In einer bemerkenswerten politischen Einigung hat der US-Kongress das Gesetz zur Erschwinglichkeit von Wohnraum verabschiedet. Dies geschah in einem seltenen Schulterschluss zwischen Republikanern und Demokraten, was angesichts der polarisierten politischen Landschaft in den USA durchaus für Aufsehen sorgt. Am Dienstag gab das Repräsentantenhaus sein Okay, nachdem der Senat bereits am Montag zugestimmt hatte. Das Gesetz mit dem klangvollen Namen „21st Century Road to Housing Act“ zielt darauf ab, das Wohnungsangebot zu erweitern, Bauvorschriften zu lockern und den Kauf von Wohneigentum zu erleichtern. Die Verabschiedung ist nicht zuletzt eine Reaktion auf die steigende Unzufriedenheit der Bevölkerung über die hohen Lebenshaltungskosten.

Besonders interessant ist die Tatsache, dass das Gesetz noch die Unterschrift von Präsident Donald Trump benötigt, der bereits seine Zustimmung signalisiert hat. Hohe Mieten, die gestiegenen Hypothekenkosten und der akute Wohnungsmangel sind in den USA zentrale politische Themen, die durch die bevorstehenden Kongress-Zwischenwahlen im November noch an Brisanz gewinnen. Diese Midterms gelten als wichtiger Stimmungstest für Trump seit Beginn seiner zweiten Amtszeit. Das Geschehen um das neue Gesetz könnte demnach auch weitreichende Folgen für die politische Landschaft in den USA haben.

Regelungen und Bestimmungen

Ein zentraler Punkt des neuen Gesetzes ist die Begrenzung der Rolle großer institutioneller Investoren im Einfamilienhausmarkt. Im Jahr 2026 hat die Trump-Administration zusammen mit dem Kongress bereits Schritte unternommen, um den Zugang zu Wohneigentum zu erweitern. Im März 2026 verabschiedete der Senat eine Version des Gesetzes, gefolgt von einer eigenen Version des Repräsentantenhauses am 20. Mai 2026, die das Verbot für institutionelle Investoren beibehält, aber in mehreren anderen Punkten abweicht.

Zu den Änderungen der House-Version gehört die Entfernung einer siebenjährigen Weiterverkaufsanforderung für bestimmte Ausnahmen sowie die Schaffung einer Mieterservice-Ressource, die Mietern in von großen institutionellen Investoren gehaltenen Immobilien helfen soll. Zudem gibt es jährliche Benachrichtigungspflichten für diese großen Investoren, die unter anderem ihren Status und die Anzahl sowie den Standort der von ihnen kontrollierten Häuser melden müssen. Wer gegen das Gesetz verstößt, sieht sich zivilrechtlichen Strafen von bis zu 1.000.000 USD pro Verstoß oder dem Dreifachen des Kaufpreises der betroffenen Immobilie gegenüber. Das Verbot gilt allerdings nur für Käufe, die nach Inkrafttreten des Gesetzes erfolgen, also 180 Tage nach Verabschiedung.

Herausforderungen im Wohnungsmarkt

Die Entwicklungen im Wohnungsmarkt sind nicht isoliert zu betrachten. Studien zeigen, dass die US-Wirtschaft 2024 voraussichtlich um 2,8% wachsen wird, während Deutschland stagnieren könnte. Die Arbeitslosigkeit in den USA liegt derzeit bei 4,2%, die Inflationsrate bei 2,4%. Doch die hohen Zinsen – der Leitzins der US-Notenbank beträgt zwischen 4,25% und 4,5% – belasten die Baukosten und den Zugang zu Kapital weiterhin. Die Fertigstellungen im Mietwohnungsmarkt sind seit Ende 2023 rückläufig, und Genehmigungen für Neubauten sinken ebenfalls.

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In diesem Kontext könnte der Rückgang geplanter Neubauten das Wohnraumangebot noch weiter verknappen. Hinzu kommt die Ankündigung von Zollanhebungen auf Baumaterialien, die die Situation zusätzlich verschärfen könnten. Das ist schon ein ziemlicher Strudel aus Herausforderungen, der auch durch verschärfte Einwanderungsregeln, die die Verfügbarkeit von Arbeitskräften im Bausektor betreffen, nicht einfacher wird. Die Anzeichen deuten darauf hin, dass die Mietpreise kurzfristig stagnieren, aber mittelfristig wieder ansteigen könnten.

In Anbetracht dieser dynamischen Entwicklungen und der aktuellen politischen Initiativen bleibt abzuwarten, wie sich der Wohnungsmarkt in den USA weiter entwickeln wird. Die kommenden Monate könnten entscheidend sein, sowohl für die Politik als auch für die Bürger, die auf eine Verbesserung der Wohnsituation hoffen.

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