Landesholding Burgenland vor Veränderungen: Hana Dellemann als mögliche Kandidatin für die Geschäftsführung
In Eisenstadt brodelt es derzeit in der wirtschaftlichen Landschaft, denn die Landesholding Burgenland steht vor einer entscheidenden Wende. Die wirtschaftliche Geschäftsführung der Landesholding ist seit über einem Jahr unbesetzt, seit Hans Peter Rucker im Frühjahr 2025 zurücktrat. Gerald Goger, der seitdem als alleiniger Geschäftsführer fungiert, könnte bald Unterstützung bekommen. Eine Ausschreibung zur Nachbesetzung wurde von Herbst 2025 auf Frühjahr 2026 verschoben, und die Frist endete Mitte April 2026. Bis zu einer Entscheidung zur Besetzung der Position müssen wir uns noch bis „im Sommer“ 2026 gedulden.
Die Suche nach geeigneten Kandidaten gestaltet sich jedoch als herausfordernd. Informierte Kreise berichten von mehreren Abfuhren bei informellen Anfragen – das klingt nicht gerade vielversprechend. Eine mögliche Kandidatin wird jedoch immer wieder genannt: Hana Dellemann. Sie bringt nicht nur internationale Konzernerfahrung mit, sondern auch fundierte Kenntnisse in der Transportwirtschaft. Dellemann, die im Spätherbst 2023 als Vize-Generaldirektorin der Raaberbahn abberufen wurde, hat seit über einem Jahr einen Platz im Aufsichtsrat der Landesholding inne. Interessanterweise führt ihr Abgang zu diplomatischen Spannungen zwischen Ungarn und Österreich.
Frauen in Führungspositionen
Der Aufsichtsrat der Landesholding ist durchaus vielfältig, denn er besteht aus drei Frauen: Neben Dellemann sind auch Anja Haider-Wallner und Brigitte Novosel vertreten. Ein Wechsel von einem Aufsichtsgremium in die Geschäftsführung ist rechtlich möglich, allerdings könnte der umgekehrte Weg – also von der Geschäftsführung zurück in den Aufsichtsrat – auf Compliance-Probleme stoßen. Das könnte ein interessanter Aspekt sein, wenn man sich die aktuelle Diskussion um Frauen in Führungspositionen anschaut.
Die gesetzlichen Rahmenbedingungen haben sich in den letzten Jahren verbessert. Seit dem Inkrafttreten des Führungspositionen-Gesetzes (FüPoG) im Mai 2015 ist der Frauenanteil in Führungsetagen der Privatwirtschaft sowie im öffentlichen Dienst gestiegen. Das Gesetz zielt darauf ab, den Anteil von Frauen in Führungspositionen zu erhöhen. Die Vorgaben sind klar: So müssen Unternehmen seit dem 1. Januar 2016 einen Mindestanteil von 30% Frauen in den Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen sicherstellen. Eine gute Entwicklung, die auch in der Landesholding spürbar sein könnte.
Mit der Einführung des FüPoG II im August 2021 wurden die Regelungen weiter verschärft. Ab dem 1. August 2022 gilt zum Beispiel für Vorstände börsennotierter Unternehmen, dass mindestens eine Frau und ein Mann in Gremien mit mehr als drei Mitgliedern vertreten sein müssen. Ähnliches gilt auch für Bundesunternehmen, die sich an den Quoten orientieren sollen. Diese Fortschritte zeigen, dass der Weg zur Gleichstellung in Führungspositionen zwar noch lang ist, aber immer mehr Frauen in diese Positionen drängen.
Die Entwicklungen rund um die Landesholding Burgenland und die mögliche Kandidatur von Hana Dellemann sind ein spannendes Thema, das uns in den kommenden Monaten sicherlich weiterhin beschäftigen wird. Die Kombination aus politischer Dimension und der Frage nach der Gleichstellung macht das Ganze nur noch interessanter. Man darf gespannt sein, wie sich die Situation weiterentwickelt und ob wir bald eine neue Führungskraft im Burgenland begrüßen dürfen.
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