Heute ist der 26.06.2026 und die Lage der Sodalacken im Seewinkel ist alarmierend. Trotz der durchschnittlichen Niederschläge in den letzten Wintern sind viele dieser einzigartigen Gewässer bereits im April und Mai 2026 größtenteils ausgetrocknet oder weisen nur noch Restwasser auf. Es ist ein trauriger Anblick, der nicht nur Naturliebhaber in den Bann zieht, sondern auch die Experten in Sorge versetzt. Birdlife Österreich warnt, dass die Situation der Sodalacken „schlechter denn je“ sei. Besonders betroffen ist die Lange Lacke, die im Juni 2023 weitgehend trocken war und damit ihre Funktion als Rast- und Brutplatz für Wasservögel verloren hat. Was ist da nur los?

Ein massiver Wasserverlust deutet auf einen stark gestörten Wasserhaushalt hin. Der Grundwasserspiegel sinkt und die Verbindung zu den Lacken wird unterbrochen, was verheerende Folgen hat. Der Druck auf diese ökologischen Juwelen ist enorm: In den letzten 150 Jahren gingen fast 120 der ursprünglich rund 140 Lacken durch menschliche Eingriffe verloren. Ein weiteres Drittel der verbliebenen Lacken wurde in der Trockenphase bis 2022 schwer geschädigt. Wie kann das sein? Die Ursachen des Lackensterbens sind seit über 30 Jahren bekannt, aber es wurden keine ausreichenden Gegenmaßnahmen ergriffen.

Dringender Handlungsbedarf

Die Situation wird immer kritischer. Birdlife fordert nun ökologisch begründete Grundwasser-Grenzwerte und Schutzzonen um die Lacken. Es wird sogar darüber nachgedacht, Wasseruhren zur Kontrolle der Wasserentnahmen aus Feldbrunnen einzuführen. Der wissenschaftliche Beirat des Nationalparks warnt eindringlich vor den Folgen des Lackensterbens. Das EU-Renaturierungsgesetz erhöht zudem den politischen Druck auf die Mitgliedstaaten, bis 2030 Maßnahmen zur Wiederherstellung zu ergreifen. Doch ist das genug?

Ein EU-gefördertes Projekt, „Life Pannonic Salt“, läuft seit 2023, reicht laut Birdlife jedoch nicht aus. In einer Studie aus dem Herbst 2023 wurden Lösungen für die Wasserentnahmen aufgezeigt, die dringend umgesetzt werden müssen. Dazu gehören die Festlegung ökologisch begründeter Pegelstände des Grundwassers, unter denen keine Entnahmen mehr erlaubt sind, und die Errichtung von Pufferzonen rund um die Lacken – in denen keine Brunnen betrieben werden dürfen. Wasserrückhalt ist entscheidend für den Erhalt der Lacken und die Sicherstellung eines hohen Grundwasserstandes.

Die wirtschaftlichen und ökologischen Folgen

Doch nicht nur die Natur leidet. Landwirtschaft und Tourismus könnten ebenfalls schwerwiegende wirtschaftliche Einbußen erleiden, falls sich die Situation nicht bessert. Der Wissenschaftliche Beirat des NP Neusiedler See – Seewinkel hat mehrfach auf die drohenden Vertragsverletzungsverfahren hingewiesen. Man fragt sich, warum nicht schneller gehandelt wird. Die Forderungen an die Politik sind klar: eine sofortige Umsetzung der Studie von 2023, die Festsetzung ökologisch verträglicher Grenzwerte für Grundwasserpegel und die Einrichtung von Schutzzonen rund um die Lacken.

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Es bleibt nur zu hoffen, dass die Stimmen der Umweltschützer und Wissenschaftler gehört werden. Birdlife betont, dass schnelles Handeln notwendig ist, um das Ökosystem der Sodalacken zu retten. Der Druck wächst, und die Zeit läuft uns davon. Die Schönheit und Einzigartigkeit dieser Landschaft darf nicht verloren gehen. Wir sollten alles in unserer Macht Stehende tun, um diese wertvollen Lebensräume zu bewahren.

Für Rückfragen steht Dr. Susanne Schreiner, Pressesprecherin von BirdLife Österreich, zur Verfügung.

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