Am 30. September 2026 fand in Braunau-Laab ein lebhaftes Siedlungsfest der Volkshilfe statt, das nicht nur ein Ort des fröhlichen Beisammenseins war, sondern auch der Präsentation wichtiger gesellschaftlicher Werte diente. Integrationslandesrat Christian Dörfel war vor Ort, um den Gästen die „OÖ Hausordnung“ vorzustellen, die nun landesweit ausgerollt wird. Braunau-Laab, ein Ortsteil mit einem hohen Ausländeranteil, bot den Rahmen für einen Austausch zwischen Familien mit Migrationshintergrund, die sich in entspannter Atmosphäre kennenlernen konnten.

Das Fest war ein Fest für die Sinne – mit Kinderschminken, Tischtennis und Basketball, die die kleinen Besucher begeisterten. Die Erwachsenen hatten die Möglichkeit, mehr über die „OÖ Hausordnung on Tour“ zu erfahren, die 13 Regeln umfasst, die das Zusammenleben in Oberösterreich regeln sollen. Dörfel betonte, wie wichtig es sei, dass diese Werte im Alltag ankommen und von den Menschen gelebt werden. Denn am Ende geht es darum, ein respektvolles Miteinander zu fördern und das Verständnis füreinander zu stärken.

Ein gemeinsames Ziel

Der Hintergrund dieser Initiative ist ebenso spannend wie wichtig. Landeshauptmann Thomas Stelzer gab Dörfel den Auftrag, eine Hausordnung für Oberösterreich zu entwickeln. Dabei wurde der Soziologe Kenan Güngör vom Institut „think.difference“ zurate gezogen. Dialoge mit Experten und der Bevölkerung flossen in den Prozess ein. Das Integrationsleitbild des Landes Oberösterreich und der Nationale Aktionsplan Integration bildeten die Grundlage für die Hausordnung, die in den letzten Monaten entstanden ist.

Die Herausforderungen durch Zuwanderung und unterschiedliche Wertvorstellungen sind zwar groß, aber sie bieten auch Chancen für einen gesellschaftlichen Wandel. Immer mehr wird klar, dass die Integration vor Ort in den Kommunen stattfindet. Die Idee, Vielfalt als Normalität zu akzeptieren, wird immer relevanter – besonders in Schulen und Kindergärten, wo homogene Verhältnisse schon lange der Vergangenheit angehören. Städte profitieren historisch von Zuwanderung, und die Notwendigkeit, die Potenziale von einheimischen und zugewanderten Menschen zu nutzen, wird immer deutlicher.

Ein Schritt in die richtige Richtung

Die Wichtigkeit einer aktiven Gestaltung der Integration kann nicht genug betont werden. Positive Erfahrungen in Sport und Kultur zeigen bereits, wie vielschichtig und bereichernd Vielfalt sein kann. Doch auch in der Arbeitswelt und im Bildungswesen ist Handlungsbedarf: Gleichstellungs- und Antidiskriminierungspolitiken sind notwendig, um einen neuen Umgang mit Vielfalt zu etablieren. Die kommunale Integrationsarbeit ist ein Querschnittsthema, das viele Politikfelder berührt – und das sollte nicht unterschätzt werden.

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Das Siedlungsfest in Braunau-Laab war somit nicht nur ein fröhliches Beisammensein, sondern auch ein wichtiger Schritt, um eine Willkommenskultur zu schaffen und Bildungschancen für Kinder mit Migrationshintergrund zu fördern. Die „OÖ Hausordnung“ könnte sich als ein Schlüssel zu einem respektvollen und harmonischen Zusammenleben in Oberösterreich erweisen. Die Hoffnung bleibt, dass diese Werte auch in den Herzen der Menschen ankommen – denn Integration beginnt bekanntlich vor Ort.