Am 29. Juni 2026 wurde in Oberpullendorf die Ausstellung „SAFE FUTURES – Prävention von Gewalt gegen Frauen“ eröffnet. Das Event war nicht nur ein Hingucker, sondern auch der Startschuss für ein einjähriges Erasmus+-Projekt, das in Zusammenarbeit mit der italienischen Organisation Archivio della Memoria ins Leben gerufen wurde. Ziel ist es, das Thema Gewalt gegen Frauen ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und Betroffenen sowie Fachkräften Unterstützung zu bieten.

Die Projektlaufzeit erstreckt sich von September 2025 bis August 2026. In dieser Zeit werden sogenannte Micro Lessons entwickelt – kurze digitale Lerneinheiten, die sich mit einer Vielzahl von Themen befassen. Da sind unter anderem Inhalte wie das Erkennen von Gewalt, häusliche und digitale Gewalt, Zwangsheiratsfragen, sowie die Entwicklung gesunder Beziehungen. Die Frauen-, Mädchen- und Familienberatungsstelle Oberpullendorf hat seit 1995 an über 20 europäischen Projekten mit rund 40 Partnerorganisationen mitgewirkt. Hier wird das Thema Gewalt, insbesondere im familiären und partnerschaftlichen Umfeld, ernst genommen; etwa ein Drittel der Beratungen dreht sich um diese Problematik.

Wissen vermitteln und Grenzen setzen

Ein zentrales Anliegen der Micro Lessons ist es, einen niederschwelligen Zugang zu komplexen Themen zu schaffen. Es geht darum, frühzeitig Warnsignale zu erkennen und die Zivilcourage zu stärken. Die behandelten Themen sind vielfältig und reichen von der Gewaltspirale über Online-Dating bis hin zur Psychohygiene. Ein ganzes Arsenal an Informationen, Mythen und Fakten rund um Gewalt gegen Frauen wird aufbereitet, um das Bewusstsein zu schärfen.

Die Ausstellung wird bis Ende August 2026 während der Öffnungszeiten der Frauen-, Mädchen- und Familienberatungsstelle zugänglich sein. Wer sich also für die Thematik interessiert, hat noch genügend Zeit, um vorbeizuschauen. Es ist eine Gelegenheit, mehr über diese wichtigen Themen zu erfahren und sich mit ihnen auseinanderzusetzen.

Ergänzende Bildungsprojekte

Doch das ist nicht das einzige Projekt, das sich mit Gewalt und Geschlechtergerechtigkeit beschäftigt. Ein weiteres Erasmus+-Projekt mit dem Titel „Towards Gender Sensitive Education“ fokussiert sich auf geschlechtersensible Pädagogik im schulischen Bereich. Hier werden Materialien wie fünf Videos und ein Handbuch für Trainer:innen in der Lehreraus- und -fortbildung bereitgestellt. Diese Initiative zielt darauf ab, Lehrkräfte zu sensibilisieren und geschlechtergerechte Schulwelten zu fördern, was in unseren heutigen Gesellschaften von großer Bedeutung ist.

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Die Projektpartnerschaften erstrecken sich über mehrere Länder, darunter Tschechien und Ungarn. Die Ergebnisse der ethnografischen Forschung zeigen, dass Österreich bereits gute gesetzliche Grundlagen für eine geschlechtssensible Pädagogik hat. Es werden spezielle Trainings angeboten, um Lehramtsstudierende und Lehrkräfte der Sekundarstufe I in diesem Bereich fortzubilden.

Für die Zielgruppe der Lehrkräfte gibt es ein Handbuch mit 190 Seiten, das 50 Methoden zur Erhöhung der Genderkompetenz bietet. Die Themen, die hier behandelt werden, reichen von geschlechtersensiblem Unterricht über LGBTIQ* bis hin zu geschlechtsspezifischer Gewalt. Es ist klar, dass das Bewusstsein für Geschlechterfragen in der Bildung eine bedeutende Rolle spielt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sowohl die Ausstellung in Oberpullendorf als auch die verschiedenen Bildungsprojekte einen wichtigen Beitrag zur Prävention von Gewalt und zur Förderung von Geschlechtergerechtigkeit leisten. Hier wird deutlich, wie wichtig es ist, das Thema in den Fokus zu rücken und aktiv an Lösungen zu arbeiten.

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