In der Dr.-Theodor-Körner-Schule in St. Pölten gibt es etwas ganz Besonderes zu entdecken: zwei beeindruckende Deckengemälde von der talentierten Malerin und Pädagogin Maria Sturm. Diese kunstvollen Werke, die die Entwicklung des Kindes zur Mutter und des Knaben zum Ingenieur zeigen, sind mehr als nur Bilder – sie spiegeln auch die damals weit verbreiteten Rollenbilder von Männern und Frauen wider. Maria Sturm, geboren 1913 in Seitenstetten und gestorben 1996, ließ sich von ihrer Zeit und ihrem pädagogischen Ansatz inspirieren. 1955, als der Bundespräsident Theodor Körner die Schule eröffnete, war das ein starkes Zeichen für die Bildung in Österreich.

Die Künstlerin, die von 1934 bis 1938 an der Akademie der bildenden Künste in Wien studierte, hinterließ mit ihren Wandbildern nicht nur in St. Pölten, sondern auch in vielen Kirchen und Schulen, darunter Plankenstein, Langegg, Asperhofen und Prinzersdorf, ihre Spuren. Ihre Arbeiten wurden meist in den Ferien ausgeführt, was zeigt, wie sehr sie für ihre Kunst brannte. Zudem besuchte sie von 1941 bis 1943 die Meisterschule für Malerei und erhielt dafür den Meisterschulpreis der Akademie. Die von ihr verwendete Mörteltechnik verleiht ihren Wandbildern eine besondere Tiefe und Ausdruckskraft.

Ein Blick in die Vergangenheit

Die Werke von Maria Sturm sind nicht nur Kunstwerke, sondern auch Zeitzeugen, die uns einen Blick auf die gesellschaftlichen Normen und Erwartungen von damals gewähren. Die Rollenbilder, die sie darstellt, sind heute in vielerlei Hinsicht überholt, doch sie waren damals ein Teil des Alltags. Diese Darstellungen können durchaus als Ausgangspunkt für eine kritische Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen in der heutigen Zeit dienen. Der Hinweis am Eingang der Dr.-Theodor-Körner-Schule: „Betreten von schulfremden Personen verboten!“ könnte auch als Metapher für die geschlossenen Denkweisen der damaligen Zeit interpretiert werden.

In einer Zeit, in der die feministische Kunstwissenschaft nach Geschlechtergerechtigkeit und einer Neubewertung des Kunstkanons strebt, ist es wichtig, diese historischen Werke zu betrachten. Die Masterarbeit von Wolfgang Schreibelmayr an der Kunstuniversität Linz, die sich mit der historischen Entwicklung weiblicher Selbstdarstellung befasst, hebt hervor, wie notwendig es ist, traditionelle Geschlechterrollen zu hinterfragen. Die Diskussion über die Rolle von Künstlerinnen ist nicht neu, doch sie hat durch die Digitalisierung und die sozialen Medien an Relevanz gewonnen. Besonders die Herausforderungen der Selbstpräsentation in der digitalen Ära sind ein spannendes Thema, das in der heutigen Schulbildung oft vernachlässigt wird.

Rolle der Schule in der Kunstvermittlung

Die Schulen spielen eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, Schülerinnen bei der Reflexion ihrer eigenen (Geschlechts)-Identität zu unterstützen. Kunst und Gestaltung als Unterrichtsfach bieten die Möglichkeit, Identität und Werte zu erforschen. Die empirische Analyse von Schulbüchern zeigt, dass es zwar Fortschritte gibt, aber dennoch viel Raum für Verbesserungen besteht. Besonders die Repräsentation von Künstlerinnen aus nicht-westlichen Kontexten bleibt begrenzt, während weiße, männliche Künstler nach wie vor dominieren. Diese Aspekte sollten in der heutigen Kunstvermittlung stärker berücksichtigt werden.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Insgesamt können wir die Werke von Maria Sturm als eine Art Brücke in die Vergangenheit sehen, die uns nicht nur die damalige Gesellschaft näher bringt, sondern auch dazu anregt, kritisch über die aktuellen Geschlechterverhältnisse nachzudenken. Die Auseinandersetzung mit ihrer Kunst und den dargestellten Rollenbildern könnte eine wertvolle Grundlage für die Diskussion über Gleichstellung und Identität in der heutigen Zeit sein.

Besuchen Sie die Dr.-Theodor-Körner-Schule und lassen Sie sich von den beeindruckenden Deckengemälden inspirieren! Mehr Informationen über die Künstlerin und ihre Werke finden Sie auch unter diesem Link.