Heute ist der 23.05.2026, und die Erdbeerernte im Burgenland hat begonnen! Viele freuen sich auf die süßen, roten Früchte, die in dieser Region so besonders gut gedeihen. Die frisch gepflückten Wiesener Felderdbeeren kosten aktuell 13 Euro pro Kilo, was auch in Eisenstadt der Fall ist. In Wiener Neustadt liegt der Preis leicht darüber bei etwa 13,50 Euro. Das mag vielleicht auf den ersten Blick teuer erscheinen, doch die Qualität und der Geschmack der heimischen Erdbeeren sind es wert. Importierte Erdbeeren aus Europa und Nordafrika sind zwar günstiger, bringen aber einen nicht zu vernachlässigenden CO2-Fußabdruck mit sich – ganze 3,4 kg CO2-Äquivalente pro Tragerl. Das macht die Entscheidung für regionale Produkte nicht nur geschmacklich, sondern auch ökologisch sinnvoll.
Die Burgenländer Erdbeeren haben eine spannende Geschichte. Sie stammen ursprünglich aus Frankreich und sind das Ergebnis einer Kreuzung zwischen der Scharlach- und der Chile-Erdbeere. Besonders interessant ist, dass die Ananas-Erdbeere im Jahr 1870 von Hans Wolf und Hans Eckhardt nach Wiesen gebracht wurde – ein kleines Stück Geschichte, das in jedem Biss steckt! Das Burgenland verfügt über etwa 40 Hektar Erdbeeranbau, wobei die Hälfte davon im Bezirk Mattersburg liegt. Die Region profitiert von zwei unterschiedlichen Klimalandschaften: der pannonischen Tiefebene und den alpinen Ostalpen, was den Erdbeeren ihren einzigartigen Geschmack verleiht.
Witterung und Herausforderungen
In diesem Jahr ist das Wetter ein entscheidender Faktor. Der April war der sonnigste Monat seit 2020, was initial für das Wachstum der Erdbeeren sehr positiv war. Doch die Trockenheit, die im Jahr 2026 droht, bringt auch Herausforderungen mit sich: Das Niederschlagsdefizit betrug im April 70-80%, was zu geringeren Erträgen und höheren Bewässerungskosten führt. Christoph Ramhofer, der nicht nur Erdbeerbauer, sondern auch Vizebürgermeister ist, erwartet eine durchschnittliche bis leicht unterdurchschnittliche Ernte. Umso mehr müssen die Landwirte in Witterungsschutz und Bewässerungssysteme investieren, um den Herausforderungen des Klimawandels entgegenzuwirken.
Doch es gibt auch Lichtblicke! Der Mai hat bereits mit ausreichenden Niederschlägen begonnen, die den Erdbeeren gut tun sollten. Bei stabilen Wetterbedingungen rechnen die Landwirte mit geschmacksintensiven Erdbeeren, die nicht nur gut aussehen, sondern auch hervorragend schmecken. Die Ausläufer der Pflanzen ermöglichen eine Anpassung an den Boden und das Klima, was für die Qualität der Früchte entscheidend ist.
Nachhaltigkeit und Klimabilanz
Die Frage nach der Nachhaltigkeit ist angesichts der aktuellen Klimadebatte wichtiger denn je. Frische, saisonale und regionale Produkte haben eine viel bessere Klimabilanz als importierte Waren. Eine Studie des Instituts für Energie- und Umweltforschung (ifeu) zeigt, dass Erdbeeren im Winter einen zehnmal höheren CO2-Fußabdruck aufweisen als die regionalen Erdbeeren im Frühjahr – mit nur 0,3 kg CO2-Äquivalent pro Kilogramm sind sie ein umweltfreundlicher Genuss. Im Vergleich dazu haben Tomaten im Winter einen CO2-Fußabdruck von 2,9 kg pro Kilogramm. Das macht die Entscheidung für heimische Erdbeeren umso attraktiver.
Das Thema Ernährung und Klimaschutz ist eng miteinander verknüpft. Wenn wir uns für lokale Produkte entscheiden, unterstützen wir nicht nur die heimischen Landwirte, sondern tragen auch aktiv zum Klimaschutz bei. Unverpackte, frische Lebensmittel sind in der Regel die bessere Wahl im Vergleich zu importierten Waren. Und ganz ehrlich, wer mag schon die Idee, dass seine Erdbeeren einen höheren CO2-Fußabdruck haben als das eigene Auto?
In diesem Sinne freuen wir uns auf die leckeren Erdbeeren aus dem Burgenland! Die Kombination aus traditionellem Anbau, regionaler Vermarktung und einer guten Portion Nachhaltigkeit macht sie zu einem echten Genuss. Bevorzugen wir das Regionale, genießen wir nicht nur den Geschmack, sondern auch unser Gewissen.
