10 Jahre Pflegeverein Ramsargebiet Güssinger Teiche: Ein Erfolgsmodell für Natur- und Artenschutz
Am 13. Juli 2026 wurde im Burgenland ein ganz besonderes Jubiläum gefeiert: Der Pflegeverein Ramsargebiet Güssinger Teiche beging sein 10-jähriges Bestehen. Was für eine Erfolgsgeschichte! Die Güssinger Teiche, ein wahres Vorzeigemodell für den Feuchtgebietsschutz, sind nicht nur ein Rückzugsort für bedrohte Arten, sondern auch ein beliebtes Ziel für Naturliebhaber und Vogelbeobachter.
Die Güssinger Teiche, die sich am Fuße der Burg Güssing erstrecken, umfassen eine Fläche von 149 Hektar und bieten Lebensraum für über 240 Vogelarten. Darunter sind einige wahre Raritäten wie die Moorente und der majestätische Seeadler. Sogar die Haubentaucher, die auffallendsten unter den Vögeln, haben hier ihre Brutplätze gefunden. Besonders erfreulich ist, dass die Teiche seit 2014 international als Ramsargebiet anerkannt sind.
Langfristige Pflege und Entwicklung
Die Gründung des Pflegevereins im Jahr 2016 war ein wichtiger Schritt, um die langfristige Pflege und Entwicklung dieses einzigartigen Gebiets zu sichern. Rund 100 Grundeigentümer sind aktiv eingebunden, wobei die Teichwirtschaft Hoffmann GmbH 62% der Fläche bewirtschaftet. Durch eine Vereinbarung zwischen dem Land Burgenland und der Teichwirtschaft wird die öffentliche Nutzung der Wege und der Erhalt der Infrastruktur bis 2025 garantiert. Das ist doch mal eine gute Nachricht für alle Spaziergänger und Naturbegeisterten!
Ein Highlight des Jahres ist das Ramsarfest, das mit Exkursionen, regionaler Kulinarik, Musik und einem bunten Kinderprogramm aufwartet. Hier wird nicht nur das Naturerlebnis gefeiert, sondern auch Umweltbildung und regionale Wertschöpfung großgeschrieben. Die Besucherinfrastruktur hat sich in den letzten Jahren erheblich verbessert. Ornithologische Führungen, neue Beobachtungsmöglichkeiten und ein öffentlicher Rundweg laden die Menschen ein, die Schönheit der Güssinger Teiche zu entdecken.
Ein Lebensraum voller Vielfalt
Die Teichanlage selbst besteht aus vier Teichen, die durch Dämme voneinander getrennt sind. Diese wurden zwischen 1905 und 1919 von ungarischen Teichbauern angelegt, um der Fischzucht, insbesondere der Karpfenzucht, zu dienen. Insgesamt beträgt die Wasserfläche der Teiche etwa 60 Hektar. Sie werden über eine eigene Wehranlage vom Zickenbach gespeist, und der Abfluss erfolgt in die Strem. Umgeben von einem Schilfgürtel, sind die Teiche auch Laichplätze für Kröten und Frösche.
Die nördlichen Ränder des Teichgebiets sind mit Wiesen durchzogen, während Bäume und Gebüsche am Nebenarm des Strembaches wachsen. Hier sind vor allem Schwarzerlen, Eichen und verschiedene Weidenarten anzutreffen. Diese abwechslungsreiche Flora trägt zur hohen Biodiversität der Region bei und bietet zahlreichen Vogelarten einen Brut- und Rastplatz.
Herausforderungen und Zukunftsausblick
Doch nicht alles läuft reibungslos. Die wirtschaftlichen Probleme durch die steigenden Fischotter-Populationen und die wachsende Zahl an Kormoranen stellen Herausforderungen für die Teichwirtschaft dar. Trotz dieser Schwierigkeiten bleibt das Gebiet ein beliebtes Naherholungsgebiet. Der Managementplan für das Feuchtgebiet, der 2014/2015 im Rahmen eines LEADER-Projektes vom Naturschutzbund Burgenland erarbeitet wurde, zeigt, wie wichtig der Schutz und die Pflege der Güssinger Teiche für die Zukunft ist.
So bleibt zu hoffen, dass die Güssinger Teiche auch weiterhin ein Rückzugsort für Flora und Fauna sowie ein Ort der Erholung für die Menschen bleiben, die dieses Kleinod der Natur schätzen.
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