Es war ein ganz normaler Tag in Rosenberg, als eine Spaziergängerin auf einen verletzten tierischen Zeitgenossen stieß. Auf einem Radweg lag eine Schildkröte, die so gar nicht heimisch in dieser Region ist. Die Finderin, besorgt um das Wohlergehen des Tieres, nahm die Schildkröte kurzerhand mit nach Hause, da kein Besitzer in Sicht war. Wer hätte gedacht, dass eine solche Entdeckung der Beginn eines aufregenden Abenteuers sein würde?

Die Frau kontaktierte den Schildkrötenverein Chüücha, der 2020 in Güssing gegründet wurde. Dort setzt man sich intensiv für die Aufklärung von Schildkrötenhaltern ein und arbeitet engagiert daran, diese faszinierenden Tiere zu schützen. Die Vereinspräsidenten, Norman und Ines Kosin, nahmen die Schildkröte sofort in ihre Obhut. Bei der Untersuchung stellte sich heraus, dass das Tier eine offene Wunde hatte und ein Unterbein fehlte, vermutlich das Ergebnis eines Angriffs durch einen Marder oder eine Ratte. Es ist wirklich traurig, dass solche Vorfälle immer wieder vorkommen.

Eine Operation wird notwendig

Ines Kosin, die über 20 Jahre Erfahrung in der Pflege von Landschildkröten hat, wusste sofort, dass Handeln gefragt war. Ein Tierarzt wurde für denselben Abend gefunden, und die Schildkröte musste operiert werden. Nach der Amputation hat das Tier nun drei Beine, aber das hält es nicht davon ab, in einem Quarantänequartier von Ines liebevoll versorgt zu werden. Es ist bewundernswert, wie viel Engagement und Herzblut in der Pflege solcher Tiere steckt.

Der Schildkrötenverein Chüücha, der auch digital aufklärt, ist auf Unterstützung angewiesen. Die Operationskosten haben die Vereinskasse überstiegen, und so ist der Verein auf Spenden angewiesen, um seine wertvolle Arbeit fortzusetzen. Es ist ein echtes Gemeinschaftsprojekt, bei dem jeder helfen kann! Die Projekte des Vereins werden durch Fördergelder unterstützt, aber die Notwendigkeit von privaten Spenden bleibt bestehen.

Schildkrötenauffangstationen und ihre Bedeutung

In Deutschland gibt es zahlreiche Auffangstationen, die mit der Interessengemeinschaft Schildkrötenschutz und Nachzucht e.V. (IGSN e.V.) zusammenarbeiten. Diese Auffangstationen sind nach § 11 TSchG als Tierheim anerkannt und müssen strenge Auflagen in den Bereichen Quarantäne, Tierschutz und artgerechte Haltung erfüllen. Ihr Hauptziel ist die Vermittlung von Tieren an neue Halter. Viele dieser Stationen freuen sich über Sach- und Geldspenden sowie Tierpatenschaften – auch in Österreich könnte dies ein Modell für zukünftige Initiativen sein.

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Die Notwendigkeit von Auffangstationen wird besonders deutlich, wenn man bedenkt, dass viele Schildkröten aus Beschlagnahmungen oder Aussetzungen kommen. Oft stehen die Tiere dann vor der Herausforderung, neue Halter zu finden. Hier kommt die wichtige Arbeit der Auffangstationen ins Spiel, die sich um die tierärztliche Betreuung und artgerechte Unterbringung kümmern.

Langfristige Verantwortung für Schildkrötenbesitzer

Schildkröten sind faszinierende Tiere, die Ruhe in unser hektisches Leben bringen können. Einige Halter haben ihre Schildkröten seit über 20 Jahren im Besitz, und das bringt Verantwortung mit sich. Europäische Landschildkröten können bis zu 100 Jahre alt werden – da braucht es langfristige Vorkehrungen! Wenn Halter ihre Tiere nicht mehr halten können, ist es wichtig, geeignete Plätze für die Tiere zu finden. Hierbei können Kontakte zu anderen Haltern und Züchtern sehr hilfreich sein, und auch Facebook-Gruppen sind eine gute Möglichkeit zur Vermittlung.

Insgesamt zeigt sich, wie wichtig die Arbeit von Vereinen und Auffangstationen ist, um das Wohl der Schildkröten zu sichern. Auch wenn die Herausforderung groß ist, könnte die Gemeinschaft letztlich einen entscheidenden Unterschied machen. Wer weiß, vielleicht wird die Geschichte dieser verletzten Schildkröte ein inspirierendes Beispiel für viele andere Fälle.

Für weitere Informationen über die Schildkrötenhilfe und Auffangstationen in Deutschland und Österreich lohnt sich ein Blick auf die Webseite der Interessengemeinschaft Schildkrötenschutz und Nachzucht e.V. oder auf die Seite der Auffangstationen für Schildkröten.

Für die verletzte Schildkröte und ihre neuen Helfer bleibt zu hoffen, dass sich alles zum Guten wendet und sie bald wieder in ein artgerechtes Zuhause vermittelt werden kann. Es gibt immer einen Ausweg, auch für die kleinsten und verletzlichsten Mitglieder unserer Gesellschaft!