Heute ist der 6.06.2026 und in Jennersdorf, wo das Leben oft ruhig und beschaulich verläuft, zieht die Nachricht vom Tod einer herausragenden Persönlichkeit Wellen der Trauer durch die Gemeinschaft. Elfie Semotan, die international renommierte Fotografin, ist am Samstag verstorben. Ihre Familie hat den Tod gegenüber dem ORF Burgenland bestätigt, und die Umstände sind tragisch: Semotan erlitt vermutlich beim Schwimmen im Freibad Jennersdorf einen Herzstillstand. Trotz sofortiger Erste-Hilfe-Maßnahmen konnte sie nicht gerettet werden.
Die Künstlerin hätte im kommenden Juli ihren 85. Geburtstag gefeiert. Geboren 1941 in Wels, zog es sie mit nur 20 Jahren nach Paris, wo sie zunächst als Model arbeitete. Doch schon Anfang der 1970er-Jahre wandte sie sich der Fotografie zu und hinterließ einen bleibenden Eindruck in der Mode- und Porträtfotografie. Ihre Arbeiten waren gefragt bei internationalen Mode- und Lifestyle-Magazinen und Werbekampagnen. Obwohl sie vor allem für ihre Porträts und Werbearbeiten bekannt war, gab es auch weniger bekannte, aber ebenso faszinierende inszenierte Arbeiten im Wald. Man denke nur an transparente Stoffe um Bäume oder bekleidete Puppen im Gebüsch – das hatte einen ganz eigenen, besonderen Reiz.
Ein Verlust für die Kulturlandschaft
Die Nachricht von ihrem Tod wird als großer Verlust für die Kulturlandschaft des Burgenlands betrachtet. Semotan hinterlässt nicht nur ihre Kunst, sondern auch zwei Söhne. Ihr Wohnsitz im Jennersdorfer Ortsteil Grieselstein war ihr bis zuletzt wichtig. Es ist traurig zu wissen, dass eine so prägende Persönlichkeit nun nicht mehr unter uns weilt. Die Ausstellung „Elfie Semotan. Der doppelte Blick“, die 2024 als erste Schau der neu ausgerichteten Landesgalerie Burgenland eröffnet werden soll, wird eine Hommage an ihr beeindruckendes Werk. Rund 100 Werke aus mehr als fünf Jahrzehnten ihres Schaffens werden dort zu sehen sein.
Elfie Semotan wird in Erinnerung bleiben für ihre Leidenschaft und ihr innovatives Schaffen. Mehrere Auszeichnungen zeugen von ihrem Talent, darunter das Ehrenzeichen der Republik für Wissenschaft und Kunst. Ihr Name reiht sich ein in eine lange Liste von Künstlern und Fotografen, die das kulturelle Erbe Österreichs geprägt haben – eine Liste, die beeindruckt und zum Nachdenken anregt. Die Welt der Fotografie hat einen weiteren strahlenden Stern verloren, und es bleibt zu hoffen, dass ihre Werke auch in den kommenden Jahren viele Menschen berühren und inspirieren werden.
