Wandel im Burgenland: Die evangelische Kirche stellt sich neu auf
Die evangelische Kirche im Burgenland steht vor einem Wandel. Mit einem neuen Stellenplan für ganz Österreich wird die Anzahl der Pfarrerinnen- und Pfarrerstellen im Burgenland von 25,5 auf 22,5 reduziert. Superintendent Robert Jonischkeit hat erklärt, dass diese Neuaufstellung notwendig ist, um die Gemeinden langfristig stabil aufzustellen. Ein klarer Schritt in eine neue Richtung, denn die Gemeinden bleiben eigenständig, werden aber in Pfarrverbänden betreut. Das bedeutet, dass eine Pfarrerin oder ein Pfarrer mehrere Gemeinden betreut, was für die Zukunft der Kirche entscheidend sein könnte.
Die neuen Pfarrverbände sind bereits festgelegt: Kukmirn und Neuhaus bilden einen Pfarrverband, Eltendorf und Deutsch Kaltenbrunn einen weiteren. Nickelsdorf, Deutsch Jahrndorf und Zurndorf werden von Pfarrer Sebastian Götzendorfer betreut, während der neue Pfarrverband Neusiedler See-Hügelland mit Rust, Mörbisch und Eisenstadt von Joachim Grössing und Claudia Schörner geleitet wird. Diese Strukturveränderung kommt nicht von ungefähr, denn die evangelische Kirche verzeichnet moderate Mitgliederverluste. Die Zahl der evangelischen Gläubigen sank in den letzten fünf Jahren von 30.000 auf rund 28.000. Ein Grund zur Besorgnis, denn die Beerdigungen übersteigen die Taufen. Das ist eine Herausforderung, die man nicht einfach ignorieren kann.
Aktuelle Entwicklungen und Veranstaltungen
Apropos Herausforderungen – die evangelische Kirche im Burgenland muss auch um ihre Menschen trauern. Susanna Hackl, eine geschätzte Persönlichkeit der Gemeinde, ist am 3. September 2026 verstorben. Ihr Verlust wird sicherlich von vielen schmerzlich empfunden. Umso schöner, dass die Kirche auch weiterhin aktiv bleibt und Veranstaltungen plant. So steht das Festival „Orgel ohne Grenzen“ vor der Tür! Am 1. Oktober 2026 um 19:00 Uhr wird es „The trumpet shall sound“ mit Elisabeth Pratscher (Sopran), Siegfried Koch (Trompete) und Christiaan van de Woestijne (Orgel) geben. Und das ist noch nicht alles – am 3. Oktober gibt es mit „Poesie und Pathos“ ein weiteres Highlight.
Außerdem findet am 1. Oktober 2026 um 15:00 Uhr eine Sitzung des Gustav-Adolf-Zweigvereins Burgenland statt. Wer sich für die Konfirmandenarbeit oder die Frauenarbeit interessiert, sollte die Themen der Ausgabe Juni 2026 nicht verpassen. Bischöfin Cornelia Richter wird im Burgenland erwartet und das Gedenkjahr Paul Gerhardt wird ebenfalls thematisiert. Die evangelische Kirche bleibt also aktiv und lebendig, trotz der Herausforderungen, die sie zu meistern hat.
Mitgliederentwicklung und Kirchenaustritte
Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass die Situation beim Nachwuchs der Pfarrerinnen und Pfarrer stabil ist, auch wenn die Unterstützung aus Deutschland zurückgegangen ist. Kirchenaustritte in der Diözese Eisenstadt gingen 2025 im Vergleich zu 2024 sogar leicht zurück. Insgesamt gab es 1.758 Austritte, was unter dem Wert des Vorjahres liegt. Im Vergleich dazu zählt die katholische Kirche im Burgenland 175.653 Katholikinnen und Katholiken, was ebenfalls einen Rückgang im Vergleich zu 2024 (177.848) darstellt. Die Zahl der Taufen lag im Jahr 2025 bei 1.151, während 270 Trauungen durchgeführt wurden. Es zeigt sich, dass der Rückgang der Mitgliederzahlen in beiden großen Religionsgemeinschaften ein Thema ist, das nicht ignoriert werden kann.
Im Burgenland sind 101 Diözesanpriester, 33 ständige Diakone und 98 Ordensleute aktiv, und es nehmen durchschnittlich rund 18.000 Gläubige an den Sonntagsmessen teil. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in Zukunft entwickeln wird. Die evangelische Kirche scheint jedoch entschlossen, ihre Strukturen anzupassen und ihren Platz in der Gesellschaft zu behaupten.
Die Statistiken zur Religionszugehörigkeit sind dabei ein wichtiges Instrument, um Entwicklungen nachzuvollziehen. Seit der Umstellung auf registerbasierte Erhebung wird die Religionszugehörigkeit im Zensus nicht mehr erhoben. Dennoch gibt es freiwillige Erhebungen, die interessante Einblicke bieten. Aktuell sehen wir, dass die Kirchen vor Herausforderungen stehen, die es zu bewältigen gilt, wobei die Zahlen aus der Vergangenheit einen wichtigen Kontext bieten. Wie sich die evangelische Kirche im Burgenland weiterentwickeln wird, bleibt spannend.
