Heute ist der 19.10.2026 und wir werfen einen Blick auf einen spannenden Prozess, der gerade im Burgenland ins Rollen kommt. Das Land hat mit AgriNEXT ein Projekt ins Leben gerufen, das sich der Weiterentwicklung landwirtschaftlicher Fachschulen in Güssing und Eisenstadt widmet. Landeshauptmann-Stellvertreterin und Agrarreferentin Anja Haider-Wallner hat die Initiative ins Leben gerufen, um die bestehenden Bildungsangebote zu evaluieren und an die Herausforderungen der Zukunft anzupassen. Diese Herausforderungen sind nicht von Pappe; es geht um den Klimawandel, Nachhaltigkeit und innovative Produktionsformen, die in der Landwirtschaft immer wichtiger werden.

Wissenschaftlich begleitet wird das Ganze von der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik in Wien. Ein ganzes Netzwerk von Akteuren wird in diesen Prozess eingebunden: von der Bildungsdirektion über Schulleitungen und Lehrkräfte bis hin zu Schülern, Absolventen, landwirtschaftlichen Betrieben und Interessenvertretungen. Ziel ist es, am Ende konkrete Handlungsempfehlungen für die gezielte Weiterentwicklung der Schulstandorte vorzulegen. Das klingt nach einer Menge Arbeit, aber die ersten Schritte sind bereits getan – Kick-off-Veranstaltungen in Güssing am 24. Juni und in Eisenstadt am 29. Juni haben den offiziellen Startschuss gegeben.

Fokus auf die Zukunft

Die Analyse der aktuellen Bildungsangebote ist ein zentraler Bestandteil des Projekts. Dabei wird auch ein Augenmerk auf die Entwicklungen am Arbeitsmarkt und in landwirtschaftlichen Berufsfeldern gelegt. Befragungen und Interviews sollen dazu dienen, die relevanten Kompetenzen für den Beruf und das tägliche Leben zu vermitteln. Immerhin ist die Biolandwirtschaft ein zentraler Bestandteil des burgenländischen Regierungsprogramms, mit dem Ziel, den Anteil biologisch bewirtschafteter Flächen bis 2030 von 40% auf 50% zu erhöhen. Angesichts der Klimaveränderungen wird die Bedeutung nachhaltiger Bewirtschaftungsformen immer größer.

In den kommenden Jahren stehen Themen wie bodenschonende Bewirtschaftung, nachhaltiger Ressourceneinsatz, Biodiversität und Klimaschutz auf der Agenda der landwirtschaftlichen Ausbildung. Hier zeigt sich, dass Bildung nicht nur eine Frage der Theorie ist, sondern es geht auch um praktische Ansätze und deren Umsetzung im Alltag der Landwirte. Es ist spannend zu beobachten, wie sich diese Veränderungen auf die Ausbildung der nächsten Generation von Landwirten auswirken werden.

Ein Blick über den Tellerrand

<pAber was bedeutet das für die aktuellen Herausforderungen in der Landwirtschaft? Auf einer Fachtagung an der Universität Paderborn, die im März stattfand, wurden genau diese Fragen diskutiert. Wissenschaftler, Bildungspraxis und Branchenvertreter kamen zusammen, um über die Auswirkungen des Klimawandels, technologische Innovationen und die gesellschaftlichen Erwartungen an nachhaltige Produktion zu sprechen. Ein großes Thema war auch der Mangel an Lehrkräften an beruflichen Schulen, trotz der Attraktivität grüner Berufe. Hier wird klar, dass die Ausbildung nicht nur inhaltlich, sondern auch strukturell weiterentwickelt werden muss.

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Besonders interessant war die Präsentation von Prof. Ing. Dr. Theresa Eichhorn, die eine Studie über Erfolgsfaktoren landwirtschaftlicher Betriebsleiterfamilien in Österreich vorstellte. Es zeigt sich, dass persönliche und soziale Kompetenzen, Kostensenkung und Diversifizierung entscheidend für den Erfolg sind. Das geht einher mit dem Auftrag für die landwirtschaftliche Berufsbildung, die Entwicklung von Kompetenzen und Haltungen bei jungen Landwirten voranzutreiben. Auch hier wird deutlich, dass die Zukunft der Landwirtschaft in den Händen der nächsten Generation liegt, die gut vorbereitet werden muss, um den Herausforderungen zu begegnen.

Die kommenden Jahre werden zeigen, wie sich diese Entwicklungen auswirken. AgriNEXT ist ein Schritt in die richtige Richtung, um die Landwirtschaft im Burgenland zukunftsfähig zu machen und gleichzeitig die jungen Menschen für die Herausforderungen von morgen zu rüsten. Der Weg ist sicherlich nicht immer einfach, aber er ist notwendig und vielversprechend.