In St. Margarethen laufen die letzten Vorbereitungen für ein ganz besonderes Ereignis – die Passionsspiele. Am 23. Mai feiert die Gemeinde die Premiere der neuinszenierten Produktion „Mirjam – Stark wie der Tod ist die Liebe“. Dieses Jahr ist nicht nur das Stück selbst bemerkenswert, sondern auch das 100-jährige Bestehen der Passionsspiele, die hier im Steinbruch seit 1961 eine eindrucksvolle Tradition darstellen. Ein Jubiläum, das es in sich hat!
Die Geschichte dieser Spiele begann im Jahr 1926 in der Scheune eines Bauernhofs. Jugendliche aus der Pfarre St. Margarethen führten unter Anleitung ihres Pfarrers die Passion Jesu auf. Ursprünglich als Impuls für die Jugendseelsorge gedacht, entwickelte sich dieses Projekt bald zu einer großartigen Bewegung, die das ganze Dorf erfasste. Mittlerweile sind die Passionsspiele zur größten Glaubensveranstaltung im Burgenland gewachsen und ziehen jährlich über 70.000 Zuschauer an. Ein echtes Highlight für die Region!
Ein neuer Blickwinkel auf die Passion
In diesem Jahr wird die Leidensgeschichte Christi erstmals aus der Perspektive von Maria Magdalena erzählt. Ein gewagter Perspektivenwechsel, der die Zuschauer dazu einlädt, die bekannte Geschichte neu zu erleben. „Mirjam – Stark wie der Tod ist die Liebe“ soll das religiöse Spiel für ein neues Publikum interessant machen. Rund 500 Mitwirkende haben hart an dieser Neuinszenierung gearbeitet, und fast 50 Probentage wurden absolviert. Die Titelrollen übernehmen Renée Gallo-Daniel und Iris Klemenschitz als Mirjam, während Jesus von Andreas Schalling und Rupert Kugler dargestellt wird. Regie führt Manfred Waba, der bereits vor 30 Jahren seine erste Oper im Steinbruch inszenierte.
Die Aufführungen finden vom 23. Mai bis zum 12. Juli jeweils an Samstagen, Sonn- und Feiertagen statt. Es wird ein erlebnisreicher Sommer im Steinbruch erwartet, und die Vorfreude ist spürbar. Der Text des Stückes stammt von Pfarrer Richard Geier, der auch als Spielleiter fungiert. Die musikalische Untermalung wird von Albin Rudisch gestaltet, der extra für diese Produktion neue Kompositionen geschaffen hat.
Ein Stück Geschichte
Die Passionsspiele sind nicht nur ein kulturelles Highlight, sie sind auch ein Teil der Identität von St. Margarethen. Die Entwicklung der Spiele zu einer festen Institution ist beeindruckend. Nach dem Umzug in den Römersteinbruch in den 60er Jahren wurde dieser Ort schnell zu einem Anziehungspunkt für ganz Ostösterreich. Künstler wie Karl Prantl haben die Entscheidung, die Aufführungen auf die Ruffinibühne zu verlegen, maßgeblich beeinflusst. Es ist eine Bühne, die nicht nur die Schauspieler fordert, sondern auch das Publikum in ihren Bann zieht.
In den kommenden Jahren wird die Geschichte der Passionsspiele in St. Margarethen weitergeschrieben. 2026, im Jahr des 100-jährigen Bestehens, wird die Passionsgeschichte erneut neu interpretiert. Der Fokus liegt dann auf der Perspektive von Mirjam, die 20 Jahre nach den Ereignissen vom Wirken Jesu erzählt. Diese kontinuierliche Entwicklung zeigt, wie lebendig und relevant die Passionsspiele auch heute noch sind.
Für die Zuschauer wird es spannend sein, den neuen Ansatz zu erleben und sich auf die emotionalen und spirituellen Herausforderungen einzulassen, die mit dieser Erzählweise einhergehen. Die Passionsspiele in St. Margarethen sind nicht nur ein Theaterereignis, sie sind ein Fest der Gemeinschaft und des Glaubens – ein Erlebnis, das man nicht verpassen sollte. Wer mehr erfahren möchte, kann sich auf der Webseite der Passionsspiele informieren und die Vorfreude teilen!
