Ehrenamt in Gänserndorf: Das stille Sterben der Gemeinschaft
Heute ist der 9.10.2026 und wir werfen einen Blick auf eine ernsthafte Herausforderung, die viele Vereine und Organisationen in Gänserndorf betrifft. Das Ehrenamt, ein unverzichtbarer Beitrag von Freiwilligen zum öffentlichen Leben, leidet unter einem Rückgang der Beteiligung. Brigitte Nemec, die Vorsitzende des Kneippvereins Gänserndorf, hat in letzter Zeit bemerkt, dass immer weniger Menschen bereit sind, ihre Zeit unentgeltlich zur Verfügung zu stellen. Der Kneippverein selbst zählt über 500 Mitglieder und ist damit der größte Verein in der Bezirkshauptstadt. Das ist doch ziemlich beeindruckend, oder?
Doch nach und nach schwindet das Interesse an ehrenamtlicher Arbeit. Maria Kautz aus Bad Pirawarth, die sich aktiv in mehreren Organisationen engagiert, darunter das Rote Kreuz und der Behindertenverband, hat einen besorgniserregenden Anstieg von Egoismus festgestellt. „Es wird immer mehr nach Bezahlung verlangt“, sagt sie, „und das ist ein Grund für den Rückgang der Ehrenamtlichen“. Sie fordert mehr Motivation für die Jugend, um dem Abwärtstrend im Ehrenamt entgegenzuwirken. Und das ist wirklich wichtig. Die Jugend von heute ist die Zukunft von morgen!
Ehrenamt und gesellschaftliches Engagement
Ehrenamtliches Engagement ist nicht nur ein fester Bestandteil unserer Gesellschaft, sondern auch eine Quelle für Gemeinschaftsgefühl und Zusammenhalt. In Deutschland beispielsweise waren im Jahr 2025 rund 16,9 Millionen Menschen ehrenamtlich aktiv. Das zeigt, wie wertvoll diese Arbeit tatsächlich ist. Die Beteiligungsquote an organisierter Freiwilligenarbeit lag 2024 bei 27,5 Prozent. Das ist höher als in der Schweiz und in Österreich. Hierzulande scheint es, als ob wir da noch etwas nachzuholen hätten.
Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig – von Sportvereinen über die Freiwillige Feuerwehr bis hin zu Kirchen und Wohltätigkeitsorganisationen. Besonders junge Menschen unter 27 Jahren engagieren sich oft in Freiwilligendiensten, sei es während eines „Gap Year“ zwischen Schule und Ausbildung oder im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres. Diese Freiwilligendienste sind eine großartige Möglichkeit, neue Erfahrungen zu sammeln und sich zugleich sozial zu engagieren. Und das ist doch eigentlich auch ziemlich cool!
Ein Blick in die Zukunft
Die Einführung des Bundesfreiwilligendienstes im Jahr 2011 hat die Landschaft des Ehrenamts in Deutschland verändert, nachdem der Zivildienst als Ersatzdienst weggefallen ist. Jetzt wird viel darüber diskutiert, ob wir einen verpflichtenden Gesellschaftsdienst für junge Erwachsene brauchen. Doch derzeit setzt der Staat auf die intrinsische Motivation zur Freiwilligkeit. Das wäre eine spannende Entwicklung, die auch in Österreich diskutiert werden könnte.
Wir stecken also in einem Dilemma: Wo bleibt die Wertschätzung für die ehrenamtliche Arbeit? Vielleicht braucht es einfach mehr Initiativen, die das Ehrenamt attraktiver machen. Es wäre doch schade, wenn wir auf die wertvollen Beiträge von Menschen wie Brigitte Nemec und Maria Kautz verzichten müssten. Die ehrenamtlichen Tätigkeiten sind schließlich das Herzstück vieler Organisationen und spielen eine entscheidende Rolle in unserer Gesellschaft. Lassen wir uns also von diesen Gedanken inspirieren und vielleicht auch etwas motivieren, um die Gemeinschaft zu stärken!
