Heute ist der 24.09.2026 und die Auswirkungen des trockensten Sommers seit Beginn der Messgeschichte sind im Bezirk Deutschlandsberg deutlich spürbar. Mit Hitzewerten, die bis zu 38 Grad kletterten, haben die Landwirte hier einen Sommer erlebt, den man so schnell nicht vergisst. Die Trockenheit hat nicht nur den Ertrag der Ernten drastisch reduziert, sondern auch die Nerven der Betriebe strapaziert. Laut Berichten ist die zweite Mahd im Vergleich zu den Vorjahren um bis zu 50% zurückgegangen, und das Grünland hat in sonnseitigen Lagen Ernteausfälle von 40 bis 70% hinnehmen müssen. Ein klarer Fall von „Wir haben ein blaues Auge davon bekommen“, wie man in der Region gerne sagt.

Auf der anderen Seite kann man sagen, dass die Region im Vergleich zu Nachbarländern weniger betroffen ist. Nach den Regenfällen Anfang September zeigt sich das Grünland zwar wieder, doch eine dritte Mahd ist nicht mehr möglich. Die Landwirte atmen auf, denn sie können ihr Vieh weiden lassen, um die Wintervorräte zu schonen. Eine kleine Erleichterung in diesem harten Jahr, denn die Futtermittelpreise sind gestiegen – nicht gerade die beste Nachricht für die, die auf Silomais zurückgreifen müssen, um die Ernteausfälle abzufedern.

Erntebericht 2026: Eine nationale Krise

Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer hat den Erntebericht 2026 vorgestellt, und die Zahlen sind alarmierend. Insgesamt wird eine Getreideernte von rund 37,4 Millionen Tonnen erwartet, was 7,3% unter dem Vorjahr liegt. Besonders betroffen ist der Winterweizen, dessen voraussichtliche Erntemenge um 10,4% zurückgeht. In vielen Regionen, vor allem im Süden und Südwesten, gab es massive Ernteverluste. Die Trockenheit hat dem Mais stark zugesetzt – in einigen Gebieten hat er kaum gewachsen und es gibt sogar Betriebe, die gar keine Kolben ernten konnten.

Die Futterknappheit ist ein weiteres großes Problem. Nach dem ersten Schnitt blieb das Graswachstum aus, und die Betriebe greifen auf ihre Futterreserven zurück. Diese Situation wird von Rainer als „Krise von nationaler Tragweite“ bezeichnet. Um den Landwirten unter die Arme zu greifen, plant die Bundesregierung ein Liquiditätshilfeprogramm, das um 300 Millionen Euro aufgestockt wird, sowie EU-Düngemittelhilfen in Höhe von 60 Millionen Euro. Eine einmalige Erhöhung der Direktzahlungen soll ebenfalls für Entlastung sorgen.

Die Herausforderungen des Klimawandels

Doch die Probleme sind nicht nur saisonal. Der Klimawandel beeinflusst die Landwirtschaft zunehmend. Extreme Wetterlagen wie Hitzewellen, Dürre oder Starkregen nehmen zu. Laut Wetterexperten sind diese Veränderungen untrennbar mit dem Klimawandel verbunden. In den letzten Jahrzehnten haben sich die Durchschnittstemperaturen erhöht, und das hat weitreichende Folgen für den Anbau. Die Vegetationsperioden beginnen immer früher, was zwar eine Chance für einige Gemüsebetriebe darstellt, aber auch die Anfälligkeit für Spätfröste erhöht.

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Die Landwirte stehen vor der Herausforderung, ihre Anbau- und Bewirtschaftungsstrategien anzupassen. Maßnahmen wie Frostschutzvorkehrungen, Hagelschutznetze und Bewässerungsanlagen werden immer wichtiger. Die steigenden Temperaturen haben auch Auswirkungen auf die Tierhaltung. Kühe leiden unter der Hitze, was ihre Gesundheit und Leistung beeinträchtigt. Es ist ein ständiger Balanceakt, den die Bauern meistern müssen, um ihre Betriebe zukunftssicher zu machen.

Die Kastanienernte wird steiermarkweit auf etwa 200 Tonnen geschätzt – leider nicht genug, um die Nachfrage zu decken. Die Winzer hingegen freuen sich über eine gute Qualität des neuen Jahrgangs, auch wenn es bei frisch angelegten Weingärten zu Mindererträgen kam. Die Apfelernte bringt qualitativ gute, aber kleinere Früchte. Ein Blick in die Zukunft zeigt, dass die Landwirte langfristig auf nachhaltige Intensivierung setzen müssen, um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen.