Heute ist der 28.04.2026 und wir werfen einen Blick auf aktuelle Forschungsergebnisse zum Thema Schlaf, die für die Gesundheit von älteren Menschen von Bedeutung sind. Eine Studie im Fachmagazin „Jama Network Open“ zeigt, dass häufige und lange Schlafpausen am Tag mit einem erhöhten Sterberisiko bei älteren Menschen verbunden sind. Diese Langzeitstudie, durchgeführt vom Gesundheitsverbund Mass General Brigham und dem Rush University Medical Center in den USA, begleitete 1.338 ältere Menschen über einen Zeitraum von bis zu 19 Jahren, wobei das Durchschnittsalter der Teilnehmer etwa 81 Jahre betrug. Die Probanden trugen Aktometer, um Bewegungen und Ruhephasen zu erfassen.
Interessanterweise legten die Teilnehmer im Durchschnitt 1,8 Schlafpausen pro Tag ein. Jede zusätzliche Stunde Schlaf am Tag erhöhte das Sterberisiko um etwa 13 Prozent, während jedes weitere Nickerchen das Risiko um rund 7 Prozent steigerte. Besonders alarmierend ist, dass Personen, die bereits morgens schliefen, ein um 30 Prozent höheres Sterberisiko im Vergleich zu denen hatten, die nur mittags ruhten. Diese Studie zeigt zwar einen Zusammenhang, beweist jedoch keine eindeutige Ursache-Wirkung-Beziehung. Häufiger oder früher Schlaf kann auf verschiedene Erkrankungen hinweisen, wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, neurodegenerative Erkrankungen, Diabetes, chronische Schmerzen oder Atemwegserkrankungen. Daher wird eine frühe Erkennung von Veränderungen im Schlafverhalten als wichtig erachtet, um schneller Diagnosen stellen zu können. Moderne Fitnessarmbänder oder Smartwatches könnten hier helfen, Schlafmuster sichtbar zu machen und Risiken frühzeitig zu erkennen. Gelegentliche Nickerchen sind unbedenklich, jedoch sollten häufige oder morgendliche Schlafpausen genauer betrachtet werden. Weitere Informationen zu dieser Studie finden Sie hier.
Die Rolle des Schlafs im Gesundheitskontext
Zusätzlich zu den Ergebnissen aus der USA zeigt eine weitere Studie von Prof. Shengfeng Wang vom Peking University Health Science Center, dass Schlafdauer, -qualität und -gewohnheiten entscheidend für die Gesundheit sind. Diese Studie analysierte Schlafdaten von 88.461 Erwachsenen aus der UK Biobank und stellte fest, dass viele Menschen falsche Vorstellungen über ihren Schlaf haben. Es gibt 172 Erkrankungen, die mit Schlaf in Zusammenhang stehen, darunter Depressionen, Herz-Kreislauf-Leiden und Knochenbrüche. Besonders riskant sind Schlafdauern unter sechs Stunden und unregelmäßige Schlafrhythmen.
Die Analyse zeigt, dass bei 92 Diagnosen das Erkrankungsrisiko zu mindestens 20 Prozent mit dem Schlafschema verbunden war. Menschen mit instabilem Tag-Nacht-Rhythmus haben ein erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes, Nierenversagen, COPD, Depressionen und Adipositas. Es wurde auch festgestellt, dass Personen, die regelmäßig nach 00:30 Uhr einschlafen, ein 2,6-mal höheres Risiko für Leberzirrhose aufweisen. Ein erhöhtes Risiko für zahlreiche Erkrankungen wurde zudem bei Personen festgestellt, die weniger als sechs Stunden pro Nacht schlafen. Schlafmangel kann Entzündungen, Stoffwechselprobleme und ein geschwächtes Immunsystem begünstigen. Die Studie empfiehlt, Schlafhygiene stärker in die Krankheitsprävention einzubeziehen, einschließlich Schlafrhythmus und -qualität. Weitere Informationen finden Sie hier.
Der Schlafbedarf bei Kindern und Jugendlichen
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Schlafbedarf bei Kindern und Jugendlichen. Laut der KiGGS Welle 2 (2014–2017) erreichen 81 % der Kinder und Jugendlichen die altersspezifisch empfohlene Schlafdauer. Im Jugendalter sinkt dieser Anteil jedoch erheblich. Ausreichend Schlaf ist besonders wichtig für die gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, und ein Zusammenhang zwischen Schlafmangel und einem erhöhten Adipositasrisiko ist klar erkennbar. Mögliche Erklärungsmechanismen für den Zusammenhang zwischen Schlafmangel und Adipositas umfassen hormonelle und metabolische Auswirkungen, verminderte körperliche Aktivität sowie längere Wachzeiten, die zu einer höheren Nahrungsaufnahme führen.
Die durchschnittliche Schlafdauer variiert stark mit dem Alter, von 13,9 Stunden bei unter 1-Jährigen bis hin zu 8,0 Stunden bei 13- bis 17-Jährigen. Allerdings erreichen nur 60 % der 13- bis 17-Jährigen die Schlafempfehlungen, was deutlich niedriger ist als in jüngeren Altersgruppen. Die Empfehlungen zur Schlafdauer der American Academy of Sleep Medicine (AASM) variieren von 12 bis 16 Stunden pro Tag für Säuglinge bis hin zu 8 bis 10 Stunden für Jugendliche. Weitere Informationen zu diesem Thema sind hier zu finden.