Heute ist der 20.05.2026 und in Klagenfurt summt es – nicht nur in der Luft, sondern auch im Garten des Elisabethinen-Krankenhauses. Dort leben acht Bienenvölker, die in einem naturnah gestalteten Umfeld optimale Bedingungen vorfinden. Zwischen Obstbäumen, Sträuchern und bunten Blühflächen fühlen sich die kleinen Arbeiterinnen wohl. Bienenwirtschaftsmeisterin Michaela Kohlbacher-Schneider beschreibt das Gelände als ein „reich gedecktes Buffet“ für ihre Schützlinge. Das klingt doch verlockend, oder?
Diese Bienen haben einen Flugradius von bis zu drei Kilometern. Das bedeutet, dass sie das Nahrungsangebot in der Umgebung ausgiebig nutzen können. Die Honigproduktion ist dabei jedoch stark von Faktoren wie Wetter und Blütenangebot abhängig. In Klagenfurt sind Trachtlücken – also Zeiten mit geringerem Nahrungsangebot – zum Glück selten, was den Bienen entgegenkommt. Typische Honigsorten in der Region sind Wald- und Blatthonig. Auch wenn Blütenhonig oft selbst verbraucht wird, gibt es immer genug zu ernten.
Nachhaltigkeit und Biodiversität
Die Bienenvölker im Elisabethinen-Krankenhaus werden nachhaltig und verantwortungsvoll betreut. Besonders herausfordernd ist die Bekämpfung von Schädlingen wie der Varroa-Milbe, die in der Imkerei große Probleme verursachen kann. Hier kommen nachhaltige Methoden zum Einsatz, die nicht nur den Bienen, sondern auch dem gesamten Ökosystem zugutekommen. Gesunde Bienenvölker spielen eine zentrale Rolle für die Bestäubung und die Honigproduktion – ohne sie könnte das gesamte Ökosystem ins Wanken geraten.
Das Bienenprojekt ist Teil des „Green Hospital“-Konzepts, das von der Kaufmännischen Direktorin Mag. Dr. Elke Haber, MBA, begleitet wird. Das Krankenhaus möchte Nachhaltigkeit im Alltag sichtbar machen. Bereits seit 2019 ist es als „Ich bin ein Bienenschutzgarten“ ausgezeichnet. Diese Auszeichnung unterstreicht die Bedeutung privater Gärten und städtischer Flächen für Bienen und andere Bestäuber. Der bewusste Umgang mit Pflanzenschutzmitteln ist dabei ein entscheidender Aspekt, denn viele Substanzen können den Bienen schaden.
Ökologische Imkerei und ihre Bedeutung
Die Bedeutung einer nachhaltigen Bienenhaltung kann nicht genug betont werden. Imker tragen zur Bestäubung und damit zur Stabilität unserer Ökosysteme bei. In Deutschland unterliegt die ökologische Bienenhaltung strengen Richtlinien, die die Gesundheit der Bienen unterstützen sollen. Der Trend geht klar in Richtung biologischer Honig – und damit einher gehen sowohl Herausforderungen als auch Chancen für Imker.
Die Prinzipien ökologischen Imkerns setzen auf natürliche Materialien für Bienenkisten und einen wesensgemäßen Umgang mit den Bienen. Das bedeutet, dass die instinktiven Bedürfnisse der Bienen im Vordergrund stehen. Der Verzicht auf chemisch-synthetische Stoffe bei der Bekämpfung von Krankheiten ist ebenso wichtig wie die sorgfältige Auswahl der Standorte nach ökologischen Kriterien. In Zeiten von Bienensterben und anderen Herausforderungen ist es essentiell, die Biodiversität zu fördern und die Gesundheit der Bienenvölker zu sichern.
Ein weiterer Punkt, der nicht vergessen werden darf: Die Honigernte muss behutsam erfolgen, um die Integrität der Völker zu wahren. All diese Maßnahmen – sei es durch Schulungen für Imker oder die Förderung des Biolandbaus – sind entscheidend für eine nachhaltige Zukunft. Bildung im Bereich der ökologischen Imkerei ist notwendig, um die Praktiken weiter zu verbessern und die Bestände zu schützen.
Und während im Elisabethinen-Krankenhaus die Bienen fleißig ihren Beitrag leisten, wird klar: Bienen sind nicht nur für die Honigproduktion wichtig, sondern auch für das Gleichgewicht und die Gesundheit unserer Umwelt. Ein kleiner Schritt für die Bienen, ein großer Schritt für uns alle.