In Stiwoll, einer charmanten Gemeinde in der Umgebung von Graz, wurde ein ganz besonderes Jubiläum gefeiert. Pater Stephan Varga, der seit nunmehr 50 Jahren als Pfarrer in der Gemeinde wirkt, wurde am vergangenen Wochenende mit einer festlichen Messe geehrt. Wer hätte gedacht, dass seine erste Heilige Messe in Stiwoll bereits im September 1976 stattfand? Ursprünglich war er als Aushilfspfarrer gekommen, doch die Menschen in Stiwoll haben ihn offenbar so sehr ins Herz geschlossen, dass er blieb.

Sein Werdegang ist beeindruckend: Der Eintritt in das Stift Heiligenkreuz datiert auf August 1966. In seiner Zeit in Stiwoll hat Pater Varga die Pfarrgemeinde nicht nur geistlich, sondern auch baulich geprägt. Die Renovierung des Pfarrhofs, die Gestaltung des Friedhofs, der Bau der Rosenkranzkapelle sowie der Erhalt der Lourdeskapelle sind nur einige seiner Verdienste. Besonders erwähnenswert ist die Betreuung der Pfarren St. Oswald und St. Bartholomä über zwei Jahre und die Gründung des Pfarrverbandes mit St. Pankrazen im Jahr 1987.

Ein musikalisches Fest

Zur Feier des Jubiläums kam es zur Uraufführung der Stiwoller Messe, die von Erna Ogrisek getextet und von Bernd Prettenthaler vertont wurde. Der Gesang des Stiwoller Kirchenchors und des KiKi Chors auf der Pfarrwiese verlieh der Feier eine besonders festliche Atmosphäre. Die Glückwünsche von Bürgermeister Alfred Brettenthaler und Pater Paulus Kamper unterstrichen die Wertschätzung, die Pater Varga in der Gemeinde genießt.

Doch der Jubel wurde von einer ernsten Situation überschattet. Pater Stephan Varga ist nicht nur als Pfarrer in der Gemeinde beliebt, sondern steht auch auf einer Gefährdeten-Liste der Polizei. Diese Liste wurde erstellt, um Personen zu schützen, die von einem mutmaßlichen Doppelmörder bedroht werden. Der 66-jährige Fritz F. ist seit sechs Tagen flüchtig und wird für den Mord an seinen Nachbarn verantwortlich gemacht. Er beschuldigt Pater Varga der Falschaussage vor Gericht, was die Situation für den Pfarrer zusätzlich belastet.

Ein schwieriges Umfeld

Während des Allerseelen-Gottesdienstes waren Polizisten sowohl vor der Kirche als auch in Zivil im Gebetsraum anwesend, um die Sicherheit des Pfarrers zu gewährleisten. Es ist ein bedrückendes Gefühl, wenn man im Alltag von einer solchen Bedrohung betroffen ist. Pater Varga hat in den letzten Jahrzehnten viele Menschen begleitet und tröstende Worte gefunden. Jetzt ist er selbst in einer prekären Lage.

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Die Ereignisse um Pater Varga erinnern auch an eine dunkle Zeit in der Geschichte Österreichs. Der Nationalsozialismus brachte massive Konflikte mit sich, insbesondere mit der katholischen Kirche. Bischof Johannes Maria Gföllner, ein klarer Gegner dieser Ideologie, warnte bereits in den 30er Jahren vor den Gefahren des Nationalsozialismus. Diese Konflikte führten dazu, dass viele Kirchenmitglieder die Glaubensgemeinschaft verließen, und die Kirche selbst unter Druck geriet. Kirchenaustritte stiegen rasant, während die Nationalsozialisten versuchten, das kirchliche Leben zu unterdrücken.

Heute, am 20. September 2026, stehen die Menschen in Stiwoll zusammen, um Pater Varga zu feiern und um ihm in dieser schwierigen Zeit beizustehen. Die Gemeinschaft ist stark, und die Hoffnung, dass sich die Lage bald verbessert, bleibt bestehen.