Ein internationales Team von Wissenschaftlern untersucht, ob die US-Wahlen 2024 das gleiche unerwartete Ende nehmen könnten wie im Jahr 2016. Diese aufschlussreiche Studie, erstellt von der Universität Münster, der ESSEC Business School in Paris und der Northeastern University in Boston, hat tiefgreifend erforscht, wie verschiedene Faktoren wie Kandidatenaussagen, Wahlumfragen und Fake News miteinander interagieren. Mit über 200 Millionen analysierten Social-Media-Posts bietet dieses Werk einen der umfassendsten Datensätze, der je zur politischen Forschung herangezogen wurde und kürzlich im Journal of Business Research veröffentlicht wurde.

Die Macht der sozialen Medien

Im aktuellen Wahlkampf fließen Billionen in die Kampagnen der Parteien, die Marketingstrategien verwenden, die auch in der Konsumgüterindustrie üblich sind. Die Studie zeigt jedoch, dass die Dynamik des politischen Geschehens viel lebhafter ist, als man denken könnte. Die Aktivitäten in den sozialen Medien erlangen immer mehr Gewicht, während TV-Werbung nach wie vor einen Einfluss auf die Wähler hat. Die Forscher betonen, dass Social Media-Beiträge nicht nur die öffentliche Meinung prägen, sondern auch die Medienberichterstattung maßgeblich beeinflussen. Gleichzeitig wächst die Besorgnis über Fake News, die nicht nur für Verwirrung sorgen, sondern auch direkt die Wahlentscheidung beeinflussen können. In den letzten Wahlzyklen hat sich die Menge an Falschinformationen in sozialen Netzwerken vervierfacht, häufig mit dem Ziel, den demokratischen Kandidaten zu schaden.

Das bevorstehende Rennen um das Weiße Haus verspricht Spannung. Kamala Harris hat knapp die Nase vorn, aber Erinnerungen an die Wahlen 2016 schwirren durch den Raum, als Hillary Clinton als Favoritin galt und doch verlor. Diese Umfragen könnten leicht Mächte verschieben, besonders in den entscheidenden Swing States. Auch wenn die gegenwärtigen Prognosen David Trump begünstigen, bleibt der Ausgang der Wahl völlig offen. Besonders bemerkenswert ist, dass in diesem Wahlkampf Fake News über Migranten und die Entschädigung der Hurrikan-Opfer besonders florieren und Trump Vorteile verschaffen.

Die umfassende Forschungsarbeit „I like, I share, I vote: Mapping the dynamic system of political marketing“, durchgeführt von Raoul Kübler, Kai Manke und Koen Pauwels, stellt einen kritischen Punkt dar, wenn es um die strategische Gestaltung politischer Werbung geht. Die Studie ist online verfügbar und kann kostenlos heruntergeladen werden. Hier zeigt sich eindringlich, wie wichtig die digitale Landschaft für die kommenden US-Wahlen ist.