Feldkirchs verborgene Wasserwelten: Ein Kampf um Natur und Artenvielfalt
Feldkirch, eine Stadt, die im Herzen Vorarlbergs liegt, ist nicht nur für ihre malerische Altstadt bekannt, sondern auch für ihre ökologisch wertvollen Gewässer-Biotope. Diese schimmernden Wasserflächen sind nicht nur ein Ort der Naherholung, sondern auch Lebensräume für eine Vielzahl von Tieren und Pflanzen. Der Egelsee, der Levner Weiher und der Tisner Weiher sind die drei Hauptakteure in dieser grünen Oase. Die Stadt hat sich zum Ziel gesetzt, diese natürlichen Schätze zu schützen und zu erhalten.
Beginnen wir mit dem Egelsee. Dieser ursprünglich als Gletscherrandsee entstandene Weiher wurde 1830 trockengelegt und 2013 ökologisch aufgewertet. Heute erfüllt er zahlreiche Funktionen: Er schützt Feldkirch, Eschen und Mauren vor Hochwasser, bietet eine Radwegverbindung und ist Lebensraum für über 50 Vogelarten. Darunter finden sich Störche, Graureiher und viele Wasservögel. Außerdem haben sich hier eine Biberfamilie, Erdkröten und verschiedene Molcharten angesiedelt. Einfach faszinierend!
Der Tisner Weiher in der Sanierung
Der Tisner Weiher hat eine etwas andere Geschichte. Ursprünglich als Schwimmbad für die Schüler:innen der Stella Matutina angelegt, ist er jetzt in einem kritischen Zustand. Die Stadt Feldkirch hat umfangreiche Sanierungsmaßnahmen in Abstimmung mit der Bezirkshauptmannschaft geplant. Diese sollen im Herbst und Winter 2026 umgesetzt werden, um die empfindliche Amphibienpopulation nicht zu stören. Ein großes Problem sind die illegalen Eingriffe, wie die Ausbringung gebietsfremder Fischarten, darunter Goldfische und Koi-Karpfen, die die heimische Tierwelt bedrohen. Die geplanten Maßnahmen umfassen das gezielte Abfischen dieser invasiven Arten sowie die Entfernung von überschüssigem Pflanzenmaterial. Die Sanierung wird nicht nur Geld kosten — geschätzt wird ein mittlerer fünfstelliger Betrag — sondern auch Zeit und Engagement erfordern.
Der Levner Weiher hingegen bleibt ein geheimnisvoller Ort, denn er ist als geschützter Lebensraum für Amphibien ausgewiesen. Besonders für Erdkröten ist er das wichtigste Laichgewässer in Vorarlberg. Hier tummeln sich nicht nur Grasfrösche und verschiedene Molcharten, sondern auch zahlreiche Insektenarten. Die Stadt Feldkirch hat den Levner Weiher erworben, um diesen wertvollen Lebensraum langfristig zu sichern. Ehrenamtliche Helfer:innen spielen dabei eine wichtige Rolle, besonders während der Krötenwanderung im Frühjahr. Ihr Engagement ist unerlässlich, um den Schutz dieses empfindlichen Ökosystems zu gewährleisten.
Ein Blick in die Zukunft
Der Schutz der wertvollen Biotope erfordert unterschiedliche Ansätze — vom Erhalt über den Schutz bis hin zur ökologischen Aufwertung. Diese Konzepte sind nicht nur lokal wichtig, sondern stehen auch im Kontext eines interdisziplinären Forschungsverbunds, der sich mit dem ökologischen Potential urbaner Gewässer beschäftigt. Der Fokus liegt auf der Verbesserung der Lebensqualität in Städten durch Gewässer und der nachhaltigen Entwicklung städtischer Kleingewässer. Solche Initiativen zeigen, wie wichtig es ist, den Erhalt der regionalen Biodiversität aktiv zu fördern.
In Feldkirch wird mit den geplanten Sanierungsmaßnahmen ein deutliches Zeichen gesetzt: Die Stadt zeigt, dass sie die Bedeutung ihrer Gewässer ernst nimmt und bereit ist, in ihre Zukunft zu investieren. Jede Art, die hier lebt, jeder Strahl der Sonne, der auf die Wasseroberfläche tanzt, ist ein Teil des großen Ganzen. Und vielleicht, nur vielleicht, können wir alle ein Stück dazu beitragen, diese kleinen Paradiese zu schützen.
