Im Burgenland wird das Thema Sucht unter jungen Menschen immer drängender. Die Zahlen steigen, und die Sorgen der Eltern und Erzieher nehmen zu. Um dem entgegenzuwirken, hat das Land eine Kampagne mit dem Titel „Filter off. Leben on“ ins Leben gerufen. Diese Initiative zielt darauf ab, Jugendliche frühzeitig für die Gefahren von Sucht und Abhängigkeit zu sensibilisieren, bevor es zu körperlichen und geistigen Reaktionen kommt, die eine klinische Behandlung nötig machen. Die Kampagne setzt auf Eigenverantwortung und möchte auf Augenhöhe aufklären – ohne moralische Belehrungen. Es geht darum, den jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, selbst zu entscheiden, wie sie mit psychoaktiven Substanzen und digitalen Medien umgehen.

Ein Teil der Aufklärungsarbeit erfolgt über eine Kurzvideo-Offensive auf sozialen Medien, die für Jugendliche relevant sind. Diese Videos sind nicht nur informativ, sie beinhalten auch Beiträge von Fachleuten aus der Jugendarbeit, Schulpsychologie und sozialen Diensten sowie von den Jugendlichen selbst. Außerdem werden wichtige Anlaufstellen vorgestellt, die den Betroffenen helfen können. Unterstützung findet die Kampagne durch Plakate in Schulen und Jugendzentren sowie eine zentrale Informations-Landingpage des Landesjugendreferats. Landesjugendrätin Daniela Winkler hebt hervor, dass viele Jugendliche Suchtmittel oder digitale Angebote nutzen, um mit Stress und psychischen Belastungen umzugehen. Ein klarer Fokus liegt auf illegalen Suchtmitteln und Verhaltenssüchten, wie der Internet- und Handysucht. Mehr Informationen zu dieser wichtigen Initiative finden Sie in diesem Artikel.

Wichtige Informationen und Materialien

Die Kampagne ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber sie ist nur ein Teil des Puzzles. Das Deutsche Hauptverband für Suchtfragen bietet ebenfalls wertvolle Ressourcen für die Zusammenarbeit in der Sucht- und Wohnungsnotfallhilfe. Auf der Webseite stehen verschiedene PDF-Dokumente bereit, die sich mit Themen wie Cannabis, Alkohol, Tabak, synthetischen Drogen, digitalen Medien und Medikamenten befassen. Diese Materialien sind nicht nur für Fachkräfte wichtig, sondern auch für Angehörige von suchtkranken Personen und Jugendliche, die in ihrem Umfeld mit Suchtproblemen konfrontiert sind. Dabei werden nicht nur die Risiken verschiedener Substanzen behandelt, sondern auch Praxistipps gegeben, die helfen können, Suchtproblematiken frühzeitig zu erkennen und anzugehen.

Darüber hinaus gibt es Informationen zur Suchtprävention in der Heimerziehung und Angebote für Jugendliche und junge Erwachsene, die mit suchtkranken Familienmitgliedern leben. Die Materialien umfassen auch Selbsttests zu Alkohol- und Drogenkonsum sowie Praxishilfen für Personalverantwortliche in Unternehmen, die mit Suchtproblemen am Arbeitsplatz konfrontiert sind. Eine weitere wichtige Zielgruppe sind ältere Menschen, die ebenso von Suchtproblemen betroffen sein können. Wer mehr darüber erfahren möchte, findet weitere Informationen auf der Webseite des Deutschen Hauptverbandes für Suchtfragen.

Die Gefahren der Sucht bei Jugendlichen

Die Problematik der Sucht ist besonders für Jugendliche alarmierend. Laut einer Studie von Thomasius et al. zeigen viele junge Menschen bereits frühzeitig Anzeichen von substanzbezogenen Störungen. Diese Störungen können schwerwiegende Auswirkungen auf die körperliche und geistige Gesundheit haben. Jüngste Erkenntnisse zeigen, dass sogar eine einmalige Alkoholintoxikation zu langfristigen Veränderungen im Gehirn führen kann. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat außerdem alarmierende Ergebnisse des Alkoholsurveys 2021 veröffentlicht, die auf Trends im Konsumverhalten von Alkohol, Rauchen und Cannabis hinweisen. Diese Studien verdeutlichen, wie wichtig es ist, präventiv tätig zu werden und auf die Bedürfnisse der Jugendlichen einzugehen.

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Die Kampagne „Filter off. Leben on“ ist also nicht nur eine Reaktion auf ein zunehmend besorgniserregendes Problem, sondern auch ein Aufruf an alle Beteiligten, sich aktiv mit der Thematik auseinanderzusetzen. Es braucht mehr Aufklärung, mehr Informationen und vor allem mehr Gespräche über Sucht und Abhängigkeit, um den Jugendlichen die Unterstützung zu geben, die sie benötigen. Nur so kann es gelingen, den Teufelskreis von Sucht und Abhängigkeit zu durchbrechen und den jungen Menschen eine gesunde und selbstbestimmte Zukunft zu ermöglichen.