In Steyr gab es kürzlich einen festlichen Anlass, der das Engagement von vier außergewöhnlichen Menschen in den Fokus rückte. Bischof Manfred Scheuer überreichte die begehrten Florian- und Severin-Medaillen an Ehrenamtliche, die sich über Jahre hinweg um ihre Gemeinden verdient gemacht haben. Diese Auszeichnung wird an Personen verliehen, die mindestens zehn Jahre im pastoralen oder mit der katholischen Kirche verbundenen Bereichen tätig sind. Die Ehrungen gingen an Steyr, Ternberg und Waldneukirchen und würdigen sowohl überregionales Engagement als auch lokale Verdienste.
Die Florian-Medaille wurde an Johanna Eisner verliehen, die seit 1982 in Steyr lebt. Ihr ehrenamtliches Engagement in der Pfarre Christkindl ist bemerkenswert. Sie hat nicht nur die Kirchenpflege und Liturgie mit viel Hingabe betreut, sondern auch das Theologiestudium in Linz erfolgreich abgeschlossen. Besonders hervorzuheben ist ihr Organisationstalent: 1983 organisierte sie die erste gemeinsame Weltgebetstags-Feier katholischer und evangelischer Frauen in Steyr – ein Schritt in Richtung interkonfessioneller Zusammenarbeit.
Die Severin-Medaillen für engagierte Persönlichkeiten
Die Severin-Medaille ging an drei weitere herausragende Persönlichkeiten. Heinrich Brugger, ein gebürtiger Linzer, lebt seit 1973 in Steyr und hat sich seit den 1960er-Jahren aktiv bei der Suchtkrankenhilfe „Blaues Kreuz“ engagiert. Außerdem war er 20 Jahre lang Leiter des Christkindler Kulturtreffs und hat unzählige Vorträge gehalten sowie Spiele organisiert. Seine Arbeit als Kirchen- und Krippenführer ist ebenfalls nicht zu unterschätzen.
Hermann Infanger, der 2010 nach Ternberg zog, hat als gelernter Elektriker die Wallfahrt nach Maria Neustift 20 Jahre lang geleitet. Sein Engagement für die Pfarrgemeinde Ternberg zeigt sich in vielen Projekten, wie dem Bau einer Seilwinde für den Adventkranz oder der Übernahme der Bauaufsicht für die Kirchturmrenovierung, die 2025 abgeschlossen werden soll. Auch seine Tätigkeit bei der Feuerwehr und dem Roten Kreuz ist erwähnenswert.
Die letzte Severin-Medaille erhielt Marianne Damböck aus Waldneukirchen. Nach dem Tod ihres Mannes übernahm sie die Tischlerei und Bestattung. 2007 wurde sie in den Pfarrgemeinderat gewählt, wo sie als Obfrau das Gesicht der Pfarre wurde. Sie leitet seit 2013 das Katholische Bildungswerk und organisiert zahlreiche Veranstaltungen, die das Gemeindeleben bereichern. Ihre Rolle als Vorbeterin bei Totenwachen und bei Hausabholungen verstorbener Gemeindemitglieder zeigt ihr tiefes Engagement in der Seelsorge.
Ein Festakt für die Ehrenamtlichen
Reinhard Wimmer, Leiter des Fachbereichs Ehrenamt und Pfarrgemeinde der Diözese Linz, hielt eine bewegende Festrede, in der er die zentrale Rolle der Ehrenamtlichen für Kirche und Gesellschaft betonte. Er erinnerte sich an seine eigenen Anfänge im Ehrenamt vor 41 Jahren und würdigte den Einsatz der Ehrenamtlichen, die neben Familie und Beruf Zeit und Energie investieren. In der Diözese Linz engagieren sich tausende Menschen in über 80 Funktionen – sei es in Pfarrgemeinden, Liturgie, Kirchenmusik oder der Caritas.
Die Gestaltung der Ehrenzeichen übernahm die Linzer Künstlerin Ulrike Neumaier. Ihre Symbole, der Mühlstein und das Ölbaumblatt, sind eine Hommage an die Diözesanheiligen hl. Florian und hl. Severin. Der prägnante Münzrand mit dem Satz „Et si nemo, ego tamen.“ – „Und wenn es keiner macht, ich tue es doch!“ könnte treffender nicht sein.
Insgesamt zeigt diese Verleihung, wie wertvoll und unersetzlich das Engagement der Ehrenamtlichen für das Gemeindeleben ist. Es sind Menschen wie Johanna Eisner, Heinrich Brugger, Hermann Infanger und Marianne Damböck, die das Rückgrat der Gemeinschaft bilden und durch ihre Taten inspirieren. So wird deutlich, dass Ehrenamt nicht nur eine Aufgabe, sondern eine Herzensangelegenheit ist.
Für weitere Informationen zu den Medaillen und den ausgezeichneten Persönlichkeiten, besuchen Sie die Quelle oder die Diözese Linz.