In Oberpullendorf hat kürzlich eine spannende Veranstaltung stattgefunden, die den Dialog zwischen Wissenschaft und Bevölkerung förderte. Dr. Christoph Konrath, der Leiter der Abteilung für parlamentswissenschaftliche Grundsatzarbeit im österreichischen Parlament, war zu Gast bei Radio MORA. Die Veranstaltung war Teil des Projekts „Wissenschaft im Dialog – Land schafft Wissen“ der Organisation COMMIT. Ziel dieser Science Cafés ist es, einen niederschwelligen Austausch zwischen Experten und der Bevölkerung zu ermöglichen. Manchmal haben die Menschen einfach Fragen, und es ist wichtig, dass sie Antworten finden können!
Die Themen, die während der Veranstaltung behandelt wurden, waren alles andere als trocken. Konrath sprach über die Geschichte und Funktionsweise der Demokratie, die Rolle der Medien und deren Verantwortung für den Schutz von Minderheiten. Ein Thema, das zurzeit viele beschäftigt, ist der Einfluss von Social Media und Live-Tickern auf die Berichterstattung. In einem Zeitalter, in dem die Informationsflut kaum aufzuhalten ist, wies er darauf hin, wie wichtig es ist, Pausen in der Politik für Überlegungen und Austausch zu schaffen. Es ist schon verrückt, wie sehr sich die Tonlage in der Kommunikation verändert hat, oder? Gute journalistische Arbeit braucht Zeit, und dafür ist eine staatliche Medienförderung unerlässlich.
Science Cafés – Wissenschaft für alle
Ein weiteres Ziel der Science Cafés ist es, auch in ländlichen Regionen Zugang zu wissenschaftlichen Themen zu schaffen. COMMIT organisiert diese Cafés an insgesamt neun Standorten in Österreich. Das nächste Science Café mit Radio MORA ist bereits für den Herbst 2023 geplant. Das Thema wird „Was hat das Volksgruppengesetz noch mit dem Artikel 7 zu tun?“ sein. Die Neugier ist geweckt!
Bei der Veranstaltung wurde auch die Herausforderung angesprochen, dass fehlende direkte Erfahrungen mit Politik zu einer Abwendung von politischen Themen führen können. Ein Beispiel aus der Wirtschaft unterstreicht die Notwendigkeit, sich mit bürokratischen Hürden auseinanderzusetzen: Unternehmen in Österreich haben jährliche Bürokratiekosten von 21,1 Milliarden Euro – das sind etwa 669 Euro pro Sekunde. Unglaublich, oder? Zudem müssen Unternehmen jedes Jahr rund 320 Millionen Arbeitsstunden für bürokratische Aufgaben aufbringen. Das zeigt, wie komplex und herausfordernd das System ist.
Interaktive Auseinandersetzung mit Wissenschaft
Science Cafés sind nicht nur informativ, sie bieten auch eine Plattform für den Dialog zwischen Wissenschaft und Bürger*innen. Die interaktive Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Themen geschieht oft ohne Vorkenntnisse. Für die Jahre 2025 und 2026 sind bereits spannende Themen geplant: Von „Autismus, ADHS und Neurodiversität“ über „Fitness- und Ernährungstrends in sozialen Medien“ bis hin zu „Künstliche Intelligenz im Journalismus“. Das hört sich nach einer Menge interessanter Diskussionen an!
Dr. Benedikt Fecher, Geschäftsführer von „Wissenschaft im Dialog“, hat betont, dass es wichtig ist, den Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit zu fördern. Vertrauen in die Wissenschaft ist essenziell, und laut dem jüngsten Wissenschaftsbarometer vertrauen 75% der hochgebildeten Menschen der Wissenschaft. Bei Menschen mit niedriger formaler Bildung sind es jedoch nur 40%. Das ist eine große Diskrepanz, die es zu überbrücken gilt.
In der heutigen Zeit ist die Wissenschaftskommunikation mehr denn je gefordert. Technologische Umbrüche und Angriffe auf die Demokratie stellen Herausforderungen dar, die nicht ignoriert werden können. Es ist an der Zeit, dass Wissenschaft und Gesellschaft enger zusammenarbeiten, um gemeinsam Lösungen zu finden. Und genau hier kommen die Science Cafés ins Spiel. Sie ermöglichen es, dass Wissenschaft nicht nur für wenige, sondern für alle zugänglich wird.