Im Herzen von Wels, wo die Tradition der Pferde tief verwurzelt ist, hat am Mittwoch ein stattliches Kunstwerk Einzug gehalten: Die beeindruckende Bronzeplastik „Bukephalos“ wurde feierlich im Volksgarten aufgestellt. Mit ihren fünf Metern Länge, einer Höhe von neun Metern und einem Gewicht von unglaublichen 16 Tonnen zählt diese Skulptur zu den größten zeitgenössischen Skulpturenprojekten Österreichs der letzten Jahre. Der Künstler Andjé Pietrzyk hat mit diesem Werk etwas geschaffen, das nicht nur die Augen erfreut, sondern auch eine tiefere Symbolik trägt.
„Bukephalos“ ist nach dem legendären Streitross Alexanders des Großen benannt und soll den Volksgarten nicht nur aufwerten, sondern auch die Vorfreude auf die bevorstehende Landesgartenschau 2027 steigern. Diese Skulptur ist eine Leihgabe, die für zwei Jahre hier verweilen wird, und es wurde Stillschweigen über den Kaufpreis vereinbart – eine spannende Machenschaft, die die Neugierde erweckt!
Kunst und Geschichte vereint
Die Statue hat bereits beeindruckende Stationen hinter sich: Sie war unter anderem vor der Wiener Hofburg und in Salzburg zu sehen und wurde ursprünglich in Dubai in Auftrag gegeben. Bürgermeister Andreas Rabl (FPÖ) sieht in dieser Aufstellung einen Schritt, um die historische Verbindung der Stadt zum Pferd zu betonen. Schließlich reicht diese Tradition bis in die Römerzeit zurück, als in Ovilava eine bronzene Pferdedarstellung gefunden wurde.
Die Stadt Wels ist nicht nur für ihre Pferdeeisenbahn und die Trabrennbahn bekannt, sondern hat auch mit der bevorstehenden Messe „Pferd Wels“ einen weiteren Anlass geschaffen, die Skulptur gebührend zu präsentieren. Und das ist kein Zufall! Der Volksgarten wird nicht nur durch „Bukephalos“ aufgewertet, sondern auch durch die laufenden Bauarbeiten, die neue Wege, Spielgeräte und Sitzmöglichkeiten schaffen.
Symbolik und Bedeutung
Darüber hinaus beschreibt Pietrzyk sein Werk als eine Verbindung von Natur und Kultur, Technik und Schönheit. Das Pferd symbolisiert Kraft, Freiheit und Mobilität und steht damit auch für die Überwindung von Vorurteilen. Diese Aspekte sind besonders wichtig in einer Zeit, in der wir oft in Schubladen denken und vergessen, dass es mehr als nur das Offensichtliche gibt. „Bukephalos“ lädt die Betrachter ein, sich mit dieser Symbolik auseinanderzusetzen und darüber nachzudenken, was das Pferd für uns – als Menschen und als Gesellschaft – bedeutet.
Ein Blick in die Geschichte der Pferdarstellungen
Pferde sind nicht nur in der heutigen Kunst präsent. Schon vor 30.000 Jahren, in der Chauvet-Pont-d’Arc Höhle, wurden sie dargestellt. Diese urzeitlichen Darstellungen sind die ältesten bekannten und zeigen, dass das Pferd in der menschlichen Geschichte immer eine zentrale Rolle gespielt hat. Von den Fresken in Tarquinia, die den Mord von Achill an Troilos zeigen, bis hin zu berühmten Gemälden von Künstlern wie Albrecht Dürer oder Diego Velázquez, die Pferde in den unterschiedlichsten Kontexten darstellten – die Faszination für diese Tiere zieht sich durch die Jahrhunderte.
„Bukephalos“ ist somit nicht nur ein Kunstwerk, sondern auch ein Teil dieser langen Tradition. Mit seiner Installation im Volksgarten wird er Teil der lebendigen Geschichte von Wels, und es bleibt spannend zu sehen, wie die Bürger ihn annehmen werden. Vielleicht wird er ja zum neuen Wahrzeichen der Stadt?