Der Bau neuer Gaskraftwerke in den USA wird stark kritisiert, insbesondere im Hinblick auf den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen und die steigende Nachfrage nach Strom. Laut einem Bericht des Institute for Energy Economics and Financial Analysis (IEEFA), der mehrere Energieversorger unter die Lupe nahm, genehmigen Energieversorger, Projektentwickler und Regulierungsbehörden häufig Projekte ohne angemessene Risikobewertung. Dies birgt finanzielle Risiken für die Verbraucher und könnte die Entwicklung erneuerbarer Energien erheblich bremsen. Ökonews berichtet.
Unter den analysierten Versorgern sticht die Entergy Corporation hervor, die zahlreiche Gebiete entlang der Golfküste versorgt und im Transition-Test die Note „ungenügend“ erhielt. Trotz klarer Indikatoren für nötige Veränderungen plant Entergy den Ausbau ihrer Gaskraftwerkskapazitäten, was laut dem IEEFA hohe Kosten für Verbraucher nach sich ziehen könnte.
Fortschritte und Herausforderungen
Im Kontrast dazu zeigt der Portland General Electric (PGE) aus Oregon Fortschritte, indem er Kohlekraftwerke stilllegt und neue Wind-, Solar- sowie Batteriespeicherkapazitäten aufbaut. Dennoch betreibt PGE weiterhin fünf Gaskraftwerke, die 40 % des Strombedarfs decken. Die Fortschritte in der Transformation zu erneuerbaren Energien werden als „unvollständig“ bewertet.
Holy Cross Energy (HCE), der kleinste Energieversorger unter den analysierten Unternehmen, strebt an, bis 2025 85 % seines Strommixes aus erneuerbaren Quellen zu beziehen. Er hat die Bestnote für seine Fortschritte im Übergang zu erneuerbaren Energien erhalten und bietet seinen Kunden Strom zu Preisen an, die 33 % unter dem nationalen Durchschnitt liegen. Dennis Wamsted, Energieanalyst beim IEEFA, hebt hervor, dass ein schrittweiser Ausstieg aus fossilen Brennstoffen ohne drastische Preissteigerungen für die Verbraucher möglich ist.
Die Rolle erneuerbarer Energien
Nach Angaben des Umweltbundesamts wird bis 2025 der Anteil erneuerbarer Energien im Stromsektor auf 55,1 Prozent steigen. Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen wird voraussichtlich 290,2 Milliarden kWh betragen, was einem Anstieg von 1 Prozent im Vergleich zu 2024 entspricht. Insbesondere die Photovoltaik zeigt eine beeindruckende Entwicklung mit einer Steigerung der Erzeugung um über 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Windenergieleistung wird jedoch laut den aktuellen Analysen einen Rückgang erleben. Die installierte Windenergieleistung soll um 5.100 MW zunehmen, aber die Stromerzeugung aus Wind wird auf 133,9 Milliarden kWh sinken. Dennoch sind die Windkraftanlagen nach wie vor in der Lage, mehr Strom zu erzeugen als alle Braun- und Steinkohlekraftwerke in Deutschland zusammen.
Der Weg nach vorn
Die Entwicklungen in der Energiebranche zeigen sowohl Fortschritte als auch erhebliche Herausforderungen auf dem Weg zur Dekarbonisierung. Der Bonner Austausch zwischen den Versorgern und der Politik ist entscheidend für die zukünftige Energieversorgung und stellt sicher, dass der Übergang zu erneuerbaren Energien sowohl finanziell tragbar als auch nachhaltig gestaltet wird. Statistiken des Statistischen Bundesamtes zeigen die Trends in der Energieproduktion und -verbraucht, die als Basis für weiterführende Entscheidungen dienen sollten.