Man(n) singt!
Im Wartburgkreis gab es kürzlich ein ganz besonderes Ereignis, das die Herzen der Teilnehmer und Zuhörer gleichermaßen berührte. Ein Männerchorprojekt mit dem klangvollen Titel „Man(n) singt!“ brachte mehr als 30 Männer zusammen, die sich auf eine musikalische Reise begaben. Und das bei nur drei Proben! Einige der Männer hatten zuvor nur in der Dusche gesungen, doch das hielt sie nicht davon ab, ihre Stimmen in der Pfarrkirche St. Elisabeth in Lahrbach und in der Pfarrkirche St. Maria Magdalena in Borsch erklingen zu lassen.
Dieses Projekt, das bereits zum dritten Mal stattfand, hat sich zu einer festen Größe im kirchenmusikalischen Leben der Region entwickelt, wie Kerstin Schuch, die Sprecherin des Kirchenchors Tann, berichtete. Die Gottesdienste, die von dem Männerchor mit einem geistlichen Programm gestaltet wurden, waren gut besucht und schufen eine Atmosphäre der Gemeinschaft und des Glaubens. Die Sänger arbeiteten an einem Programm, das sich an den Lesungstexten des 16. Sonntags im Jahreskreis orientierte, insbesondere am Gleichnis von der Saat aus dem Matthäusevangelium.
Musikalische Höhepunkte und Gemeinschaftsgefühl
Die Predigten von Prof. Dr. Christoph Gregor Müller und Pfarrer Ulrich Piesche thematisierten Geduld und Vertrauen im Chorgesang und gaben dem Anlass eine tiefere Bedeutung. Der Projektchor zeigte eine beeindruckende Ausdruckskraft und stilistische Vielfalt. Musikalische Höhepunkte wie das „Kyrie“ von Charles Gounod, das in einem zweistimmigen Satz mit Klavierbegleitung dargeboten wurde, sowie das „Gloria“ von Theodor Grünberger mit dreistimmigem Chorsatz und virtuosen Klavierzwischenspielen, sorgten für Gänsehautmomente. Weiterhin trugen der Psalm 86 im schlichten Psalmton und das ausdrucksstarke „Agnus Dei“ von Ludger Edelkötter zum besonderen Flair der Aufführungen bei.
Der Projektleiter Thomas Nüdling hatte die Werke sorgfältig ausgewählt und es geschafft, den Chor zu einem homogenen Klangkörper zu formen. Der lang anhaltende Beifall in beiden Gottesdiensten wurde als Anerkennung und Ermutigung wahrgenommen. Viele Teilnehmer bekundeten den Wunsch, im nächsten Jahr wieder dabei zu sein, was zeigt, wie sehr dieses Projekt die Männer verbindet und ihnen einen Raum für Gemeinschaft, Glauben und Musik bietet.
Neuer Förderfonds für Amateurmusik
Spannenderweise wird ab 2024 ein neuer Amateurmusikfonds ins Leben gerufen, der mit insgesamt 5 Millionen Euro vom Bund finanziert wird. Ziel ist es, das musikalische Wirken von Ensembles sichtbarer zu machen und künstlerische Impulse für die Amateurmusikszene zu vermitteln. Projekte, die sich mit Themen wie Nachwuchsgewinnung, neuen Vermittlungsformen oder Diversität beschäftigen, können sich um Fördermittel bewerben. Es wird interessant sein zu beobachten, ob solche Initiativen auch das nächste „Man(n) singt!“ unterstützen können.
Der Fonds wird Einzelprojekte mit Beträgen zwischen 2.500 und 10.000 Euro unterstützen, ohne dass ein Eigenanteil erforderlich ist. Antragsberechtigt sind gemeinnützige Amateurmusikensembles, Kirchengemeinden und andere Organisationen der Amateurmusik. Dies könnte eine wunderbare Gelegenheit für weitere musikalische Projekte in der Region sein und die Vielfalt der Amateurmusik fördern. Informationen hierzu sind auf der Website des Bundesmusikverbands verfügbar.
Insgesamt zeigt das Projekt „Man(n) singt!“ nicht nur, wie viel Freude das Singen bringt, sondern auch, wie wichtig Gemeinschaft und Zusammenhalt in der heutigen Zeit sind. Es bleibt zu hoffen, dass solche Veranstaltungen weiterhin stattfinden und viele Männer dazu ermutigen, ihre Stimmen zu erheben.
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