Bichl / Eschenlohe – Auf frischer Tat ertappt! Am Montagmorgen, dem 4. November, gelang der Bundespolizei ein spektakulärer Fang! Ein 62-jähriger Ukrainer wird beschuldigt, eine Gruppe von Migranten mit einem nicht zugelassenen Fahrzeug illegal nach Deutschland geschleust zu haben. Dank des aufmerksamen Zuschlages eines Passanten an der A95 in Eschenlohe konnte die Murnauer Grenzpolizei den mutmaßlichen Schleuser festnehmen und die zurückgelassene Gruppe vor dem Schlimmsten bewahren.

Der aufmerksame Zeuge bemerkte, wie mehrere Personen aus einem Wagen mit spanischem Kennzeichen ausstiegen und orientierungslos herumirrten. Alarmiert informierte er sofort die Polizei und gab Hinweise auf die Richtung des Fahrzeugs, aus dem die Männer und Frauen herausgelassen wurden. Die Zivilpolizisten reagierten schnell und hielten das Fahrzeug an – der Fahrer, ein Ukrainer mit spanischer Aufenthaltserlaubnis, konnte nicht entkommen. Es stellte sich heraus, dass er eine Marokkanerin, zwei Palästinenserinnen und zwei Palästinenser, allesamt ohne Ausweispapiere, zurückgelassen hatte.

Ein Geflecht aus illegaler Migration

Die Migranten berichteten, dass ihre aufregende und riskante Reise von Kroatien nach Deutschland nur der letzte Akt einer mehrwöchigen Schleusertour war, die in der Türkei begann. Ganze 25.000 Euro mussten sie für ihre Fahrt aufbringen, um dem Traum von einem besseren Leben näherzukommen. Während die vier Palästinenser nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen in eine Aufnahmestelle für Flüchtlinge gebracht wurden, kam die Marokkanerin in Untersuchungshaft – sie soll umgehend in ihr Heimatland zurückgeführt werden.

Der Ukrainer wird sich nun nicht nur wegen Einschleusens von Ausländern verantworten müssen. Er muss auch für einen Verstoß gegen das Pflichtversicherungsgesetz geradestehen, denn das in Spanien angemeldete Fahrzeug war wegen fehlenden Versicherungsschutzes abgemeldet. Obendrein wurde ein nicht zugelassenes Reizstoffsprühgerät im Auto sichergestellt, was ihm auch eine Anzeige wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz einbrachte. Am Dienstagnachmittag wurde der Schleuser schließlich dem Münchner Amtsgericht vorgeführt – die Untersuchungshaft wurde verhängt und er landet in der Justizvollzugsanstalt München-Stadelheim.