In einer alarmierenden Entwicklung wurde ein Babykostglas des Herstellers Hipp im Burgenland positiv auf Rattengift getestet. Der Vorfall, der als mutmaßlicher Erpressungsversuch eingestuft wird, betrifft das Produkt „Karotten mit Kartoffeln 190 Gramm“. Der Rückruf aller Hipp-Babykostgläschen bei Spar Österreich wurde am Freitagabend veranlasst, nachdem ein manipuliertes Glas in Schützen am Gebirge (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) sichergestellt wurde. Der Inhalt dieses Gläschens wurde am Samstagnachmittag untersucht und zeigte bedenkliche Ergebnisse.
Zusätzlich zu den Ermittlungen in Österreich sind auch in Tschechien und der Slowakei verdächtige Gläser sichergestellt worden. Erste Laboruntersuchungen in diesen Ländern ergaben ebenfalls einen giftigen Zusatzstoff. Die Ermittlungen in Deutschland bezüglich möglicher verunreinigter Hipp-Gläser laufen ebenfalls, wobei derzeit kein Verdächtiger bekannt ist. Verbraucher werden sensibilisiert, da manipulierte Gläser an einem weißen Aufkleber mit rotem Kreis, einem geöffneten oder beschädigten Deckel und einem fehlenden Sicherheitsverschluss zu erkennen sind.
Wichtige Warnhinweise für Verbraucher
Die Gesundheitsbehörden, darunter das Gesundheitsministerium und die AGES, warnen eindringlich vor dem Verzehr der betroffenen Produkte und raten zu besonderer Vorsicht. Rattengifte wie Bromadiolon können die Blutgerinnung hemmen und zu schweren Blutungen führen. Symptome einer Vergiftung können sich erst nach 2 bis 5 Tagen nach der Aufnahme zeigen. Bei Anzeichen wie Blutungen oder extremer Schwäche sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.
Hipp hat zudem ein Elternservice eingerichtet, das auch am Wochenende erreichbar ist, um betroffenen Familien zu helfen und Informationen bereitzustellen. Der Rückruf wurde vorsorglich durchgeführt, um mögliche Risiken für Babys und Kleinkinder auszuschließen. Es bleibt jedoch unklar, wie viele Hipp-Gläser tatsächlich von diesem Rückruf betroffen sind. Spar Österreich hat alle Hipp-Produkte aufgrund des Verdachts der Manipulation aus dem Sortiment genommen und eingelagert.
Ermittlungen und Verbraucherinformationen
Die Landespolizeidirektion Burgenland nimmt Informationen unter der Telefonnummer +43-5913310-3333 entgegen, um die Ermittlungen zu unterstützen. Die Situation verdeutlicht die Wichtigkeit, bei Auffälligkeiten in Lebensmitteln besonders vorsichtig zu sein. Verbraucher sollten die betroffenen Produkte nicht öffnen und sie nicht an Babys oder Kleinkinder weitergeben.
Für weiterführende Informationen und aktuelle Meldungen zu Rückrufen und gesundheitlichen Gefahren in Lebensmitteln steht das Portal lebensmittelwarnung.de zur Verfügung. Diese offizielle Plattform von Bund und Ländern informiert über Rückrufe in den Bereichen Lebensmittel, kosmetische Mittel und Babyprodukte. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) betreut das Portal, das auch als Kommunikationsmedium in Krisensituationen genutzt werden kann.
Für weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen und Handlungsempfehlungen können Verbraucher auch die App des Portals nutzen, die personalisierte Push-Mitteilungen bietet und hilfreiche FAQs sowie Glossare zu häufigen Fragen und Begriffen bereitstellt.
Mehr über den Rückruf und die laufenden Ermittlungen erfahren Sie in dem Artikel von die Presse hier und in dem Bericht von Spiegel hier.