Das Burgenland setzt auf eine innovative „Dorfentwicklungsstrategie 2026“, um die 171 Gemeinden des Bundeslandes in ihrer Entwicklung aktiv zu unterstützen. Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner stellte das umfassende Maßnahmenpaket in Pöttelsdorf vor. Im Zentrum steht die „Richtlinie zur Förderung von Maßnahmen der Dorfentwicklung im Burgenland 2026“, die ab dem 1. Juni 2026 in Kraft tritt. Mit einem Gesamtbudget von einer Million Euro, das bis Juni 2027 bereitsteht, wird ein klarer Fokus auf nachhaltige und klimafreundliche Projekte gelegt. Diese sollen dazu beitragen, die Lebensqualität in den Dörfern zu erhöhen und gleichzeitig Umweltbelastungen zu verringern.

Die geförderten Maßnahmen sind vielfältig: von der Revitalisierung und Nachnutzung historischer Gebäude in den Ortskernen über die Stärkung der lokalen Wohn-, Wirtschafts- und Sozialstrukturen bis hin zu Sanierungs- und Energiesparmaßnahmen. Investitionen im öffentlichen Raum stehen ebenso auf der Agenda. Ein wichtiges Ziel dieser Strategie ist die Reduzierung des Flächenverbrauchs sowie die Schaffung lebendiger und attraktiver Ortszentren. Bürgermeister Christian Kurz von Pöttelsdorf hebt die Bedeutung solcher gemeinschaftlicher Entwicklungsprojekte hervor und verweist auf ein bereits 2009 erarbeitetes Dorferneuerungsleitbild, das den Weg für diese neuen Initiativen ebnete.

Finanzielle Unterstützung und Beteiligungsprozesse

Für die Gemeinden gibt es eine finanzielle Entlastung: Pro Projekt können bis zu 40.000 Euro für Entwicklungs- und Planungsmaßnahmen beantragt werden. Zudem gibt es bis zu 5.000 Euro für moderierte Beteiligungsprozesse und 1.000 Euro für spezifische Veranstaltungen. Spannend ist auch, dass 50% der Fördersumme bereits vor Projektstart ausgezahlt werden, was den Gemeinden hilft, ihre Vorhaben schneller umzusetzen.

Die Burgenländer haben in der Vergangenheit bereits gezeigt, wie wichtig ihnen die Entwicklung ihrer Dörfer ist. Insgesamt 141 Gemeinden haben Dorferneuerungsleitbilder erstellt, um wichtige Projekte für die Zukunft in Angriff zu nehmen. In der letzten Förderperiode wurden rund 300 Einzelprojekte realisiert, die von Platzgestaltungen über die Umrüstung auf energieeffiziente LED-Beleuchtungen bis hin zur Errichtung von Kommunikationszentren und Kinderspielplätzen reichen. Die Förderperiode von 2007 bis 2013 stellte 9,8 Millionen Euro für Dorferneuerungsmaßnahmen bereit, die nahezu vollständig ausgeschöpft wurden. Diese Erfolge zeigen, wie engagiert die Gemeinden bereits sind.

Ein Blick über die Grenzen hinaus

Ein Vergleich mit anderen Regionen, etwa in Hessen, zeigt, dass auch dort ähnliche Ziele verfolgt werden. Die Stärkung der Innenentwicklung und die Verbesserung der Lebensqualität stehen im Fokus. Bürgerbeteiligung wird großgeschrieben, und es gibt zahlreiche Programme zur Förderung der Daseinsvorsorge. Die Entwicklung von Netzwerken zur gemeinsamen Zielverwirklichung ist auch in Hessen ein zentraler Punkt. Dort werden etwa auch Privatpersonen in rund 100 Förderschwerpunkten unterstützt, was die Vielfalt der Maßnahmen unterstreicht.

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Die Dorferneuerungsstrategie im Burgenland ist somit nicht nur ein Schritt in die richtige Richtung, sondern auch ein Zeichen für die Zukunft. Die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren, und die Gemeinden sind eingeladen, ihre Ideen und Projekte einzureichen. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Dörfer in den kommenden Jahren entwickeln werden. Mit einem klaren Konzept und dem Rückhalt der Landesregierung könnte das Burgenland bald zum Vorreiter in der Dorfentwicklung werden. Mehr dazu hier.