Heute ist der 7.06.2026 und wir werfen einen Blick auf die aktuellen Entwicklungen im Bereich der Girokontoführungsgebühren in Deutschland. Es scheint, als würde das Thema immer brisanter, denn eine neue Umfrage zeigt, dass mehr als ein Viertel der Bankkunden mindestens 100 Euro jährlich für die Führung eines Girokontos bezahlen. Eine Erhebung von Innofact im Auftrag von Verivox hat ergeben, dass 23 Prozent der Befragten, also ein beachtlicher Anteil, mit diesen Kosten leben müssen. Und das ist noch nicht alles – 5 Prozent zahlen sogar über 200 Euro jährlich! Das sind ganz schön hohe Summen für etwas, das man vielleicht als selbstverständlich betrachtet.

Die Umfrage fand Ende April 2026 statt und befragte 1.003 Personen im Alter von 18 bis 79 Jahren. Die Ergebnisse sind repräsentativ hinsichtlich Alter, Geschlecht und Bundeslandzugehörigkeit. Besonders auffällig ist, dass Kunden der Sparkassen überdurchschnittlich häufig mehr als 100 Euro für ihre Kontoführung zahlen – satte 34 Prozent. Bei den Genossenschaftsbanken, wie den Volks- und Raiffeisenbanken, liegt dieser Wert bei fast 26 Prozent. Im Gegensatz dazu hat knapp ein Fünftel (18 Prozent) der Befragten ein komplett kostenfreies Konto.

Direktbanken vs. Filialbanken

Ein interessanter Aspekt ist die Tatsache, dass viele Direktbanken und Smartphone-Banken kostenfreie Girokonten anbieten. Doch, ganz ehrlich, oft gibt es dafür Bedingungen, wie einen monatlichen Mindesteingang. Zudem haben diese Banken keine Filialen für persönliche Beratung – das ist ein klarer Nachteil, vor allem für all jene, die gerne einen direkten Ansprechpartner haben. Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH, hebt hervor, dass die Kundennähe der Sparkassen einen echten Mehrwert bietet und dass die Kontogebühren sozusagen legitim in die Kosten eingepreist sind. Eine interessante Sichtweise, die man nicht ignorieren kann!

Der Alltag ohne Girokonto ist fast unvorstellbar. Es ist das Rückgrat für Gehalt, Miete, Versicherungen und Online-Einkäufe. Im Schnitt zahlen deutsche Verbraucher zwischen 60 und 150 Euro pro Jahr für ihre Kontoführung. Und dabei haben viele Banken in den letzten Jahren die Gebühren erhöht – oft ohne klare Information. Ein Urteil des Bundesgerichtshofs vom 27. April 2021 hat klar gestellt, dass stillschweigende Zustimmung zu Gebührenerhöhungen nicht mehr gilt. Millionen von Verbrauchern könnten also Anspruch auf Rückerstattung unrechtmäßig erhobener Gebühren haben, die seit dem 1. Januar 2018 gezahlt wurden. Wer hätte das gedacht?

Verschiedene Gebührenmodelle

Wenn man sich die Gebührenmodelle genauer ansieht, wird schnell klar, dass es viele Variationen gibt. Da gibt es das Pauschalmodell mit einem festen monatlichen Preis, das Einzelpreismodell mit niedrigeren Grundgebühren, aber höheren Kosten pro Buchung oder die „Kostenlos mit Bedingungen“-Modelle. Und dann sind da noch die Premiumkonten, die mit Extras wie Kreditkarten werben und oft zwischen 10 und 30 Euro kosten. Die Zahl der bedingungslos kostenlosen Girokonten ist übrigens gesunken – 2015 gab es noch über 60 Banken, die solche Konten anboten, heute sind es nur noch wenige. Das ist schon irgendwie erschreckend, wenn man bedenkt, wie wichtig ein kostenloses Konto für viele Menschen ist.

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Zusätzlich ist es wichtig zu wissen, dass Gebühren für Basiskonten angemessen sein müssen. So hat der BGH am 30. Juni 2020 entschieden, dass jeder mit rechtmäßigem Aufenthalt in der EU nach dem 18. Juni 2016 Anspruch auf ein Basiskonto hat. Aber auch hier gibt es versteckte Kosten, die schnell übersehen werden können – sei es für Buchungsposten, beleghafte Überweisungen oder die Ersatzkarte. Und auch die Kontoauszüge per Post können schnell ins Geld gehen.

Wenn man also über die Kontowahl nachdenkt, ist es ratsam, sich eine Checkliste zu machen: Wie viele Buchungen monatlich? Wie hoch ist der Bargeldbedarf? Benötige ich eine Filiale oder reicht mir eine Direktbank? Und nicht zu vergessen, die Gesamtkosten sollten immer im Blick sein. Bei den offiziellen Kontovergleichen auf der BaFin-Website oder bei unabhängigen Vergleichsportalen kann man sich einen guten Überblick verschaffen.