In Oberösterreich stehen die Tageseltern unter gewaltigem Druck. Die wirtschaftliche Lage hat sich deutlich verschlechtert, und der Betriebsrat der „Aktion Tageseltern“ fordert nun eine beitragsfreie Betreuung von 7 bis 13 Uhr. Ein klarer Schritt, um die Tageseltern endlich mit Krabbelstuben und Kindergärten gleichzustellen. Diese Kleinkindbetreuer spielen eine unverzichtbare Rolle in der Kinderbetreuung, bieten sie doch eine familiennahe, individuelle und stabile Förderung für die Kleinen. Dennoch sind die Herausforderungen riesig, und die Forderungen sind nicht ohne Grund erhoben worden. Immerhin betreuen viele Tageseltern Kinder, die auf eine flexible und persönliche Betreuung angewiesen sind – gerade in ländlichen Regionen ist das oftmals die einzige Option.

Eine interessante Entwicklung: Im Jahr 2022 wurden in Österreich 94,7 % der Kinder zwischen drei und fünf Jahren im Kindergarten betreut. Fast ein Drittel der unter Dreijährigen besuchte eine Krippe. Allerdings gibt es einen massiven Mangel an Betreuungsplätzen. Insbesondere in ländlichen Gebieten fehlen Zehntausende Plätze. Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass die Anzahl der Tageseltern von 2391 im Jahr 2018 auf nur noch 1789 im Jahr 2022 gesunken ist – ein Rückgang um ein Viertel. Auch die Zahl der von Tageseltern betreuten Kinder fiel von 11.000 auf 8700. Dies ist alarmierend und bedarf dringend einer Lösung.

Die Herausforderungen der Tageseltern

In Oberösterreich wurden seit September 2023 Tageselternplätze für Kinder ab drei Jahren nicht mehr öffentlich gefördert. Das macht die Situation noch prekärer. Gemeinden sind zwar verpflichtet, ihre Einrichtungen bis 19 Uhr offen zu halten, jedoch nur bei Bedarf, was häufig nicht gegeben ist. Die flexiblen Betreuungsmöglichkeiten, die benötigt werden, um unterschiedliche Arbeitszeiten abzudecken, sind schlichtweg nicht ausreichend vorhanden. Eltern weichen daher oft auf Krippen und Kindergärten aus, die häufig günstiger sind. Es ist kein Wunder, dass die Tageseltern angesichts dieser Umstände zunehmend in Bedrängnis geraten.

Ein weiterer Aspekt, der die Situation kompliziert macht, sind die bürokratischen Hürden, die potenzielle Tageseltern abschrecken. In Wien kann man frühestens nach sechs Monaten mit der Arbeit als Tagesmutter beginnen, ohne in dieser Zeit Einkommen zu generieren. Das schreckt viele ab. In der Steiermark erhalten Tageseltern zwar einen Startgutschein von bis zu 750 Euro, aber die Selbstständigen unter ihnen müssen sich selbst versichern. Ihr Einkommen hängt stark von der Anzahl der betreuten Kinder ab, was das Ganze zu einem riskanten Unterfangen macht.

Ausbildung und Perspektiven

Ein Beruf, der viele Chancen bietet und es Frauen ermöglicht, Familie und Beruf zu vereinbaren – das klingt verlockend! Aber auch hier gibt es Herausforderungen. Tageseltern müssen eine pädagogische Ausbildung absolvieren, regelmäßige Weiterbildungen sind Pflicht. Tirol plant sogar, die Tageselternstruktur auszubauen und weitere Ausbildungsmöglichkeiten zu schaffen. Das klingt nach einem nötigen Schritt, um das Image der Tageseltern zu verbessern und sie als ernstzunehmende Betreuungsalternative zu etablieren.

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Die Notwendigkeit, Tageseltern in die Betreuungslandschaft einzubeziehen, wird immer deutlicher. Nicht jede Gemeinde ist groß genug, um eigene Einrichtungen zu haben. Die Pläne in Tirol, ab 2026 einen Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung gesetzlich zu verankern, könnten eine positive Wende bringen. Aber ob das ausreicht, um die Situation der Tageseltern zu verbessern? Es bleibt abzuwarten, wie sich die Lage entwickeln wird.