In den letzten Wochen gab es besorgniserregende Nachrichten aus dem Nordburgenland und der Oststeiermark. Greenpeace hat alarmierende Asbestfunde gemeldet, die die Anwohner und die zuständigen Behörden in Alarmbereitschaft versetzen. Bei Proben aus Winden, Breitenbrunn, Hartberg und Neudau wurde ein Asbestgehalt von mehrheitlich über 50 Prozent festgestellt. Besonders betroffen sind die Bahnhöfe der ÖBB in Winden und Breitenbrunn, wo der Schotter von den Bahnsteigen entfernt wird. Auch in Hartberg, in der Nähe zweier Geschäftslokale, und in Neudau, wo Streusplitt vom Hauptplatz betroffen ist, gibt es ernsthafte Bedenken.
Herwig Schuster, ein Umweltchemiker von Greenpeace, hat deutlich gemacht, dass die Asbestbelastung in der Oststeiermark eine ernsthafte Gefahr darstellt. Im Gegensatz dazu wurden in den steirischen Steinbrüchen Preg und Lobming nur geringe Asbestanteile von unter 0,1 Prozent festgestellt, was unter dem Grenzwert für gefährlichen Abfall liegt. Dennoch fordert Greenpeace eine großflächige Überprüfung dieser Steinbrüche und die Veröffentlichung der Ergebnisse. Ein Aktionsplan gegen die Asbestgefahren wird von den Landesregierungen Burgenland und Steiermark dringend gefordert. Der erste Schritt? Die Entfernung des asbesthaltigen Gesteinsmaterials aus sensiblen Zonen! [Quelle]
Luftmessungen und erhöhte Werte
Die Situation wird noch alarmierender, wenn man die neuesten Luftmessungen betrachtet. Diese zeigen eine erhöhte Asbestfaserbelastung an den meisten überprüften Standorten im Burgenland. Und das, obwohl die Witterung feucht war – was normalerweise die Asbestwerte senken sollte. Einige Messwerte überschreiten den Zielwert für Asbest-Sanierung in Innenräumen, der bei 500 Fasern pro Kubikmeter liegt. Außerdem plant das Burgenland, das Doppelte als Richtwert für die Außenluft zu tolerieren. Das öffnet Türen für potenzielle Gesundheitsrisiken. Ein kleiner Tipp für alle: Das Öffnen von Fenstern in der Nähe belasteter Stellen kann die Asbestwerte in Innenräumen erheblich erhöhen. Greenpeace fordert daher die Burgenländische Landesregierung auf, sofortige Maßnahmen zur Entfernung von Asbestmaterial zu ergreifen.
Stefan Stadler, ein Experte von Greenpeace, warnt, dass bei trockenen Bedingungen in der wärmeren Jahreszeit noch höhere Asbestwerte zu erwarten sind. Es wurden Proben an 22 verschiedenen Stellen in Ostösterreich entnommen, wobei viele Proben über 50% Asbestanteil aufwiesen. Bauabfälle, die mehr als 0,1% Asbestanteil haben, gelten als gefährlicher Abfall und müssen unter strengen Sicherheitsauflagen entsorgt werden. Greenpeace hat sogar eine Übersichtskarte mit Asbestfunden in Österreich veröffentlicht, damit sich jeder einen Überblick verschaffen kann. [Quelle]
Die Gefahren von Asbest
Asbest ist ein Thema, das auch heute noch viele betrifft, denn es ist weiterhin in der Umwelt und in Wohnungen präsent. Vor dem Verbot wurde Asbest in langlebigen Bauprodukten verwendet. Es gibt zwei Hauptkategorien: schwach und fest gebundene Asbestprodukte. Besonders problematisch ist schwach gebundener Asbest, der oft über 60% Asbestanteil hat. Dieser kann durch Erschütterung und Alterung leicht Fasern freisetzen. Produkte wie Spritzasbest sind hier besonders gefährlich. Auch in älteren Bauweisen, etwa bei Nachtspeicheröfen oder Bodenbelägen aus den 1960er Jahren, kann Asbest verborgen sein.
Fest gebundener Asbest, wie er in Asbestzementprodukten vorkommt, hat zwar einen geringeren Anteil von 10-15%, doch auch hier ist Vorsicht geboten. Bei der normalen Nutzung stellt dies kein Gesundheitsrisiko dar, solange die Produkte intakt sind. Kritisch wird es erst, wenn man mit diesen Materialien arbeitet – etwa beim Bohren oder Sägen. Unsachgemäße Bearbeitung kann dazu führen, dass große Fasermengen freigesetzt werden. Viele Immobilienbesitzer sind sich oft nicht bewusst, dass sie mit asbesthaltigen Materialien konfrontiert sind. [Quelle]