Am 14. Juni wird in Osterholz-Scharmbeck der erste Veteranentag gefeiert – ein Ereignis, das nicht nur die Herzen der Soldaten berühren soll, sondern auch ein wichtiges Zeichen der Wertschätzung für all jene, die im Einsatz waren. Olaf Hesse, ein Marineinfanterist mit 33 Dienstjahren, hat an vier Auslandseinsätzen der Bundeswehr teilgenommen, darunter auch im Libanon und in Afghanistan. Seine Erlebnisse sind geprägt von tiefen Traumata, die ihn bis heute begleiten. So leidet er an einer anerkannten Einsatzschädigung, der posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS), die auf die traumatischen Erlebnisse in den Krisengebieten zurückzuführen ist. Besonders eindringlich beschreibt Hesse die Explosion einer Autobombe und den Tod eines Kindes, das er in seinen Armen hielt. Solche Erinnerungen sind nicht nur schwer zu verarbeiten, sie werfen auch einen Schatten auf das Leben der Betroffenen.

Hesse kritisiert die unzureichende Behandlung seelischer Einsatzfolgen zu Beginn der Auslandseinsätze. Rückkehrende Soldaten mussten sich oft selbst helfen, was nicht nur frustrierend, sondern auch sehr belastend ist. Er hat sich nie von der Bundeswehr losgesagt und war zuletzt als Schießausbilder für ukrainische Soldaten tätig. Am 30. April 2026 wird er in den Ruhestand gehen.

Wertschätzung und Dialog

Der Veteranentag in Osterholz-Scharmbeck solle vor allem ein Anlass für Dialog und Wertschätzung sein, sagt Hesse. Doch aus privaten Gründen kann er an der Veranstaltung nicht teilnehmen. Dennoch sieht er in diesem Tag eine wertvolle Gelegenheit, um das Bewusstsein in der Gesellschaft zu schärfen und den Soldaten mehr Anerkennung entgegenzubringen. Tatsächlich äußert er seinen Schmerz über die negative Behandlung von Soldaten in der Öffentlichkeit, darunter Beschimpfungen und Spuckattacken. Das sind Erfahrungen, die Hesse nicht nur schockieren, sondern auch wütend machen. Er wünscht sich eine gesetzliche Regelung für den Umgang mit Einsatzschädigungen, um den betroffenen Soldaten eine bessere Unterstützung zu bieten.

Hesse engagiert sich zudem für den Motorradklub „Soldiers Eyes“ und den Veteranentalk, um offen über seine Einsätze und die damit verbundenen Erkrankungen zu sprechen. Er glaubt fest daran, dass der Veteranentag helfen kann, die Wertschätzung für Bundeswehrsoldaten in der Bevölkerung zu stärken.

Psychische Belastungen im Militär

Die Herausforderungen, die Soldaten im Einsatz begegnen, sind enorm. Laut verschiedenen Studien sind sie im Berufsalltag extremen psychischen und körperlichen Belastungen ausgesetzt, sowohl im Inland als auch im Ausland. Auslandseinsätze, wie in Afghanistan, sind von hoher Stressbelastung, Angst und Unsicherheit geprägt. Viele Soldaten erleben Explosionen, Unfälle oder den Tod von Kameraden, was zu tiefen psychischen Narben führen kann. Das Bewusstsein innerhalb der Bundeswehr für PTBS und andere psychische Störungen wächst, und es wird zunehmend erkannt, wie wichtig eine angemessene Nachsorge ist.

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Die Symptome von PTBS treten oft verzögert auf, manchmal sogar Jahre nach dem traumatischen Ereignis. Flashbacks, Albträume und psychosomatische Beschwerden können das Leben der Betroffenen erheblich beeinträchtigen. Es ist daher unerlässlich, dass diese Themen offen angesprochen werden und Betroffene die nötige Unterstützung erhalten. Angehörige leiden oftmals ebenfalls unter den langfristigen psychischen Belastungen, wodurch das Thema nicht nur die Soldaten, sondern ganze Familien betrifft.

Der Veteranentag ist ein Schritt in die richtige Richtung, um diesen Herausforderungen entgegenzutreten und die Stimmen derjenigen zu hören, die für unser Land gedient haben. Die Veranstaltung, die am 14. Juni von 11 bis 14 Uhr im Rathaus stattfindet, verspricht Festansprachen und musikalische Umrahmung – ein Tag, der die Anerkennung der Soldaten in der Gesellschaft stärken könnte. Vielleicht ist es an der Zeit, dass wir als Gesellschaft uns intensiver mit den Erfahrungen und der Wertschätzung für unsere Veteranen auseinandersetzen.