Einfamilienhäuser boomen in Grieskirchen – doch beim Bauland entscheidet die Lage über die Preisliga
Der Markt für Einfamilienhäuser in den Bezirken Grieskirchen und Eferding ist im ersten Halbjahr 2026 deutlich in Bewegung gekommen. Laut Immobilienpreisspiegel von Remax wurden in Grieskirchen 78 und in Eferding 30 Einfamilienhäuser verkauft. In beiden Bezirken lag die Zahl damit über dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre.
Für den Bezirk Grieskirchen ist das ein kräftiger Sprung: Die Zahl der verbücherten Einfamilienhäuser lag 55,7 Prozent über dem Zehnjahresdurchschnitt. Auch gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 nahm die Verkaufsmenge zu. Mit 78 Verkäufen wurde seit Beginn der Remax-Auswertung im Jahr 2009 sogar der höchste Wert erreicht.
Mehr Häuser, aber unterschiedliche Preise
Der typische Hauspreis in Grieskirchen betrug 296.291 Euro. Das waren 2,8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. In Eferding wechselten 30 Einfamilienhäuser den Besitzer – 27,1 Prozent mehr als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Der typische Preis lag hier bei 354.475 Euro und damit um 2,6 Prozent über dem Wert aus dem ersten Halbjahr 2025. Eferdinger Häuser waren somit deutlich teurer als jene im Nachbarbezirk.
Österreichweit wurden im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 6.400 Einfamilienhäuser verbüchert. Das entspricht einem Plus von 26,7 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2025. In Oberösterreich stieg die Zahl der Verkäufe um 35,2 Prozent auf 1.122. Der typische Hauspreis erhöhte sich im Bundesland um 3,6 Prozent auf 357.852 Euro.
Remax sieht einen wichtigen Grund für die stärkere Nachfrage nach bestehenden Immobilien: Neubauten sind für viele Interessenten finanziell schwer leistbar. Ein bereits gebautes Haus lässt sich hingegen Schritt für Schritt sanieren. Nicht alles muss sofort passieren – zuerst vielleicht das Dach, später Fenster oder Heizung. Für manche Familien ist das die einzige realistische Alternative zum Neubau.
Bauland bleibt eine Frage der Lage
Wie weit die Preise innerhalb Oberösterreichs auseinanderliegen, zeigt der Blick auf das Bauland. Die zugrunde liegenden Werte basieren überwiegend auf tatsächlichen Grundbuch-Transaktionen der Statistik Austria aus den Jahren 2021 bis 2025 und wurden auf das Preisniveau 2025 angepasst. Es handelt sich nicht um Angebotspreise.
Am teuersten war Bauland in der Stadt Linz mit 537,2 Euro pro Quadratmeter. Rohrbach bildete mit 44,0 Euro das andere Ende der Skala. Dazwischen lagen Wels-Stadt mit 332,1 Euro, Linz-Land mit 304,1 Euro und Steyr-Stadt mit 244,9 Euro. Vergleichsweise günstig waren Schärding mit 58,8 Euro, Ried mit 88,2 Euro, Grieskirchen mit 94,3 Euro und Freistadt mit 95,7 Euro je Quadratmeter. Zwischen Linz und Rohrbach lag der Preisfaktor bei 12,2.
Noch größer wird die Spanne auf Gemeindeebene. St. Lorenz am Mondsee kam auf 732,4 Euro pro Quadratmeter, Leonding auf 636,9 Euro und Mondsee auf 613,4 Euro. Es folgten Linz mit 537,2 Euro und Gmunden mit 529,5 Euro. Weyregg und Unterach am Attersee sowie Pasching lagen jeweils bei 481,7 Euro.
Die teuersten Gebiete konzentrieren sich auf den Linzer Zentralraum und das Salzkammergut. Drei der sechs teuersten Gemeinden liegen an Seen: St. Lorenz und Mondsee am Mondsee sowie Weyregg am Attersee. Gmunden lag mit 529,5 Euro pro Quadratmeter deutlich über dem Bezirksdurchschnitt von 201,1 Euro. In Leonding war Bauland sogar teurer als in der Stadt Linz.
Ganz anders schaut es in Dimbach, Julbach, Kollerschlag und Nebelberg aus. Dort kostete Bauland jeweils 26,6 Euro pro Quadratmeter. Zwischen St. Lorenz und diesen günstigsten Gemeinden lag damit der Faktor 28. Das ist kein kleiner Unterschied mehr, sondern eine andere Preisliga.
Wohnungen: Mehr Kaufakte, neue Höchststände
Auch bei Eigentumswohnungen zog der Markt an. 2025 wurden in Oberösterreich 5.077 Wohnungen verbüchert – 21,0 Prozent mehr als 2024. Der Transaktionswert stieg um 24,9 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Damit war Oberösterreich Österreichs drittgrößter Wohnungsmarkt, hinter Wien und der Steiermark.
Die meisten Kaufakte entfielen auf Linz-Stadt: 1.232, ein Plus von 28,9 Prozent. Linz-Land kam auf 688 Transaktionen, plus 7,8 Prozent. In Wels-Stadt und Wels-Land waren es 564, also 32,4 Prozent mehr. Gmunden erreichte 508 Kaufakte und ein Plus von 9,2 Prozent, Vöcklabruck 456 und plus 19,7 Prozent.
Urfahr-Umgebung verzeichnete mit 302 Verkäufen den stärksten Zuwachs – 71,6 Prozent. Braunau kam auf 243 Kaufakte, plus 19,1 Prozent. Steyr-Stadt und Steyr-Land erreichten gemeinsam 241, ein Plus von 28,2 Prozent. Ried lag bei 197 Transaktionen und plus 27,1 Prozent, Grieskirchen bei 156 und plus 15,6 Prozent.
Kirchdorf kam auf 122 Verkäufe, plus 47,0 Prozent, Perg auf 110, plus 14,6 Prozent. Schärding erreichte 86 Kaufakte und legte um 34,4 Prozent zu. Rückgänge gab es in Freistadt mit 66 Verkäufen (minus 29,0 Prozent), Eferding mit 56 (minus 9,7 Prozent) und Rohrbach mit 50 (minus 33,3 Prozent).
In 13 von 18 Bezirken wurden 2025 mehr Wohnungen verkauft als 2024, in elf Bezirken lag das Plus im zweistelligen Bereich. Linz-Stadt hatte von 2015 bis 2023 durchgehend mehr als 1.000 Verkäufe verzeichnet, war 2024 um 27,4 Prozent zurückgefallen und stieg 2025 wieder auf 1.232 Kaufakte. Die niedrigsten Transaktionszahlen gab es in Rohrbach, Freistadt und Eferding.
Der durchschnittliche Wohnungspreis in Oberösterreich lag 2025 bei 237.248 Euro. Das waren 2,3 Prozent mehr und zugleich ein neues Preismaximum. Am teuersten war Urfahr-Umgebung mit 284.161 Euro, plus 11,5 Prozent. Danach folgten Freistadt mit 277.937 Euro und Gmunden mit 267.863 Euro. Linz-Stadt lag bei 248.956 Euro und verzeichnete mit einem Plus von 2,2 Prozent den geringsten Preiszuwachs unter den oberösterreichischen Bezirken.
Beim Quadratmeterpreis reichte die Spanne bei Eigentumswohnungen von 2.186 Euro in Wels-Stadt bis 3.974 Euro in Linz-Stadt. Bei Häusern lagen die Werte zwischen 2.899 Euro pro Quadratmeter in Schärding und 5.259 Euro in Linz-Stadt. Die Unterschiede bei Wohnungen und Häusern waren mit einem Faktor von etwa 1,8 deutlich kleiner als beim Bauland.
Bei der Einordnung ist allerdings ein genauer Blick nötig: Die Statistik-Austria-Werte sind geometrische Mittel über fünf Jahre und keine Momentaufnahme eines einzelnen Quartals. Die genannten Remax-Transaktionszahlen bei Wohnungen beziehen sich auf das gesamte Jahr 2025. Und Inseratspreise können von den tatsächlich erzielten Verkaufspreisen abweichen – gerade bei einem Haus mit altem Dach, feuchtem Keller oder einer Küche, die schon einiges erlebt hat.
