen Sie unsere Gemeinde begleitet haben“ oder „Vergelt’s Gott für Ihren treuen Dienst und Ihr offenes Ohr“ sind oft der Schlüssel, um die Erinnerung an die gemeinsame Zeit lebendig zu halten. Es ist ein bisschen wie das Überreichen von Blumen und einer Ruhestandsurkunde – kleine Gesten, die viel bedeuten.
Jetzt, wo die Kirche einen neuen Weg einschlägt, bleibt die Frage, wie die Gemeinde die Lehren und den Geist von Ibrügger in die Zukunft tragen wird. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Gemeinde unter neuer Leitung weiterentwickelt und welche neuen Ideen aufkommen werden.