Nach dem Grand Prix von Katar, der von Max Verstappen von Red Bull gewonnen wurde, kam es zu massiven Hasskommentaren und Morddrohungen gegen den 19-jährigen Kimi Antonelli. Der Vorfall wurde durch einen Überholmanöver von Lando Norris (McLaren) ausgelöst, der Antonelli spät im Rennen überholte. Red Bull-Berater Helmut Marko äußerte, dass Norris „vorbeigewunken“ worden sei, was von Mercedes-Teamchef Toto Wolff als „absoluten Blödsinn“ zurückgewiesen wurde. Wolff betonte, dass Antonelli durchaus noch Chancen auf einen besseren Platz gehabt hätte und bezeichnete die Angriffe auf den jungen Fahrer als inakzeptabel.
Die Situation eskalierte, als Antonio nach dem Rennen in den sozialen Medien erheblich angefeindet wurde. Laut Informationen von vol.at wurden über 1100 Kommentare, die als schwerwiegend oder verdächtig eingestuft wurden, auf Antonellis Social-Media-Konten markiert, darunter auch Morddrohungen. Diese Angriffe führten dazu, dass Mercedes plante, die Angelegenheit dem Internationalen Automobilverband (FIA) im Rahmen der Kampagne „Vereint gegen Online-Missbrauch“ zu übergeben.
Red Bull und die Reaktion auf die Vorwürfe
Nach den heftigen Reaktionen gab Red Bull zu, dass Markos Kommentare inkorrekt waren und äußerte Bedauern über die Angriffe gegen Antonelli. Marko entschuldigte sich und stellte klar, dass Antonelli Norris nicht absichtlich vorbeigelassen habe. Diese Klarstellung kam jedoch erst nach einer Welle der Hetze gegen Antonelli, die durch die anfänglichen Aussagen von Red Bull geschürt wurden. Auch der Renningenieur von Max Verstappen hatte via Boxenfunk in ähnlicher Weise kommentiert, was die Vorwürfe zusätzlich verstärkte, so berichtet 20min.ch.
Die Vorfälle in Katar sind nicht die ersten Fälle von online Missbrauch im Motorsport. Ein Bericht von Professor David Hassan, der in Motorsport Week veröffentlicht wurde, hebt hervor, dass immer mehr Fahrer, darunter Yuki Tsunoda und Franco Colapinto, ebenfalls Ziel von online Hasskommentaren wurden. Die FIA hat deshalb ihre Kampagne zur Bekämpfung von Online-Missbrauch verstärkt und zeigt sich entschlossen, eine respektvolle Sportkultur zu fördern.
Blick nach vorne
Der Vorfall hat auch Auswirkungen auf die Teamwertung in der Formel 1, da Mercedes vor dem letzten Saisonrennen in Abu Dhabi mit 33 Punkten Vorsprung auf Red Bull führt. Lando Norris hat sich durch die umstrittenen Überholmanöver zwei wertvolle Punkte gesichert und führt nun mit 12 Zählern auf Verstappen, während Oscar Piastri 16 Punkte zurückliegt. Der gesamte Vorfall und die anschließenden Angriffe auf Antonelli unterstreichen die dringende Notwendigkeit, ein respektvolles und sicheres Umfeld im Motorsport zu schaffen, sowohl auf der Strecke als auch in den sozialen Medien.