Ein Schock für die anglikanische Kirche! Justin Welby, der Erzbischof von Canterbury und höchste Geistliche der Church of England, hat seinen Rücktritt angekündigt. Der Grund? Ein unabhängiger Bericht hat ihn scharf kritisiert, weil er es versäumt hat, die Polizei über schwerwiegende Missbrauchsvorwürfe zu informieren, die Jahrzehnte zurückreichen. In seinem Rücktrittsschreiben erklärte Welby, dass er sowohl „persönliche als auch institutionelle Verantwortung“ für die unzureichende Untersuchung der „abscheulichen Missbräuche“ übernehmen müsse.
„Die letzten Tage haben mein tiefes Schamgefühl über die historischen Versäumnisse im Schutz von Missbrauchsopfern in der Church of England erneuert“, so Welby. Der 68-Jährige trat fünf Tage nach der Veröffentlichung des Makin-Berichts zurück, der aufdeckte, dass der britische Anwalt John Smyth über 100 Jungen und junge Männer über einen Zeitraum von 40 Jahren brutal misshandelt hat. Die grausamen Details sind erschütternd: Smyth schlug einige Opfer mit bis zu 800 Hieben und versorgte sie mit Windeln, um die Blutungen zu stoppen.
Die dunkle Vergangenheit der Kirche
Der Bericht zeigt auf, dass Smyth, der Vorsitzende des Iwerne Trust, der die christlichen Sommerlager in Dorset finanzierte, auch nach seinem Umzug nach Afrika im Jahr 1984 weiterhin in Zimbabwe und Südafrika missbrauchte, bis er 2018 starb. Die Church of England war bereits 2013 über die Missbrauchsvorwürfe informiert, und Welby erfuhr von den Anschuldigungen im selben Jahr, nur Monate nachdem er Erzbischof geworden war. Trotz seiner Entschuldigung für „Versäumnisse“ behauptete er, vor 2013 keine Ahnung von den Vorwürfen gehabt zu haben. Der Bericht stellte jedoch fest, dass dies unwahrscheinlich sei und warf ihm vor, seiner „persönlichen und moralischen Verantwortung“ nicht nachgekommen zu sein.
Wenn die Vorwürfe 2013 der Polizei gemeldet worden wären, hätte es möglicherweise eine umfassende Untersuchung gegeben, und Smyth hätte möglicherweise noch vor seinem Tod strafrechtlich verfolgt werden können. Nun steht die anglikanische Kirche vor der Herausforderung, einen neuen Erzbischof von Canterbury zu ernennen. Bischof Graham Usher von Norwich und Bischof Guli Francis-Dehqani von Chelmsford gelten als Favoriten für die Nachfolge von Welby und die 106. Amtszeit des Erzbischofs von Canterbury.