Waltzing in the Clouds: Ein Neujahrskonzert mit Herz und Tradition in Baden
Am 28. September 2026 feierte Baden ein ganz besonderes Ereignis: Das Neujahrskonzert anlässlich Rosch HaSchana, dem jüdischen Neujahrsfest. Organisiert vom Zentrum für Interkulturelle Begegnung (ZIB), war die Veranstaltung ein echter Publikumsmagnet und bot einen tiefen Einblick in die jüdisch geprägte Wiener Musiktradition der 1920er-Jahre. Mit dem Titel „Waltzing in the Clouds“ begeisterte das Konzert die Zuhörer und ließ sie in die Klänge einer vergangenen Epoche eintauchen.
Die Künstler, die auf der Bühne standen – Ethel Merhaut als fesselnde Sängerin, begleitet von den talentierten Musikern Aliosha Biz, Belush Korenyi und Clemens Gigacher – schafften es, das Publikum mit ihren Darbietungen zu fesseln. Unter den Anwesenden waren auch Vizepräsidentin Claudia Prutscher sowie die Gemeinderätinnen Eileen-Emilia Neugebauer und Eva Freistetter, die sich sichtlich über die gelungene Veranstaltung freuten. Ein echtes Fest für die Sinne, das die Traditionen lebendig hielt!
Ein Fest mit tiefem Sinn
Rosch HaSchana, das jüdische Neujahrsfest, markiert den Beginn einer zehn Tage dauernden Bußzeit, die bis zum Jom Kippur andauert. Diese Zeit, auch „Tage der Ehrfurcht“ genannt, lädt zur Selbstreflexion und Neuausrichtung im Leben ein. Ein Brauch, der dabei eine besondere Rolle spielt, ist das Taschlich. Am Nachmittag des ersten Tages werfen Gläubige symbolisch alte Lasten und Sünden ins Wasser, indem sie kleine Gegenstände, wie Brotkrumen, aus ihren Taschen leeren. Dieser Akt erinnert an die Worte des Propheten Micha: „Und in die Tiefen des Meeres wirst du all ihre Sünden werfen.“ (Micha 7,19). Es ist ein bewegender Moment, der auch psychologisch wirkt – eine Art seelische Selbstfürsorge.
Das Neujahrsfest, das in diesem Jahr vom 11. bis 13. September stattgefunden hat, symbolisiert die Erschaffung der Welt durch Gott. Eine der wichtigsten Traditionen ist das Blasen des Schofars, eines Widderhorns, das zum Nachdenken anregt und die Gläubigen zur Besinnung einlädt. Auch die Festmahl-Zeremonien sind prägend und beinhalten traditionelle Speisen wie Granatapfel, Honigäpfel und Challa – alles kulinarische Genüsse, die mit symbolischer Bedeutung aufwarten.
Der Übergang zu Jom Kippur
Nach Rosch HaSchana folgt Jom Kippur, der am 21./22. September gefeiert wird und der höchste jüdische Feiertag ist. An diesem strengen Fastentag beten Gläubige in den Synagogen, viele nehmen am Selichot-Gebet in Jerusalem teil. Es ist eine Zeit der Versöhnung, nicht nur mit Gott, sondern auch mit den Mitmenschen. Der Übergang von Rosch HaSchana zu Jom Kippur ist mehr als nur ein Kalenderwechsel; es ist ein tiefgreifender Prozess der inneren Reinigung und der Rückbesinnung auf das Wesentliche im Leben.
Gerade in einer Zeit, in der so vieles hektisch und flüchtig erscheint, bietet Rosch HaSchana mit seinen Bräuchen und Traditionen eine Gelegenheit, innezuhalten, nachzudenken und neue Kraft zu schöpfen. In Baden wurde dieser Gedanke auf wunderbare Weise in Musik gefasst und lebendig gehalten, was das Neujahrskonzert zu einem unvergesslichen Erlebnis machte.
