Die Herausforderungen für burgenländische Betriebe sind so vielfältig wie die Landschaft des Bundeslandes selbst. Auf einer Pressekonferenz der Wirtschaftskammer Burgenland wurde die angespannte Situation der Unternehmer thematisiert. Überall klagen die Betriebe über steigende Kosten, Bürokratie und eine schier unerträgliche Unsicherheit in der Planung. Die schwächelnde Konjunktur und die steigenden Arbeitslosenzahlen setzen der Wirtschaft zusätzlich zu. Mit der Kampagne „#unverzichtbar“ sollen rund 22.000 Betriebe im Burgenland unterstützt werden, was dringend notwendig ist, wenn man die aktuellen Herausforderungen betrachtet. Mehr dazu hier.

Andreas Wirth, Präsident der Wirtschaftskammer Burgenland, brachte die Sorgen der Unternehmer auf den Punkt: Die strukturellen Herausforderungen müssen ernsthaft angegangen werden. Die steigenden Strom-Netzentgelte und die Tatsache, dass Entlastungsmaßnahmen ausgelaufen sind, drücken schwer auf den Schultern der Unternehmer. Besonders dramatisch ist die Lage für Bäckereien, die besonders unter hohen Energiekosten leiden. Bäckermeister Michael Goldenitsch nannte auch die hohen Treibstoffpreise und die gestiegenen Rohstoffpreise als massive Herausforderungen. Und nicht nur die Bäcker – im Baugewerbe, da ist Baumeister Eduard Tschida am Wort, kämpfen die Firmen mit langfristigen Verträgen und schwankenden Rohstoffpreisen, während die Preise für Baustoffe aufgrund des hohen Energieaufwands in die Höhe schießen.

Kampf gegen die Bürokratie

Bürokratie ist ein weiteres großes Thema. Viele Unternehmer verbringen bis zu zwei Tage pro Woche mit Formularen. Das frisst nicht nur Zeit, sondern auch Nerven. Der Bürokratieabbau wird als dringend notwendig erachtet, um Ressourcen in den Unternehmen freizusetzen. Und nicht nur das: Die Wirtschaftskammer fordert verstärkte Maßnahmen auf Landes- und Bundesebene, um den Betrieben unter die Arme zu greifen. Ein weiteres Problem sind die hohen Dieselpreise, die vor allem Bau- und Transportunternehmen zusetzen.

Die Bedürfnisse der Betriebe sichtbar zu machen, ist essenziell. Mit der Kampagne „#unverzichtbar“ legt die Wirtschaftskammer den Fokus auf sechs Themen: steigende Energiepreise, teure Vorprodukte und wachsende Bürokratie. Diese Themen sind in drei Schwerpunkte gegliedert: der Kostenfaktor, die Investitionen und die regionale Stärke. Planbare Energiepreise und bezahlbare Mobilität sind unabdingbar für die Schaffung von Arbeitsplätzen und Investitionen. Gleichzeitig ist der Bedarf im Wohnbau vorhanden, doch viele Menschen können sich Bauprojekte nicht leisten – das ist eine bittere Realität.

Unterstützung und Zukunftsperspektiven

Die Kampagne wird bis Anfang Juni laufen und mit verschiedenen Maßnahmen begleitet, darunter Schwerpunkt-Aussendungen und Social-Media-Posts. Unternehmen, die sich beteiligen möchten, finden auf der Landingpage „wko.at/bgld/unverzichtbar“ alle notwendigen Materialien. Es ist ein gemeinsames Ringen um die Zukunft der burgenländischen Wirtschaft, das auch die Unterstützung von politischen Parteien wie der ÖVP und der FPÖ findet. Während Christoph Zarits von der ÖVP ein Umdenken der rot-grünen Landesregierung anmahnt, kritisiert die FPÖ die fehlenden Initiativen zur Stärkung der Betriebe.

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Die Landesregierung hingegen betont, dass sie die Sorgen der Betriebe ernst nimmt und aktiv an einer Lösung arbeitet. Diese Gespräche und die angekündigten Maßnahmen sind wichtig, um die wirtschaftliche Situation zu stabilisieren. Der Druck ist enorm, und die Zeit drängt. Gerade jetzt, wo Bürokratie als ein zentraler Hemmschuh in der Unternehmensentwicklung angesehen wird, ist es notwendig, den Dialog zu suchen und gemeinsam Lösungen zu finden. Schließlich geht es um mehr als nur Zahlen und Statistiken – es geht um die Zukunft der Menschen und ihrer Arbeitsplätze im Burgenland.