Am 20. Mai 2026 fand im Landratsamt Wartburgkreis ein Fachtag statt, der sich einem sehr wichtigen, aber oft übersehenen Thema widmete: dem Kinderschutz im Kontext psychisch und suchtkranker Familiensysteme. Rund 100 Fachkräfte aus dem Netzwerk „Frühe Hilfen und Kinderschutz“ waren dabei, und ehrlich gesagt, es war beeindruckend zu sehen, wie viele sich für das Wohl von Kindern engagieren. Die Teilnehmer kamen aus verschiedenen Bereichen – von der Jugendhilfe über Gesundheitsförderung bis hin zu Beratung und Pädagogik. Man spürte förmlich die Motivation und das Engagement, neue Impulse für die tägliche Arbeit zu finden.

Die Veranstaltung hatte das klare Ziel der fachlichen Weiterbildung und des Erfahrungsaustausches. Zentrale Vorträge wurden von Experten wie Prof. Dr. Jörg Maywald gehalten, der über den Schutz von Kindern psychisch oder suchtkranker Eltern sprach. Dr. Lieselotte Simon-Stolz beleuchtete die Auswirkungen elterlicher Belastungen auf die kindliche Entwicklung. Diese Fachvorträge waren nicht nur informativ, sondern auch praxisnah und stießen auf großes Interesse. Man konnte die Anspannung, aber auch die Neugierde in den Gesichtern der Teilnehmenden sehen, als sie den Referenten aufmerksam lauschten.

Interdisziplinärer Austausch und Praxisbezug

Am Nachmittag hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, in vier Fachforen die Themen weiter zu vertiefen. Es war klar, dass der Fachtag einen wichtigen Beitrag zur Sensibilisierung und Qualifizierung im Bereich Frühe Hilfen und Kinderschutz leistete. Nina Kleineidam, die Netzwerkkoordinatorin im Jugendamt des Wartburgkreises, zog eine durchweg positive Bilanz und betonte die hohe fachliche Qualität der Beiträge sowie den starken Praxisbezug. Die Zusammenarbeit im regionalen Netzwerk wurde weiter gestärkt, und es bleibt zu hoffen, dass diese Dynamik auch in Zukunft anhält.

Doch während dieser Fachtag ein positives Licht auf die Herausforderungen warf, ist die Situation für viele Familien in Deutschland alles andere als einfach. Laut der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie, Familientherapie und Sozialtherapie (DGSF) leben in Deutschland etwa 4 Millionen Kinder mit einem psychisch erkrankten oder suchtkranken Elternteil. Diese Zahl hat etwas beunruhigendes an sich – trotz der Bemühungen der DGSF, die Unterstützung für betroffene Kinder und Eltern auszubauen, fehlen bundesweite Strukturen für verlässliche, niedrigschwellige Hilfen. Die DGSF setzt sich seit 2017 für den Ausbau systemübergreifender Hilfen ein, doch der Weg ist steinig. Ein Video-Clip der DGSF versucht, die Bedarfe dieser Kinder und Eltern ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken.

Wichtige Veranstaltungen und politische Entwicklungen

Die DGSF plant auch in naher Zukunft mehrere wichtige Fachtagungen, wie die „Kleine Held*innen in Not 10“ im November 2025 und „Und wer fragt mich? 3.0“ im April 2026 in Heidelberg. Diese Veranstaltungen sollen dazu beitragen, die Finanzierung und fachliche Aspekte von systemübergreifenden Gemeinschaftsleistungen zu klären. Es ist bemerkenswert, dass der Bundestag am 31. Januar 2025 einstimmig einen Antrag zur Unterstützung von Kindern psychisch kranker Eltern beschlossen hat. Dies könnte der erste Schritt in die richtige Richtung sein, um endlich ein kommunales Gesamtkonzept für multiprofessionelle Hilfesysteme zu entwickeln.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Bei all diesen Entwicklungen bleibt die Frage, wie konkret diese politischen Vorstöße umgesetzt werden können. Es scheint, als könnte der Fachtag im Wartburgkreis ein kleiner, aber entscheidender Baustein in einem viel größeren Puzzle sein, das letztlich darauf abzielt, die Lebensbedingungen für betroffene Kinder und Familien zu verbessern. Auch die DGSF hat sich in der Vergangenheit für die Sichtbarkeit des Themas in der Öffentlichkeit eingesetzt, was zeigt, dass man nicht nur über das Problem reden, sondern auch Lösungen finden möchte.

Ein weiterer interessanter Aspekt sind die Weiterbildungsmöglichkeiten für Fachkräfte, die sich mit Kindern von psychisch kranken oder suchtbelasteten Eltern beschäftigen. Die BAG der Kinderschutz-Zentren bietet zahlreiche Kurse an, die darauf abzielen, die Fachkräfte in ihrer Arbeit zu unterstützen. Dennoch gibt es auch hier Herausforderungen, etwa Rücktrittsfristen und Gebühren, die sowohl für die Veranstalter als auch für die Teilnehmenden eine Rolle spielen. Aber letztendlich bleibt die Frage: Wie können wir sicherstellen, dass diese Kinder die Unterstützung bekommen, die sie so dringend benötigen?

Technisch repräsentiert unser neues Magazin-System den aktuellen Stand der Technik für anspruchsvolle Nachrichtenportale: schnell, barrierefrei, DSGVO-konform, suchmaschinenoptimiert und für die Redaktion langfristig wartbar. Die Umsetzung dieser hohen Standards wurde von Daniel Wom / VeloCore mit dem Anspruch realisiert, eine langlebige und zukunftssichere Lösung zu schaffen.