Bundesratspräsidentin Christine Schwarz-Fuchs hat Österreich bei dem Gipfel der Karpaten-Integrationsinitiative in der Ukraine vom 17. bis 20. September 2026 vertreten. Ein Treffen, das nicht nur die Vertreter der acht Karpatenstaaten zusammenbrachte, sondern auch Delegierte von EU-Institutionen, Regionen und der Wirtschaft. Ziel dieser Initiative? Eine stärkere Kooperation in den Bereichen Wirtschaft, Infrastruktur, Energie, Umwelt und grenzüberschreitende Zusammenarbeit – Themen, die in der Karpatenregion von entscheidender Bedeutung sind.

Die Bedeutung gut ausgebauter Verkehrswege und einer sicheren Energieversorgung hob Schwarz-Fuchs in ihren Ansprachen deutlich hervor. Diese Aspekte seien Grundpfeiler für Stabilität in der Region. In persönlichen Gesprächen mit hochrangigen ukrainischen Führungspersönlichkeiten, wie Präsident Wolodymyr Selenskyj und Premierminister Serhij Korezkyj, wurde auch die Rolle der Karpatenländer in der europäischen Zusammenarbeit thematisiert. Schwarz-Fuchs nahm an einer Podiumsdiskussion teil, die sich mit der Rolle der Regionen und Gemeinden in der europäischen Integration befasste.

Wirtschaftsforum und EU-makroregionale Strategie

Besonders bemerkenswert war das Wirtschaftsforum, das hochkarätige Teilnehmer wie den rumänischen Präsidenten Nicușor Dan und den polnischen Premierminister Donald Tusk anzog. Hier wurde intensiv über die Entwicklung einer EU-makroregionalen Strategie für die Karpatenregion (EUSCARP) diskutiert. Diese Strategie könnte den Weg für eine nachhaltige Entwicklung und engere wirtschaftliche Verbindungen zwischen den Karpatenstaaten ebnen. Es lohnt sich, darauf hinzuweisen, dass die Idee von makroregionalen Strategien in der EU erst im Februar 2016 ins Leben gerufen wurde und darauf abzielt, die Zusammenarbeit zwischen den Regionen zu fördern und gemeinsame Ziele zu ermitteln.

Nach den politischen Gesprächen nutzte Schwarz-Fuchs die Gelegenheit, sich auch mit der österreichischen Wirtschaft zu beschäftigen. Ein Besuch bei den Skifabriken Fischer Sports in Mukatschewo und Blizzard Sport GmbH in Tschop verdeutlichte die wirtschaftliche Dimension der Reisen. Die Bundesratspräsidentin unterstrich die Notwendigkeit langfristiger Partnerschaften für die regionale Entwicklung und wie wichtig es ist, die Karpatenbewohner in diese Prozesse einzubeziehen.

Makroregionale Strategien und ihre Bedeutung

Die Bedeutung von makroregionalen Strategien wie der geplanten EUSCARP kann nicht genug betont werden. Diese Strategien sind ein neuer Ansatz der EU, der sich auf größere, staatenübergreifende Teilräume konzentriert. Die EU hat bereits vier solcher Strategien ins Leben gerufen, darunter die EU-Ostseestrategie und die EU-Donauraumstrategie. Diese Ansätze haben das Ziel, zentrale Strategien wie „Europa 2020“ in den Regionen zu verankern und die speziellen Charakteristika der einzelnen Regionen bei der Umsetzung von EU-Politiken zu berücksichtigen.

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Durch die Mobilisierung der Regierungen der Karpatenländer wird zudem ein offizieller Antrag beim Europäischen Rat für eine makroregionale Strategie angestrebt. Das könnte der Schlüssel sein, um die Zusammenarbeit in der Region zu intensivieren und eine stärkere politische Unterstützung auf EU-Ebene zu sichern. Die interregionale Gruppe, die bereits seit 2016 aktiv ist, hat sich zum Ziel gesetzt, den Dialog zwischen lokalen Gebietskörperschaften zu fördern und die Karpatenkonvention als Vertragspartei zu integrieren.

Die Fotos von der Reise sind im Webportal des Parlaments zugänglich – ein schöner Ausblick auf die Zusammenarbeit, die in der Karpatenregion gefördert wird. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Pläne für die EU-makroregionale Strategie entwickeln werden und welche neuen Impulse dies für die Karpatenländer mit sich bringen kann. Die Bedeutung dieser Treffen und der Austausch von Ideen wird in den kommenden Jahren sicher nicht zu unterschätzen sein.