Am 11. Juni 2025 hat der Europäische Rechnungshof einen Bericht veröffentlicht, der erhebliche Mängel in der Verwendung von EU-Geldern zur Waldbrandbekämpfung aufdeckt. Die EU-Abgeordnete Elisabeth Dieringer kritisierte in diesem Kontext die Kommission scharf und wies auf die fehlende Planung und Effektivität der getroffenen Maßnahmen hin. Zudem wird aufgezeigt, dass die bereitgestellten Gelder nicht gezielt dort eingesetzt werden, wo das Risiko am höchsten ist. Konkrete Beispiele zeigen, dass die Mittel in Spanien pauschal auf alle Provinzen verteilt wurden, ohne die Gefährdungslage zu berücksichtigen, und dass in Griechenland die Risikobewertung auf einer veralteten Karte aus dem Jahr 1978 basiert.
In Portugal erhielten überflutete Gebiete als waldbrandgefährdet eingestufte EU-Mittel. Der Rechnungshof bemängelt in diesem Zusammenhang auch das Fehlen einheitlicher Indikatoren sowie eine unzureichende Nachverfolgung der Projekte. Dieringer betont die Wichtigkeit von Prävention und fordert die effektive Verwendung von Fördermitteln, insbesondere in Gebieten mit steigender Waldbrandgefahr – ein Risiko, dessen auch Österreich nicht entkommen kann, obwohl es nicht Teil der geprüften Staaten war.
Waldbrände – Eine wachsende Bedrohung
Wälder spielen eine entscheidende Rolle für die Biodiversität, das Klima und die Wasserregulierung. Der Klimawandel führt zusammen mit anderen Faktoren wie Dürren und suboptimalen Brandschutzstrategien zu einem Anstieg der Waldbrandgefahr, die in den letzten Jahren schwerwiegende Folgen für Mensch und Natur hatte. Um dieser Herausforderung zu begegnen, hat die EU-Kommission neue Leitlinien zur Waldbrandprävention erarbeitet, die auf eine umfassende Bewirtschaftung und den Schutz der Wälder abzielen. Die EU-Waldstrategie, die im Rahmen des Europäischen Grünen Deals 2021 angekündigt wurde, setzt sich zum Ziel, Aufforstung und Erhaltung der Wälder in Europa zu fördern und eine nachhaltige Entwicklung sicherzustellen.
Die EU-Biodiversitätsstrategie für 2030 ist ein weiterer Schritt, um die EU und ihre Mitgliedstaaten für die Prävention und Bekämpfung von Waldbränden zu rüsten. Laut der EU-Kommission ist eine bessere Bewirtschaftung und Flächennutzungsplanung entscheidend, um die Gefahr von Waldbränden zu reduzieren. Dies steht im Einklang mit den Herausforderungen, die in der neuen Waldstrategie formuliert wurden, die am 16. Juli 2023 präsentiert wurde und darauf abzielt, ein nachhaltiges und klimaneutrales Wirtschaftssystem bis 2050 zu erreichen.
EU-Waldstrategie bis 2030
Die übergeordnete Zielsetzung der neuen EU-Waldstrategie besteht darin, Herausforderungen für Wälder und den forstbasierten Sektor gezielt zu begegnen. Zu den Schwerpunkten dieser Strategie gehören die Unterstützung nachhaltiger Holznutzung sowie die Förderung von Aufforstungen. Perspektivisch sollen bis 2030 mindestens drei Milliarden Bäume in der EU gepflanzt werden. Darüber hinaus wird die Entwicklung zusätzlicher Kriterien für nachhaltige Waldbewirtschaftung angestrebt, um diese in Zusammenarbeit mit Mitgliedstaaten und Stakeholdern zu implementieren.
Die neue Waldstrategie könnte jedoch auch Herausforderungen für die Vielfältigkeit in der Waldbewirtschaftung mit sich bringen, indem sie Einschränkungen bei der Holzernte und großflächige Außernutzungstellungen plant. Sidekletteranlagen, die den Wald als Kohlenstoffsenke erweitern, sollen ebenfalls verfolgt werden. Österreich gilt hierbei als Vorreiter in nachhaltiger multifunktionaler Waldbewirtschaftung, mit fast 50 % der Fläche des Landes bewaldet.
Die EU-Kommission hat keine eigenständige Forstpolitik; diese fällt in die Zuständigkeit der Mitgliedstaaten. Dennoch ist die koordinierte Behandlung forstrelevanter Aspekte auf EU-Ebene unerlässlich, um tragfähige Lösungen in der Forstwirtschaft zu entwickeln. Dabei bleibt es entscheidend, dass die Bevölkerung Aufklärung über Waldbrandgefahren erhält, um künftige Schäden zu minimieren.