In Suhl, einer Stadt in Thüringen, könnte sich bald etwas ändern, das viele cineastische Herzen höher schlagen lässt. Der Film „Sushi in Suhl“, ein wahrer Kultklassiker, könnte bald nicht mehr kostenlos im Internet verfügbar sein. Dieser Film, der 2012 veröffentlicht wurde, erzählt die spannende Geschichte des ersten japanischen Restaurants in der DDR. Bei seiner Veröffentlichung zog „Sushi in Suhl“ mehr als 15.000 Zuschauer ins Kino und hinterließ einen bleibenden Eindruck, nicht nur durch seine Handlung, sondern auch durch die eindrucksvolle Darstellung der damaligen Zeit.

Die Handlung dreht sich um Rolf Anschütz, einen mutigen Gastronom, der mit seiner einzigartigen Speise – Maikäfersuppe – in Konflikt mit dem DDR-Staatsapparat geriet. Die Geschichte spiegelt nicht nur die Herausforderungen wider, die Anschütz als Gastronom in der damaligen sozialistischen Gesellschaft zu bewältigen hatte, sondern auch die Entstehung einer ganz neuen kulinarischen Welt in einem Land, das von der westlichen Gastronomie weitgehend ausgeschlossen war.

Ein Blick auf Rolf Anschütz

Doch wer war dieser Rolf Anschütz wirklich? Geboren als Sohn von Berthold und Erna Anschütz, erlernte er in den Nachkriegsjahren den Beruf des Kellners und machte eine Kochausbildung. Seine Eltern eröffneten 1949 eine eigene Gaststätte in Suhl, was den Grundstein für Rolfs große Karriere legte. Von 1952 bis 1955 diente er freiwillig in der kasernierten Volkspolizei, bevor er 1960 die Meisterprüfung zum Serviermeister ablegte.

Während seiner Zeit als Direktor des HO-Kreisbetriebs Gaststätten in Suhl entwickelte Anschütz ein Interesse für die japanische Küche. 1966 bereitete er ein erstes japanisches Gastmahl und brachte damit die exotischen Aromen Japans nach Suhl. Das Restaurant „Waffenschmied“ wurde in der Folge zur „Japanabteilung“ und war bis 1981 das einzige japanische Restaurant in der DDR. Anschütz‘ Leidenschaft für die japanische Gastronomie und seine innovative Denkweise machten ihn zu einer Schlüsselperson in der kulinarischen Szene der damaligen Zeit.

Ein kulinarisches Erbe

Die Entwicklungen in der Gastronomie der DDR waren vielfältig. In den 1980er Jahren beispielsweise entstand die Schnellimbiss-Kette Pizza Buffet, die die Geschmäcker vieler Menschen prägte. Diese Kette wurde durch die Zusammenarbeit mehrerer Institutionen ins Leben gerufen und bot eine Vielzahl von Pizzavariationen an, die sich schnell großer Beliebtheit erfreuten. Doch trotz all dieser Neuerungen blieb die japanische Küche, die durch Anschütz popularisiert wurde, ein einmaliges Erlebnis, das viele nicht vergessen konnten.

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Anschütz‘ Einfluss auf die Gastronomie war nicht nur auf die DDR beschränkt. Nach der Wende setzte er seine Karriere fort, eröffnete das Japanhotel „Sakura“ und wurde Präsident des Hotel- und Gaststättenverbandes Thüringen e. V. Sein Wirken und seine Liebe zur japanischen Küche hinterließen ein kulinarisches Erbe, das bis heute spürbar ist und die Geschichte der Gastronomie in Deutschland bereichert hat.

Nun bleibt zu hoffen, dass „Sushi in Suhl“ nicht nur ein Film bleibt, den man im Internet findet, sondern auch weiterhin die Möglichkeit bietet, die Geschichte eines außergewöhnlichen Mannes und seiner Leidenschaft zur Gastronomie zu erleben, bevor er vielleicht aus dem Netz verschwindet. Das wäre wirklich schade, denn solche Geschichten gehören erzählt und geteilt!

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in dem Artikel auf inSuedthueringen.de sowie auf Wikipedia.

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