In Oberpetersdorf, einem kleinen, beschaulichen Ort im Bezirk Oberpullendorf, gibt es eine ganz besondere Quelle, die nicht nur durch ihre heilenden Eigenschaften, sondern auch durch ihre spannende Geschichte besticht. Vor rund einem Jahrzehnt begab sich Pfarrer Karlheinz Mück auf die Suche nach einer „Quelle in der Siglosau“. Diese Suche basierte auf alten historischen Schriften der Diözese Eisenstadt. Legendären Erzählungen zufolge verweilte hier vor Jahrhunderten ein Reitervolk, das eine Quelle entdeckte, die für den Anführer des Volkes eine ganz besondere Bedeutung hatte. Er litt unter schmerzhaften Augenerkrankungen, und das Quellwasser soll ihm Linderung verschafft haben.

Die Quelle, die heute als „Petersbründl“ bekannt ist, wurde 2018 von Pfarrer Mück im Beisein der Ortsbevölkerung gesegnet. Müllermeister Johann Gollobich kannte die Quelle bereits, und Mitglieder des Petersklubs, allen voran Erich Schock und Johann Sachs, haben sie mit einer Einfriedung und einem Gedenkstein liebevoll gestaltet. Seit der Segnung kümmern sich Maria und Erich Schock um die Pflege des Bründls und bringen Blumen an, die die Umgebung noch einladender machen.

Ein neuer Glanz für das Petersbründl

Kürzlich unternahmen die Schocks zusammen mit Karla und Werner Schöll eine Pilgerfahrt nach Dalmatien. Dabei besuchten sie den Wallfahrtsort Medugorje, wo sie eine Marienstatue mit nach Hause brachten. Diese Statue wurde von Pfarrer Shinto Michael in einem Gottesdienst gesegnet und hat nun einen Ehrenplatz am Petersbründl in der Siglosau gefunden. Es ist nicht nur ein Ort des Glaubens, sondern auch ein Symbol der Gemeinschaft und des Zusammenhalts in Oberpetersdorf.

Die Geschichte der Wallfahrten und der heiligen Quellen ist in Österreich reich und vielfältig. So gibt es beispielsweise in Andrichsfurt die Bründlkapelle zu Maria Pötting oder am Kolomansberg bei Mondsee eine Quelle, die besonders für Fuß- und Augenkranke von Bedeutung ist. Auch in St. Thomas bei Pattigham gab es bis 1784 eine Wallfahrtskirche, die sich in der Nähe einer heilkräftigen Quelle befand. Diese Tradition von heiligen Orten, an denen Menschen Trost und Heilung suchen, ist tief in der österreichischen Kultur verwurzelt.

Heilige Bäume und Steine

Aber nicht nur Quellen sind von Bedeutung. In vielen Regionen werden auch Bäume als Symbole des Lebens verehrt. In Antiesenhofen gab es einst Häuser beim heiligen Baum, und der Ortsname Heiligenbaum bei Lambrechten verweist auf die Bedeutung dieser Bäume. Besonders faszinierend ist die Geschichte des Heilbründls in Gaspoltshofen, das versiegte, nachdem ein Bauer seinem Pferd darin die Augen wusch – das Pferd konnte wieder sehen, doch der Bauer erblindete. Solche Geschichten verleihen den heiligen Orten eine mysteriöse Aura und zeigen, wie eng Glaube und Aberglaube miteinander verwoben sind.

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Das Petersbründl in Oberpetersdorf ist also nicht nur ein Ort, an dem man zur Ruhe kommen kann. Es ist ein lebendiges Zeugnis der regionalen Geschichte, der Gemeinschaft und des Glaubens, das von Generation zu Generation weitergegeben wird. Wer hier vorbeikommt, spürt sofort die besondere Atmosphäre, die diesen Ort umgibt. Und vielleicht ist es genau das, was die Menschen so stark zu solchen Quellen und Bründln zieht – die Hoffnung auf Heilung und die Suche nach Spiritualität.

Für weitere Informationen zu Wallfahrten und heiligen Stätten in Österreich können Sie die Webseite der OÖ Geschichte besuchen.