In Sankt Pölten wurde kürzlich ein ganz besonderes Ereignis gefeiert: Die Handabdrücke zweier herausragender niederösterreichischer Fachkräfte, Sara Sinhuber und Lukas Miedler, wurden am Rathausplatz verewigt. Beide gewannen Gold bei den EuroSkills 2025 in Dänemark – ein echtes Highlight für die Region! WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker und AK NÖ-Präsident Markus Wieser berichteten von den beeindruckenden Erfolgen unserer Fachkräfte bei den WorldSkills und EuroSkills, wo die Teilnehmer insgesamt 19 Gold-, 16 Silber- und 16 Bronzemedaillen errangen. Diese Medaillen sind nicht nur hübsche Trophäen, sondern stehen für jahrelanges Training, fachliches Können und den persönlichen Einsatz, der hinter diesen großartigen Leistungen steckt.
Sara Sinhuber, die als Fliesenlegerin das Gold errang, beschreibt die EuroSkills als „magische Zeit“. Ihre Begeisterung ist förmlich spürbar, wenn sie von der Anerkennung spricht, die ihr Erfolg mit sich brachte. Lukas Miedler, der als Betonbauer ebenfalls ganz oben auf dem Treppchen stand, hebt die Unterstützung seines Unternehmens hervor. Er hat nebenbei auch den Vorarbeiterkurs erfolgreich absolviert – das zeigt, wie wichtig ihm seine berufliche Weiterentwicklung ist. Ecker betont die hohe Qualität der Ausbildung in Österreich und die hervorragenden Karrierechancen, die eine Lehre bieten kann.
Die Initiative FAME
Im Rahmen der Initiative FAME sollen junge Menschen über die vielfältigen Möglichkeiten einer Lehre informiert werden. Es ist wichtig, erfolgreiche Fachkräfte sichtbar zu machen und das Image der Lehre zu stärken. St. Pöltens Bürgermeister Matthias Stadler betont die Bedeutung der Lehre für die Zukunft und hebt die vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten in der Stadt hervor. Gemeinsam mit den Sozialpartnern werden verschiedene Aktivitäten vorgestellt, die das Interesse an handwerklichen Berufen fördern sollen. Dazu gehört beispielsweise das Programm „Let’s Walz“, bei dem Lehrlinge vier Wochen im Ausland arbeiten können. Auch das Wakany-Volksschultheater, das Kindern eine interaktive Berufs-Märchenwelt bietet, ist Teil dieser Initiative.
Zusätzlich gibt es einen Masterlehrgang für Berufsorientierung an der Hochschule NÖ sowie die BO-Toolbox, die einen Überblick über die Aktivitäten zur Berufs- und Bildungsorientierung bietet. Und die Gamification, ein virtuelles Interessenprofil zur Berufswahl, ist ebenfalls ein spannendes Element, das die Jugendlichen anspricht. All diese Maßnahmen zeigen, wie ernst es den Verantwortlichen ist, die Lehre als attraktiven Weg in die Zukunft zu präsentieren.
Berufsbildung im Fokus
Die Bedeutung der beruflichen Bildung geht weit über die Grenzen von Sankt Pölten hinaus. Ein Blick auf die gesetzlichen Rahmenbedingungen zeigt, dass das zuständige Ministerium (§ 86 des Berufsbildungsgesetzes) verpflichtet ist, Entwicklungen in der beruflichen Bildung genau zu beobachten. So muss jährlich bis zum 15. Mai ein Bericht an die Bundesregierung vorgelegt werden. Aktuell obliegt diese Verantwortung dem Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, das bis Mai 2025 in dieser Funktion tätig ist. Unterstützt wird das Ministerium dabei vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), das Daten und Analysen zur Erstellung des Berufsbildungsberichts bereitstellt.
Der erste Berufsbildungsbericht wurde bereits 1977 veröffentlicht und erscheint seitdem jährlich. Im Jahr 2007 wurde eine Reform des Berichts empfohlen, um den wachsenden Umfang zu berücksichtigen. Seit 2009 gibt es zwei Berichte: Den Berufsbildungsbericht der Bundesregierung und den „Datenreport zum Berufsbildungsbericht“ des BIBB. Letzterer bietet differenzierte Darstellungen und zentrale Informationen zu Aus- und Weiterbildungsthemen. Weitere Informationen zur Neustrukturierung des Berichts sind auf den Internetseiten des Hauptausschusses verfügbar. Eine gute Ausbildung ist der Schlüssel zu den Chancen von morgen! Und das gilt nicht nur für Sankt Pölten.
