In der kleinen Gemeinde Jennersdorf im Burgenland sorgt eine neue Regelung für Aufsehen unter den Pool-Besitzern. Hier wird seit Kurzem eine Gebühr für private Schwimmbecken erhoben. Aber keine Sorge, Pools bis 15 Kubikmeter sind weiterhin gebührenfrei! Für die etwas größeren Becken, also zwischen 15 und 20 Kubikmetern, müssen die Besitzer 50 Euro jährlich bezahlen. Für die ganz großen Pools, die bis zu 30 Kubikmetern fassen, sind es schon 70 Euro, und wenn das Becken noch größer ist, wird es richtig teuer: 100 Euro pro Jahr. Die Abrechnung erfolgt ganz unkompliziert über die Wasserrechnung.
Doch was steckt hinter dieser neuen Regelung? Der Hintergrund ist eine angespannte Versorgungslage. In mehreren Gemeinden drohen Engpässe, wenn viele Pools gleichzeitig gefüllt werden wollen. Wenn wir jetzt mal einen Blick über die Grenzen schauen – in Oberösterreich hat sich die Aufregung über eine ähnliche Poolsteuer gelegt. Bürgermeister Josef Bleckenwegner berichtet von einem positiven Umdenken in der Bevölkerung, was zeigt, dass die Leute bereit sind, ihre Gewohnheiten zu ändern.
Regelungen zur Poolbefüllung
Die Herausforderungen sind nicht zu unterschätzen. Studien zeigen, dass der Wasserbedarf in einigen Gemeinden kurzfristig stark ansteigen kann, was dazu führt, dass Hochbehälter, wie zum Beispiel in Schwertberg, leer laufen. Das hat Folgen: sinkender Wasserdruck, Versorgungsprobleme und sogar Schäden im Leitungssystem. Um dem vorzubeugen, setzen viele Gemeinden auf innovative Lösungen. So implementieren einige Kommunen Poolfüllkalender oder Terminvergaben, um die Wasserentnahme gleichmäßiger zu verteilen. Im Burgenland sind zudem nur eine begrenzte Anzahl an Befüllungen pro Tag erlaubt – Anmeldungen müssen mehrere Tage im Voraus erfolgen.
Immer mehr Gemeinden regulieren das Poolbefüllen mit Zeitfenstern und digitalen Anträgen. Diese Maßnahmen haben das Ziel, Versorgungsengpässe zu vermeiden. Komischerweise ist die Situation in vielen Ortschaften gerade recht entspannt, da die Poolbefüllung in den meisten Gemeinden abgeschlossen ist. Das Problem der Wasserknappheit steht nicht mehr zur Debatte – zumindest nicht momentan. Es ist schon erstaunlich zu sehen, wie unterschiedlich der Umgang mit privaten Pools in verschiedenen Gemeinden und Bundesländern gehandhabt wird. So hat das steirische Dorf Kraubath an der Mur bereits seit 2013 ein systematisches „Pool-Befüllungsmanagement“ eingeführt, bei dem Poolbesitzer das Wasser nach Saisonende auf dem eigenen Grundstück versickern lassen müssen. Im Gegenzug sind sie von der Kanalgebühr für diese Wassermenge befreit.
Wasserknappheit und Klimawandel
Die Problematik der Wasserknappheit ist kein neues Thema. Angesichts des Klimawandels und der damit einhergehenden Dürreperioden wird die Situation in vielen Regionen in Österreich und darüber hinaus immer kritischer. Auch in Deutschland, wo Energieerzeuger Wasser für Kohlekraftwerke benötigen, kann es zu Leistungseinschränkungen kommen, wenn der Wasserstand zu niedrig ist oder die Temperaturen zu hoch steigen. Es ist ein schmaler Grat, auf dem wir uns bewegen, und die anhaltenden Herausforderungen verlangen von Kommunen ein Umdenken und neue Strategien.
Die Maßnahmen in Jennersdorf und anderen Gemeinden zeigen, dass die Verantwortlichen die Situation ernst nehmen und versuchen, den Wasserbedarf nachhaltig zu steuern. Digitale Tools könnten hierbei eine entscheidende Rolle spielen, um die Ressource Wasser besser zu verwalten. Der kreative Umgang mit der Poolbefüllung könnte also nicht nur für die Gemeinde, sondern auch für die persönliche Erfrischung in den heißen Sommermonaten von Vorteil sein – vorausgesetzt, wir gehen verantwortungsvoll mit dieser kostbaren Ressource um!
Für mehr Informationen über die Hintergründe der Poolsteuer und die Entwicklungen in anderen Gemeinden können Sie diesen Artikel lesen.