Heute, am 25. September 2026, ist es in Reichenau, Kärnten, zu einem tragischen Unfall gekommen. Ein 48-jähriger Dachdecker aus dem Bezirk Spittal stürzte bei Dacharbeiten rund acht Meter in die Tiefe. Der Vorfall ereignete sich um 10:10 Uhr während einer Dachsanierung an einem mehrstöckigen Wohnhaus in Patergassen. Der Mann betrat eine angebrachte Absturzsicherung, die aus bislang unbekannten Gründen brach. Er fiel auf den Asphaltboden und zog sich dabei schwerste Verletzungen zu.

Die Reaktion auf den Unfall ließ nicht lange auf sich warten. Ein Mitarbeiter des Dachdeckerbetriebs, der das Unglück miterlebte, leitete sofort eine Reanimation ein. Auch die Polizei, die Johanniter Unfallhilfe und ein Notarztteam des Rettungshubschraubers RK 1 waren schnell vor Ort. Trotz aller Bemühungen erlag der Dachdecker jedoch noch an der Unfallstelle seinen Verletzungen. Ein unvorstellbarer Verlust für seine Familie, Freunde und Kollegen.

Sicherheitsrisiko Absturz

Dieser Vorfall wirft ein grelles Licht auf die Gefahren, die mit Arbeiten in der Höhe verbunden sind. Absturzunfälle gehören zu den häufigsten und tödlichsten Unfallursachen in der gewerblichen Wirtschaft. Im Jahr 2022 wurden in Deutschland 66 von insgesamt 423 tödlichen Arbeitsunfällen durch Absturz verursacht – das sind 16 %. Zwischen 2013 und 2022 ereigneten sich im Schnitt knapp 59 tödliche Absturzunfälle jährlich. Angesichts solcher Zahlen fragt man sich, ob genug für die Sicherheit der Arbeiter getan wird.

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) und verschiedene Unfallversicherungsträger haben sich bereits intensiv mit der Prävention von Absturzunfällen beschäftigt. Ziel ist die Vision Zero – also die Vermeidung von Arbeitsunfällen ganz grundsätzlich. Technische und persönliche Schutzmaßnahmen, wie z.B. Seitenschutz oder Schutznetze, sind seit Jahren verfügbar, aber trotzdem geschehen immer wieder fatale Unfälle. Eine konsequente Nutzung dieser Maßnahmen könnte viele Unglücke verhindern.

Die Realität auf Baustellen

Die Realität auf Baustellen ist oft eine andere. So zeigt eine aktuelle Studie der BAuA, dass zwischen 2009 und 2025 811 von 2.635 tödlichen Arbeitsunfällen Absturzunfälle waren – also die häufigste Einzelursache. Besonders betroffen sind oft Männer im Alter zwischen 40 und 59 Jahren, wie auch der tragisch verunglückte Dachdecker. Bei mehr als 60 % der tödlichen Abstürze handelt es sich um Fälle, die auf Baustellen passieren. Der Bauhauptgewerbe und die Bauinstallation sind hier besonders gefährdet.

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Ein Blick auf die Statistiken zeigt, dass 47 % der Absturzunfälle aus Höhen ab fünf Metern geschehen. In der Hälfte der Fälle lag keine Gefährdungsbeurteilung vor. Organisatorische Fehler und eine unzureichende Nutzung von persönlicher Schutzausrüstung scheinen ebenfalls häufige Ursachen zu sein. Es ist erschreckend, dass in 35 % der Unfälle die PSA zwar vorgeschrieben, aber nur in 11 % der Fälle tatsächlich genutzt wurde. Hier wäre es wichtig, nicht nur die Vorschriften zu kennen, sondern sie auch konsequent umzusetzen.

Die tragischen Ereignisse wie der heutige Unfall können nicht nur die Betroffenen, sondern auch die gesamte Branche erschüttern. Die Frage bleibt, wie lange wir noch zuschauen, während sich solche Unfälle wiederholen. Es ist an der Zeit, dass wir alle gemeinsam für mehr Sicherheit auf den Baustellen eintreten – für das Leben und die Gesundheit der Arbeiter, die Tag für Tag ihr Bestes geben.